Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.12.2013

13:46 Uhr

Nelson Mandela beerdigt

„Ein großer Baum ist gefallen“

Südafrika nimmt ein allerletztes Mal Abschied: Nelson Mandela ist in seiner Heimat beigesetzt worden. Auch bei der Beerdigung kann die Familie nicht mit ihm allein bleiben – der Freiheitskämpfer gehört der Nation.

Gedenken an den früheren Präsidenten: Ein Priester zündet für Nelson Mandela eine Kerze an. Reuters

Gedenken an den früheren Präsidenten: Ein Priester zündet für Nelson Mandela eine Kerze an.

QunuIn den letzten Momenten wäre seine Familie mit dem großen Nelson Mandela am liebsten allein gewesen. Hier in der ländlichen Transkei mit ihren weiten Hügeln, wo er aufwuchs und wo er begraben werden wollte. Doch sie muss ihn teilen, selbst im Tod. Mehr als 400 Trauergäste, darunter ausländische Staatschefs, dürfen die Rituale miterleben, mit denen der Geist des Freiheitskämpfers auf seine letzte Reise geschickt wird. Vor Jahrzehnten war Mandela vom Privatmann zum Staatsmann geworden. Er bleibt es auch im Tod.

„Sein Leben gehörte der Nation und der Welt“, sagte Ex-Frau Winnie Madikizela-Mandela vor wenigen Tagen südafrikanischen Medien. Es sei hart für die Familie, ihn im Tod zu teilen. „Er hat alles aufgegeben für sein Land.“

Es ist das letzte Kapitel seines „langen Wegs zur Freiheit“, wie der Friedensnobelpreisträger selbst seine Autobiografie überschrieb. Der Kreis schließt sich, hier im Dorf Qunu im Südosten Südafrikas. Wo heute sein Grab liegt, hütete Mandela als Kind das Vieh, damals trug er noch seinen Xhosa-Namen Rolihlahla. Einige nennen ihn noch immer Dalibhunga – der Name, den er nach der Beschneidung bekam. Hier in Qunu lief er barfuß durchs Dorf, als er nach 27 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wurde. Nun ist er für immer zurück.

„Ein großer Baum ist gefallen, jetzt geht er nach Hause, um mit seinen Ahnen zu ruhen“, sagt Clanchef Ngangomhlaba Matanzima, der über dem Anzug ein Leopardenfell auf den Schultern trägt. Mandelas Freund Ahmed Kathrada, der mit dem Nationalhelden im Gefängnis saß, erinnert mit erstickter Stimme daran, dass er jetzt zum „A-Team“ seiner toten Mitstreiter im Freiheitskampf stoße.

Ein Mann vom Volk der Xhosa müsse mittags beerdigt werden, „wenn die Sonne am höchsten steht und der Schatten am kürzesten ist“, erläutert der Vizepräsident der regierenden Partei ANC, Cyril Ramaphosa. Sonst könnten die Ahnen zornig werden. Doch weil die Trauerfeier sich lange hinzieht, muss sich Mandelas Familie am Ende beeilen. Mit welchen möglicherweise uralten Ritualen der Versöhner der Nation beerdigt wird, dringt zunächst nicht nach außen.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Kein_Gandhi_oder_ML_King

15.12.2013, 15:46 Uhr

Warum wird dieser Mann so verherrlicht? Er war kein Gandhi oder Martin Luther King. ...

+++ Kommentar von der Redaktion editiert. Kommentare sind keine Fläche zur Verbreitung von Verschwörungstheorien. Bitte halten Sie sich an unsere Netiquette: http://www.handelsblatt.com/netiquette/ +++

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×