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06.03.2012

04:38 Uhr

Netanjahu-Besuch

Obama steht „felsenfest“ zu Israel

US-Präsident Barack Obama bleibt seiner Position treu, Israel weiter als treuen Verbündeten zu sehen. Daran ändert auch das Säbelrasseln des Landes gegenüber Iran nichts. Alle Optionen seien aber offen, so Obama.

USA und Israel suchen im Atomkonflikt Schulterschluss

Video: USA und Israel suchen im Atomkonflikt Schulterschluss

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WashingtonIm Konflikt um mögliche iranische Atomwaffen setzen die USA und Israel nach den Worten von US-Präsident Barack Obama auf Diplomatie. Obama hat bei einem Treffen mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu einen Angriff auf die iranischen Atomanlagen zum derzeitigen Zeitpunkt abgelehnt. Noch gebe es ein „Fenster“ für eine diplomatische Lösung in dem Konflikt mit Teheran, sagte Obama in Washington. Allerdings hielt sich der US-Präsident „alle Optionen“ offen für den Fall, dass die internationalen Sanktionen keine Wirkung zeigen.

Zu Beginn der Beratungen betonte Obama, dass er „felsenfest“ an der Seite Israels stehe, wenn dessen Sicherheit gefährdet sei. „Meine Politik ist zu verhindern, dass der Iran in den Besitz von Atomwaffen gelangt“, sagte er. „Wenn ich sage, alle Optionen sind auf dem Tisch, dann meine ich das.“

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Der Westen verdächtigt den Iran, heimlich nach Nuklearwaffen zu streben, was Teheran zurückweist. Israel fühlt sich durch das iranische Atomprogramm bedroht und fürchtet, dass es wegen der iranischen Fortschritte beim Bombenbau für ein militärisches Einschreiten bald zu spät sein könnte. „Israel muss die Fähigkeit haben, sich immer und gegen jede Gefahr selbst zu verteidigen“, sagte Netanjahu bei dem Treffen mit Obama. Der jüdische Staat fühlt sich wegen der geografischen Nähe durch das iranische Atomprogramm besonders bedroht. Zudem hat Präsident Mahmud Ahmadinedschad mit der Zerstörung Israels gedroht. Der Iran selbst bestreitet, dass sein Atomprogramm der Entwicklung von Waffen dient.

Netanjahu betonte die enge Verbindung beider Länder: „Israel und Amerika stehen zusammen.“ Allerdings müsse er als israelischer Regierungschef sicherstellen, dass sein Land sein eigenes Schicksal in der Hand behalte. Er hat Obama versichert, noch keine Entscheidung über einen Angriff auf iranische Atomanlagen getroffen zu haben.

Obama hat in den vergangenen Tagen immer wieder einen Spagat versucht zwischen einer glaubhaften Drohung gegen Teheran und dem Streben nach einer friedlichen Lösung. So erklärte er am Sonntag in einer Rede vor der pro-israelischen Lobbyorganisation AIPAC, dass er nicht vor einer Anwendung von Gewalt zurückschrecken werde, „um die Vereinigten Staaten und ihre Interessen zu verteidigen“. Zugleich warnte er aber vor „zuviel Gerede“ über einen Krieg.

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