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28.05.2011

10:34 Uhr

Neue Freiheit

Ägypten öffnet Grenze zum Gazastreifen

Für Palästinenser aus dem Gazastreifen hat sich am Samstag ein Tor ins Nachbarland Ägypten geöffnet. Mit Genehmigung der Innenbehörde in Gaza konnten sie den Grenzübergang in Rafah passieren.

Die neue Reisefreiheit nutzten bisher nur rund 240 Palästinenser. Quelle: dapd

Die neue Reisefreiheit nutzten bisher nur rund 240 Palästinenser.

RafahDie seit vier Jahren bestehende Blockade des Gazastreifens ist weiter gelockert worden. Ägypten öffnete am Samstag seinen Grenzübergang in Rafah für den Personenverkehr. Allerdings blieb der große Ansturm der 1,6 Millionen im Gazastreifen lebenden Palästinenser aus. Am ersten Tag der neuen Reisefreiheit passierten nur rund 240 Palästinenser in vier Bussen die Grenze.

Der Grund: Bislang musste jeder vor seiner Ausreise nach Ägypten auch eine Genehmigung der Innenbehörde in Gaza einholen. Die im Gazastreifen herrschende Hamas-Organisation will diese Bestimmung erst in der kommenden Woche aufheben.

Derzeit müssen alle Männer im Alter zwischen 18 und 40 Jahren aus Sicherheitsgründen vor Reiseantritt bei den ägyptischen Behörden eine Sondergenehmigung einholen. Zudem sollen täglich nicht mehr als etwa 300 Menschen den Grenzübergang passieren dürfen, hieß es von palästinensischer Seite. Am Samstag sollten aber etwa 900 Menschen abgefertigt werden, um das Warten auf eine Ausreise zu verkürzen.

In Israel wächst die Sorge, dass es nun einfacher für Aufständische wird, in den und aus dem Gazastreifen zu kommen. Dem israelischen Militär zufolge hatten Aufständische in der Nacht eine Mörsergranate aus dem Gazastreifen in den Süden Israels geworfen. Das israelische Militär habe nicht reagiert; Verletzte habe es nicht gegeben, hieß es.

Der Grenzübergang Rafah, der einzige nicht von Israel kontrollierte Kontrollposten zum Gazastreifen, war in den vergangenen Monaten nur eingeschränkt passierbar. Auch durften nur bestimmte Gruppen in das Nachbarland reisen, unter anderen Studenten, Geschäftsleute und Menschen, die zu einer medizinischen Behandlung nach Ägypten wollten. Oft war der Grenzübergang auch ganz geschlossen.

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