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12.01.2005

08:24 Uhr

Nebentätigkeiten müssen verzeichnet sein

Großbritannien: Zweitjobs erwünscht

Britische Unterhausabgeordnete werden seit 1911 bezahlt. Die Labour-Partei wollte damals sicherstellen, dass sich nicht nur die gut gestellte Mittelklasse für die Parlamentsarbeit interessiert.

Heute verdient ein Abgeordneter etwa 4 800 Pfund (umgerechnet rund 7 000 Euro) brutto im Monat, dazu kommt eine Reihe von Kostenpauschalen von den Büro- und Personalkosten (maximal 77 000 Pfund pro Jahr) über Nebenkosten (19 325 Pfund) bis hinab zur Fahrradpauschale (20 Pence pro Meile) für radelnde Abgeordnete.

Fürstlicher ist die Pension: Allein in einer Legislaturperiode summieren sich bei einem Abgeordneten Pensionsrechte, die auf dem privaten Versicherungsmarkt 140 000 Pfund kosten würden. Die Skepsis gegenüber Berufspolitikern, die nie etwas anderes im Leben gemacht haben, ist groß, weshalb die Lords mit ihrer Lebenserfahrung so großen Respekt genießen.

Als ehrenamtliche Politamateure begnügen sie sich mit einer Kostenpauschale von 62 Pfund. Nebentätigkeiten, sogar Nebenjobs für Parlamentarier werden durchaus respektiert und geduldet. Alles muss aber im „Register of Interests“ verzeichnet werden. Nebeneinkünfte, Spenden, Firmenanteile, Direktorenposten, Lobbyarbeit, Immobilienbesitz werden in diesem regelmäßig aktualisierten Register veröffentlicht.

Über EU-Kommissar Peter Mandelson konnte man im Parlamentsjahr 2003/4 lesen, dass er bis zu 15 000 Pfund für seine Kolumne im Männermagazin „Q“ erhielt und Vortragsreisen nach Dubai, Moskau, Warschau, Amsterdam und Berlin machte, die unter anderem von der Bertelsmann-Stiftung bezahlt wurden. Der Abgeordnete Neil Hamilton stolperte seinerzeit darüber, dass er eine ihm spendierte Übernachtung im Ritz samt kostenloser Minibar nicht im Verzeichnis eingetragen hatte.

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