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21.02.2012

02:46 Uhr

Neu bis Freitag

Streik am Frankfurter Flughafen erneut verlängert

Der Machtkampf am Frankfurter Flughafen geht in eine weitere Verlängerung: Die Gewerkschaft der Flugsicherung hat den Streik zum zweiten Mal verlängert - diesmal bis Freitagnacht. Für Passagiere besteht dennoch Hoffnung.

Passagiere warten am Montag auf dem Flughafen in Frankfurt am Main. dpa

Passagiere warten am Montag auf dem Flughafen in Frankfurt am Main.

Frankfurt/MainDer Arbeitskampf am Frankfurter Flughafen verschärft sich weiter: In der Nacht zum Dienstag verlängerte die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) ihren Streik erneut. Bis Freitagabend 23.00 Uhr soll der Ausstand der rund 200 Vorfeldmitarbeiter nun dauern.

Trotz des Streiks können Reisende aber hoffen: Der Flughafen-Betreiber Fraport und der Hauptkunde Lufthansa gingen zunächst von weniger Ausfällen als in der vergangenen Woche aus.

Um die Auswirkungen des Arbeitskampfes der Vorfeldlotsen, Einweiser und Disponenten abzufedern, hat Fraport Mitarbeiter geschult, die deren Aufgaben übernehmen. Der Tarifkonflikt ist festgefahren.

„Natürlich wollen wir den Druck erhöhen“, sagte GdF-Sprecher Matthias Maas der Nachrichtenagentur dpa am Dienstagmorgen. Der Flughafen-Betreiber Fraport solle an den Verhandlungstisch zurückkehren. Maas kritisierte zugleich, dass eigens geschulte Mitarbeiter die Aufgaben der Streikenden übernehmen.

Was die Vorfeldmitarbeiter am Frankfurter Flughafen fordern

Mehr Geld für weniger Arbeit

Mehr Geld für weniger Arbeit, so lauten knapp zusammengefasst die Forderungen der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) für ihre Mitglieder am Frankfurter Flughafen. Die Eckdaten nach Angaben vom Flughafenbetreiber Fraport. Die GdF macht bisher keine genauen Angaben. (Quelle: dpa)

Vorfeldkontrolleure

Sie verdienen bislang zwischen 53.000 und knapp 70.000 Euro im Jahr. Die GdF fordert nach Angaben von Fraport eine Steigerung der Grundgehälter auf knapp 80.000 bis 87.000 Euro pro Jahr. Außerdem verlangt die Gewerkschaft zehn Prozent höhere Zulagen und eine um 13 Prozent abgesenkte Arbeitszeit.

Vorfeldaufsicht

Für diese Mitarbeitergruppe soll es nach dem Willen der Gewerkschaft Spitzengehälter von 60.700 Euro im Jahr geben - bislang sind es 42.000 Euro. Die Nettowochenarbeitszeit soll um neun Prozent reduziert werden, die Zulagen sollen um zehn Prozent steigen.

Verkehrszentrale

Als Spitzengehalt sind ebenfalls 60.700 Euro anvisiert - bislang verdienen die Mitarbeiter bis zu knapp 52.000 Euro. Weitere Forderung: Zehn Prozent höhere Zulagen, zehn Prozent weniger Arbeitszeit.

Eine zu kurze Einarbeitungszeit sei „fahrlässig und gefährlich“. Er habe Zweifel, dass die Mitarbeiter alle berechtigten Lizenzen hätten. In der Nacht zum Montag hatte die GdF einen 24-Stunden-Streik bereits auf 48 Stunden ausgedehnt - ursprünglich sollte nur bis zum Dienstagmorgen 5.00 Uhr die Arbeit niedergelegt werden.

Nun soll der Ausstand nach neuesten GdF-Angaben von Dienstagnacht sogar bis Freitag dauern. Wegen des Nachtflugverbots ist die Betriebszeit in Frankfurt täglich auf 18 Stunden zwischen 05.00 und 23.00 Uhr begrenzt.

Am Montag waren während der 18 Stunden Betriebszeit am zentralen deutschen Drehkreuz 240 von 1271 geplanten Flügen aus, wie eine Fraport-Sprecherin am Montagabend sagte.

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Das waren rund 60 weniger als am Freitag vergangener Woche mit gut 300 Ausfällen in lediglich 14 Stunden Streik. Dem Betreiber kam entgegen, dass am Rosenmontag weniger Passagiere unterwegs waren als üblich.

Im Vergleich zu einem Tag im Sommer mit etwa 180 000 Passagieren seien es derzeit nur rund 130 000. Für den Dienstag plante die Lufthansa nur noch mit 160 gestrichenen Starts und Landungen - nach rund 200 Ausfällen am Montag.

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Es hakt an Deutschlands Mega-Drehkreuz - nicht nur wegen des Streiks. Allein an den ersten beiden Streiktagen sind dem Betreiben und den Airlines Millionenbeträge entgangen. Ein Ende des Streits ist nicht in Sicht.

Der Interkontinentalverkehr werde weiterhin im vollen Umfang aufrechterhalten, der Flugplan innerhalb Deutschlands und Europas werde ausgedünnt. „Wir haben es immer besser im Griff, einen stabilen Flugverkehr abzuwickeln“, sagte Lufthansa-Sprecher Andreas Bartels.

Der Flugverkehr mit zahlreichen Umbuchungen auf andere Flüge und das Umsteigen auf die Bahn liefen „den Umständen entsprechend reibungslos“, ergänzte eine Sprecherin. Konkurrent Air Berlin berichtete ebenfalls von einigen Ausfällen nach Frankfurt.

Die Passagiere werden aber ebenfalls umgebucht. Viele Reisende steigen auf die Fernzüge der Deutschen Bahn um. Besonders auf den Nord-Süd-Strecken nach Stuttgart, München, Berlin und Hamburg seien mehr Fahrgäste unterwegs, sagte ein Bahnsprecher in Berlin.

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Es gebe dadurch aber keine Probleme. Am Hauptbahnhof und am Flughafen Frankfurt wiesen Mitarbeiter die neuen Passagiere ein, Züge seien verlängert worden. „Alles, was rollen kann, rollt“, sagte der Sprecher.

Auch die anderen Fluggesellschaften zeigten sich zufrieden mit dem Krisen-Management, das insbesondere die interkontinentalen Verbindungen bevorzugt. Martin Gaebges vom Airline-Verband Barig stärkte der Fraport den Rücken: „Letztlich müssten wir die höheren Entgelte über die Gebühren bezahlen.“ Er forderte die Gewerkschaft auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Von

dpa

Kommentare (10)

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OpusDominus

21.02.2012, 02:26 Uhr

Nun hatte sich Fraport schon einen eigenen Schlichter mit Ole v. Beust genehmigen lassen, er blieb bei durchschnittlich 7% Steigerung im Jahr für eine Laufzeit von immerhin vier Jahren, die GdF hatte zugestimmt bei dieser Angleichung an den München-Airport FJS. Da muß das Management, das sich ungeniert +25% im Jahr gönnt, Feuer an den vermeintlich hergestellten Frieden legen. Dabei ist, wenn ich mich recht erinnere, eine gewisse Madame Sukale mit dieser Masche vor Jahren schon mal heftig mit einer ebenso kleinen Gewerkschaft GdL auf die Schnauze gefallen. Von der Bahn gab es zum Glück keine Aktien aber von denen der Fraport habe ich mich sicherheitshalber mal getrennt.

Mit

21.02.2012, 04:12 Uhr

Wenn es den 200 Leuten bei Fraport nicht gefaellt, sollen sie sich eben einen anderen Job suchen. Sie muessen dort nicht arbeiten.

Account gelöscht!

21.02.2012, 04:58 Uhr

"Er forderte die Gewerkschaft auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren."

Man könnte meinen im falschen Film zu sein.

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