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08.01.2015

12:46 Uhr

Netz-Reaktionen

Trauer, Wut und Satire

VonLaura Waßermann

#JeSuisCharlie, #CharlieHebdo, #PrayersforParis: Die Reaktionen auf den Terroranschlag in Paris sind überwältigend. Weltweit trauern Menschen mit „Charlie Hebdo“ – und plädieren für eine neue Debatte in der Medienethik.

#JeSuisCharlie Twitter

#JeSuisCharlie

DüsseldorfIn dem neuen Kinofilm über Wissenschaftler Stephen Hawking heißt es am Ende: „Wo Leben ist, da ist auch Hoffnung.“ Genau das zeigt die aktuelle Anteilnahme im Netz zum Anschlag in Paris. Unter den Hashtags #JeSuisCharlie und #CharlieHebdo bekunden Menschen auf der ganzen Welt sekündlich ihre Trauer, schreiben „Jetzt erst recht“ und verurteilen den brutalen Umgang mit Presse und Satire.

Die Pariser setzten gestern Abend das größte Zeichen, als Tausende sich auf dem „Place de la République“ versammelten – und bewiesen damit auch den größten Mut. Stärke demonstrieren, sich nicht einschüchtern lassen, die Meinungsfreiheit vorantreiben: Das sind seit Mittwoch die Kernbotschaften, die in den sozialen Netzwerken kursieren. Das Werkzeug bleibt dabei für viele Menschen die Karikatur.

Eine der wohl wichtigsten Kampfansagen gegen den Terror von radikalen Islamisten ist die Reaktion der Presse – im Internet und auf Papier. Weltweit machen heute zahlreiche Zeitungen mit Karikaturen auf; als Hommage an die toten Zeichner von „Charlie Hebdo“.

Ines Pohl, die Chefredakteurin der „taz“ sagt in einem Interview mit dem SWR, dass sie auch weiterhin Mohammed-Karikaturen drucken will. Dabei betont sie allerdings die Bedeutung der Satire, es gehe nicht um provozieren der Provokation willen.

Andere Journalisten, wie Christian Mutter von der „Bild“-Zeitung ermahnten bei Twitter kurz nach dem Anschlag auf die Zeitungsredaktion, den Umgang mit den vorhandenen Bildern zu überdenken. Daraufhin ist eine medien-ethische Diskussion entstanden, die in den nächsten Tagen und Wochen weiter hochkochen dürfte. Im Deutschen Journalistenverband beispielsweise soll bereits ein interner Disput zwischen Brandenburger Landesverbandvorsitzenden Klaus Minhardt und DJV-Sprecher Hendrik Zörner entstanden sein.

Zudem meldete sich Papst Franziskus zu Wort und rief den Hashtag #PrayersforParis (zu deutsch: Beten für Paris) ins Leben, um Anteilnahme von Seiten der Katholischen Kirche auszudrücken. Laut dpa-Informationen sagte der Papst in der morgendlichen Messe: „Beten wir in dieser Messe für die Opfer dieser Grausamkeit. Die vielen Opfer. Und beten wir auch für die Grausamen, dass der Herr ihre Herzen verändere.“

Weniger beispielhaft zeigte sich Politikerin Erika Steinbach, als sie diesen Tweet absetzte:

Während die Reden von Merkel, Cameron und Co. sich für Presse- und Meinungsfreiheit aussprachen und somit im Internet als ermutigend galten, fiel Bundestagsmitglied Steinbach in die Ungunst der Twitter- und Facebooknutzer. Spätestens als sie auf Beschwerden, ihr Tweet sei geschmacklos erneut mit Ironie und Abfälligkeit reagierte – offensichtlich zu unpassend an diesem 7. Januar.

Kommentare (8)

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Herr Edgar Most

08.01.2015, 13:20 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

08.01.2015, 13:31 Uhr

Jetzt, wenn das Kind im Brunnen liegt, darfst um Terroropfer trauern. Warnen vor religiösem Fanatismus darfst aber nicht.

By the way: heute in Leipzig, in den großen Leitmedien leider nur eine Randnotiz! ANTIFA darf das eben ... mit politischer Motivation von ganz oben

Vermummte greifen Dienststelle der Leipziger Polizei an
08.01.2015
Leipzig (dpa) - Rund 50 Maskierte haben eine Außenstelle der Polizei im Leipziger Stadtteil Connewitz angegriffen. Nach Angaben der örtlichen Polizeidirektion schleuderten sie am Mittwochabend Pflastersteine, Farbbeutel und eventuell auch Feuerwerkskörper gegen die Fensterfront.

Es sollen viele Scheiben - auch aus Sicherheitsglas - stark beschädigt worden sein. Der Schaden liege «deutlich im fünfstelligen Bereich», sagte ein Sprecher. Die dunkel gekleideten Angreifer, die wahrscheinlich der linken Szene angehören, hätten unerkannt flüchten können. Verletzt wurde niemand. Es werde wegen schweren Landfriedensbruchs ermittelt.

Herr Manfred Carter

08.01.2015, 13:47 Uhr

Wenn am folgenden Tag des Massakers in Paris die deutsche Börse haussiert (plus 2%), kann das alles ja nicht so schlimm sein. Habe gerade im DLF die mittägliche Wirtschaftssendung gehört. Die sind alle einschließlich der euphorischen Redakteurin so was von happy, von den Pariser Ereignissen und möglichen Konsequenzen auf die Wirtschaft kein Wort! Business as usual. Alles klar ?

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