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11.08.2014

10:41 Uhr

Netzstimmen zu Erdogans Wahlsieg

„Dann gehöre ich diesem Volk nicht an“

VonFulya Çayir

Der alte Premierminister ist neuer Präsident der Türkei. Trotz absoluter Mehrheit hat Recep Tayyip Erdogan viele Gegner – und die machen ihrem Ärger über das Wahlergebnis bei Twitter Luft.

Screenshot

DüsseldorfDie Türkei hat gewählt. Der neue Präsident ist mit absoluter Mehrheit Recep Tayyip Erdogan und das überrascht die Wenigsten. Obwohl die türkische Bevölkerung mit rund 52 Prozent für den alten Premier gestimmt hat, scheint es einen Zwiespalt im Land zu geben.

Stimmen zu Erdogans Wahlsieg

Le Figaro (Frankreich)

„Erdogan, der allmächtige Präsident. Sein Sieg verlängert die autokratische Herrschaft an der Spitze des Landes noch einmal um fünf Jahre.“

Libération (Frankreich)

„Erdogan ist ein außergewöhnliches politisches Talent.“

Independent (Großbritannien)

„Der neue Sultan - Erdogans Triumph bei den Präsidentschaftswahlen macht einen Ruck zum Autokratismus wahrscheinlicher.“

The Times (Großbritannien)

„Das Zeitalter von Erdogan - mit einer Schlüsselrolle für die Zukunft Syriens, Einfluss auf Hamas und einem stark verbesserten Verhältnis zu Kurdistan muss die Türkei jetzt einen Rutsch in den Putinismus vermeiden.“

La Repubblica (Italien)

„Erdogans Macht im Land ist intakt, sein politischer Spürsinn einzigartig. Sein Charisma lässt ihn alle Wahlen gewinnen, das Volk sieht ihn nicht als Mann der Elite, sondern der Straße an.“

El Periódico de Catalunya (Spanien)

„Noch mehr Erdogan für die Türkei. Der neue Sultan hat sein Land mit einer autoritären und populistischen Politik auf Wachstumskurs gebracht.“

Ethnos (Griechenland)

„Erdogan der Erste, der Triumphator, steigt auf dem Thron“.

Phileleftheros (Zypern)

„Neues Kapitel in der Geschichte der Türkei. Erdogan hat versprochen die Zypernfrage zu lösen. Wir sind gespannt“

Kurier (Österreich)

„Am Ende konnte kein Ereignis Erdogan etwas anhaben, weder das harte Vorgehen gegen die Gezi-Protestbewegung im vergangenen Jahr noch die Korruptionsvorwürfe gegen seine Regierung.“

Tages-Anzeiger (Schweiz)

„Erdogan hat viel geleistet in elf Regierungsjahren, er hat viele Türken stolz auf ihr Land gemacht. Aber er macht mit seiner Jagd nach der absoluten Macht und seinem Furor gegen jeden politischen Gegner vielen auch Angst.“

Jerusalem Post (Israel)

„Eine weitere vorhersehbare Nahost-Wahl. Erdogans Vision passt zu der Muslimbruderschaft in der ganzen Region.“

Sme (Slowakei)

„Erdogan hat die türkische Wirtschaft auf die Beine gestellt. Ihre Demokratie beginnt er aber in ein autoritäres Regime zu verwandeln.“

Er bewertet das Wahlergebnis als „die Retardierung der Gerechtigkeit“. Mit diesen Worten frischt er die Korruptionsvorwürfe der vergangenen Monate wieder auf. Er sagt weiter: „Heute hat Bestechung Zuspruch gefunden und Ehrlichkeit verloren.“

Die MHP und die „Republikanische Volkspartei“ CHP haben einen gemeinsamen Kandidaten, Ekmeleddin Ihsanoglu in den Wahlkampf geschickt. Er erhielt nur knapp 40 Prozent der Stimmen und gratulierte dem Wahlsieger:

In den vergangenen Monaten hat sich die türkische Bevölkerung sehr Twitter-affin präsentiert. Zu der Zeit der Demonstrationen rund um den Gezi Park und nach den Korruptionsvorwürfen gegen Erdogan hat es unzählige Tweets gegeben. Es führte sogar dazu, dass Youtube und Twitter im Land kurzzeitig gesperrt wurden. Erdogan wies alle Vorwürfe entschieden von sich und begegnete der Kritik mit der Einschränkung der Nachrichtenkanäle.

Auch zum jüngsten Wahlergebnis gibt es unzählige Twitter-Stimmen aus der Türkei, diesmal aber viele, die Erdogan gewogen sind. Viele Türken feiern den alten Premier und neuen Präsidenten.

Kommentare (6)

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Sergio Puntila

11.08.2014, 11:16 Uhr

Was die Türken wohl sagen würden, hätten die eine GroKo wie wir hier in Deutschland?

Türken sind nicht zu beneiden!

Deutsche aber auch nicht!

Beklage ich mich?

Interessiert mich das?

Sollte mich der Schrott interessieren, den die da fabrizieren?

Den Blick auf neue Spielräume bewahren und sich nicht einschüchtern lassen: denn eines wird denen garantiert nicht gelingen: die Menschen noch doofer zu machen als sie geboren sind.

Herr peter Spirat

11.08.2014, 11:31 Uhr

Tatsache ist, der Erdogan hat gewonnen.
Respekt und Glückwunsch

Was draus wird, wird man sehen. Aich IRAN hatte derzeit gewählt und der Schah musste gehen. Die Iraner, die sich selbst heute noch gerne Perser nennen, ohne es wirklich zu sein, wollten lieber wieder in die Steinzeit zurück und haben den islamischen Wahnsinn gewählt.

Mal sehen, ob die Türken echt dern selben Weg in den islamischen Wahnsinn gehen werden.

Herr Fritz Yoski

11.08.2014, 11:54 Uhr

Alles im Lot beim Despot
Einige Voelker sind eben gluecklicher mit einem Despoten an der Regierungsspitze. Die Deutschen sind da auch nicht viel anders mit Blick auf die Geschichte und die heutige GroKo. Waehlen auch immer wieder CDUSPDGrueneFDP egal wie schlecht es wird.

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