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24.02.2012

23:50 Uhr

Neue Atomkraftwerke

Keine Lehre aus Fukushima

Laut Informationen der Internationalen Atomenergiebehörde werden in diesem Jahr mindestens fünf Länder die Arbeiten an ihren ersten Atomkraftwerken aufnehmen. Jordanien und Saudi-Arabien könnten 2013 folgen.

Flagge der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA. dpa

Flagge der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA.

New YorkUngeachtet der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima setzt sich der weltweite Trend zur Kernenergie fort. Mindestens fünf Länder werden in diesem Jahr die Arbeiten an ihren ersten Atomkraftwerken aufnehmen, wie ein ranghoher Vertreter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) am Freitag in New York erklärte.

Dies seien Vietnam, Bangladesch, die Vereinigten Arabischen Emirate, die Türkei und Weißrussland. Jordanien und Saudi-Arabien könnten 2013 folgen, sagte der stellvertretende IAEA-Chef Kwaku Aning. Der IAEA-Vertreter bei den Vereinten Nationen, Geoffrey Shaw, fügte hinzu, dass rund 60 Länder im vergangenen Jahr Interesse an einem zivilen Atomprogramm bekundet hätten.

Das japanische Atomkraftwerk Fukushima war durch ein verheerendes Erdbeben und einen darauffolgenden Tsunami am 11. März 2011 schwer beschädigt worden. Die Zerstörungen in der Anlage lösten den schwersten atomaren Unfall seit Tschernobyl 1986 aus. Ganze Landstriche wurden wegen der radioaktiven Strahlung unbewohnbar. Deutschland hat als Reaktion auf Fukushima seinen Ausstieg aus der Atomenergie bis 2022 eingeleitet.

Von

afp

Kommentare (6)

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vandale

25.02.2012, 01:25 Uhr

abseits des ökologischen Glaubens des Autors sollten gerade die Reaktorunfälle in Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima bewiesen haben, dass die Kernenergie die sicherste Energiequelle ist die technisch verfügbar ist.

Technisch gesehen haben KKW das geringste Risikopotential weil Kernspaltungen im Gegensatz zur chemischen Verbrennung nur unter sehr spezifischen Bedingungen stattfinden kann.

In Harrisburg gab es 0 Todesopfer, in Tschernobyl 58 direkte Todesopfer. Es konnten keine Signifikanzen für Spätfolgen gefunden werden. Aufgrund der unzulänglichen Gesundheitsstatistiken der UDSSR schwanken die Schätzungen der Geamtopferzahl zwischen unter 100 und max. 4000 (UN Bericht 2005). (In ökoreligiösen Medien gibt es ziemlich beliebige Zahlen bis hin zu Millionen). In Fukushima starben 5 Menschen durch Ertrinken, Erschlagen beim Erdbeben und Ueberarbeitung. Allein die Arbeitsunfälle an den zig-1000 Windmühlen und Millionen Solardächern Deutschlands übertreffen diese Opferzahlen von Fukushima monatlich.

Der Schaden betrug in Harrisburg 920 Mio Dollar + 1 KKW, in Tschernobyl ca. 40 Mrd. Dollar (eigene Schätzung) und Fukushima 64 Mrd. Dollar (Schätzung jap. Regierung). Letztere Zahl ist mit den Kosten des Bohrinselunfalls Deep Water Horizon vergleichbar.

Die Radioaktivität in der Evakuierungszone - entsprechend ein kleiner Deutscher Landkreis - um die Kernkraftwerke von Fukushima ist mittlerweile in weiten Teilen so hoch wie im Südschwarzwald, oder dem Erzgebirge. Es gibt keine sachlichen Gründe diese Zone nicht unverzüglich wieder zu besiedeln.
Die einstige Evkuierungszone um Tschernobyl wird mit Duldung der Behörden genutzt. Auf der Ukrainischen Seite gibt es beispielsweise die Stadt Slavutich, Weissrussland hat die Weltbank um Kredite gebeten um die Infrastruktur wieder herzustellen.

Vandale

vandale

25.02.2012, 01:37 Uhr

Die Kernenergie ist die sicherste und umweltfreundlichste Energieform. Allerdings dürfte dies für die genannten Länder vermutlich weniger massgeblich sein.

Ich gehe davon aus, dass Abu Dhabi die KKW baut um seine enormen finanziellen Reserven inflationssicher anzulegen. Kernkraftwerke bedingen hohe Investitionen, haben jedoch die geringsten Betriebskosten. Sind die Baukosten bezahlt, winkt ein jahrzehntelanger stetiger Cash Flow. Eine ziemlich ideale Geldanlage. Für Saudi Arabien dürfte dies ähnlich sein.

Die Türkei sucht eine sichere, zuverlässige Energieversorgung unabhängig von den politischen Launen der potentiellen Gasversorger Russland und Iran.

Jordanien möchte seit Jahrzehnten ein KKW bauen um Meerwasser zu entsalzen und Strom zu gewinnen. Im Lande kann man die Wasserknappheit, Israel nutzt den grössten Teil des Jordan Wasser, sehr eindringlich sehen. Allerdings scheiterte dies in der Vergangenheit regelmässig an den knappen finanziellen Resourcen.

Vandale

Account gelöscht!

25.02.2012, 06:44 Uhr

Die Lehre aus Fukushima lautet nicht, komplette und panische Abkehr von der Kernkraft; sondern sie heißt, verschärfte Kriterien für die Standortwahl und die Sicherheitseinrichtungen anzusetzen.

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