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15.09.2014

17:29 Uhr

Neue Gefechte

Angst vor Reaktorunglück in der Ost-Ukraine

VonDietmar Neuerer

Im Osten der Ukraine wird wieder gekämpft. Nur rund 200 Kilometer davon entfernt steht die größte Atomanlage Europas. Gegen einen Beschuss gibt es kaum Schutz. Wie kann Schlimmeres für das AKW verhindert werden?

Warnsymbol für Radioaktivität: Angst vor atomarem Zwischenfall in der Ukraine. dpa

Warnsymbol für Radioaktivität: Angst vor atomarem Zwischenfall in der Ukraine.

BerlinVor wenigen Wochen sorgte eine Einschätzung von Greenpeace für Aufsehen: Die Kämpfe in der Ost-Ukraine könnten ein Reaktorunglück auslösen, warnte die Experten damals. Mit der Vereinbarung eine Waffenruhe, die offiziell seit dem 5. September gilt, schien die Gefahr gebannt

Doch inzwischen ist der Waffenstillstand bereits mehrfach gebrochen worden. Die Nachrichtenagentur AP berichtet von folgenschweren Gewaltausbrüchen. In der Rebellenhochburg Donezk seien durch Beschuss sechs Menschen getötet und 15 weitere verletzt worden, zitiert die Agentur die Stadtverwaltung. Die Ukraine machte dafür die Separatisten verantwortlich.

Auch OSZE-Beobachter berichten von Kämpfen. Ihre Beobachter seien in Donezk selbst Zeugen von Granatexplosionen in nur etwa 200 Metern Entfernung geworden, teilte die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa mit. Der Sprecher des ukrainischen Sicherheitsrats, Andrej Lyssenko, sagte, die ukrainischen Kräfte hätten in den vergangenen Tagen keine Wohngegenden unter Beschuss genommen.

Die wichtigsten Daten der Krise in der Ukraine – Teil 1

21. November 2013

Die Regierung von Präsident Viktor Janukowitsch kündigt an, ein nahezu unterschriftsreifes Partnerschaftsabkommen mit der Europäischen Union auf Eis zu legen. Stattdessen sucht die Staatsführung den Schulterschluss mit Russland.

30. November

Die Kiewer Polizei geht mit brutaler Gewalt gegen Demonstranten vor. 35 Menschen werden festgenommen. Die Bilder von blutüberströmten Menschen heizen die Wut auf die Regierung an. Am 1. Dezember gehen rund 300.000 Menschen auf die Straßen. Es ist die größte Demonstration seit der Orangenen Revolution 2004.

17. Dezember

Russlands Präsident Wladimir Putin kündigt den Kauf von ukrainischen Staatsanleihen in Höhe von 15 Milliarden Dollar an und bietet Kiew überdies einen Preisnachlass für russisches Gas. Sowohl Putin als auch Janukowitsch beteuern, dass keine Bedingungen an das Angebot geknüpft seien. Zuvor hatte Russland die Ukraine umworben, einer von Moskau geführten Zollunion beizutreten.

16. Januar 2014

Das Demonstrationsrecht wird verschärft.

22. Januar

Mindestens drei Demonstranten sterben bei Zusammenstößen mit der Polizei. Zwei von ihnen werden erschossen, einer stirbt nach einem Sturz.

25. Januar

Die Opposition lehnt eine von Janukowitsch angebotene Regierungsbeteiligung ab. Am Folgetag weiten sich die Proteste in den Regionen aus.

28. Januar 2014

Opposition und Regierung einigen sich auf die Abschaffung der umstrittenen repressiven Gesetze vom 16. Januar und auf eine Amnestie für Demonstranten. 361 von insgesamt 412 registrierten Abgeordneten stimmten dafür. Außerdem reicht Regierungschef Nikolai Asarow seinen Rücktritt ein. Laut Artikel 115 der ukrainischen Verfassung zieht die Demission des Ministerpräsidenten den Rücktritt der gesamten Regierung in Kiew nach sich.

2. Februar

Mehr als 60.000 Menschen protestieren in Kiew. Die Opposition fordert eine internationale Vermittlung in dem Konflikt sowie westliche Finanzhilfen.

3. Februar

Der Westen prüft wirtschaftliche Hilfen für die Ukraine, knüpft diese aber an Reformen.

4. Februar

Die ukrainische Opposition fordert von Janukowitsch ein „Ende der Diktatur“.

5.-6. Februar

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton und die US-Europabeauftragte Victoria Nuland sind zu Vermittlungsbemühungen in Kiew.

7. Februar

Janukowitsch trifft sich am Rande der Olympischen Spiele in Sotschi mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin. Die Massenproteste in Kiew dauern an.

14. Februar

Die Staatsanwaltschaft gibt bekannt, dass alle 234 seit Dezember festgenommenen Demonstranten wieder frei sind.

16. Februar

Erneut versammeln sich Zehntausende zu Protesten auf dem Maidan. Die Opposition räumt nach wochenlanger Besetzung das Rathaus in Kiew und Verwaltungsgebäude in mehreren Provinzen.

17. Februar

Moskau kündigt an, noch in dieser Woche zwei Milliarden Dollar aus dem Hilfspaket an die Ukraine zu überweisen, nachdem es die Zahlungen nach Asarows Rücktritt eingestellt hatte.

18. Februar

Die Gewalt eskaliert erneut, es kommt zu tödlichen Zusammenstößen in Kiew. Die Regierung setzt den Demonstranten ein Ultimatum, bis zum frühen Abend ihre Proteste zu beenden. Die Oppositionellen besetzen erneut das Rathaus. Am Abend beginnen Sicherheitskräfte mit der gewaltsamen Räumung des Maidan.

19. Februar

Das Gesundheitsministerium in Kiew spricht von 25 Toten bei den jüngsten Zusammenstößen. Die EU erwägt Sanktionen gegen die Führung in Kiew.

Die Kämpfe rund um den von der Regierung gehaltenen Flughafen von Donezk führten dazu, dass viele Nachbarorte im Kreuzfeuer stehen. Am Wochenende hatte die Ukraine mitgeteilt, ihre Truppen hätten einen Angriff von 200 Rebellen zurückgeschlagen. Am Sonntag waren zwei Gegenden im Norden von Donezk stark beschossen worden.
Nur rund 200 Kilometer von der Kampfzone entfernt stehen die sechs Reaktorblöcke der Nuklearanlage Saporischschja. Sie gilt als größte Atomanlage Europas. Gegen einen direkten Beschuss sind die Reaktoren aus Expertensicht kaum geschützt.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

15.09.2014, 14:14 Uhr

Die Grünen Angstmärchen Erzähler sind mal wieder unterwegs. Das Kernkraft wird weder heute noch morgen beschossen. Reine Anti-Kernkraft Angstpropganda der Öko-Sozialisten! Ein Kernkraftwerk in die Luft zu schießen ist so etwas unsinniges, dass dies nur den Grünen Schlümpfe in EU-Deutschland einfallen kann!

Herr Peter Kock

15.09.2014, 14:48 Uhr

Die Angst ist berechtigt ! Aber über 50 Jahre haben Frankreich und England ihre Atomreste in Fässern gelagert und im Ärmelkanal versenkt. Durch die Strömung haben die Fässer sich weit verteilt und rosten vor sich hin.... aber der Gesetzgeber hat dann richtig hingelangt und das Versenken der Fässer verboten !!!! Seitdem werden keine Fässer mehr versenkt sondern es wird direkt eingeleitet !!!!!! Läßt sich schön googeln und nachlesen für die Ungäubigen.

Account gelöscht!

15.09.2014, 15:17 Uhr

@Peter Kock
Dann googeln Sie auch mal danach, wieviel Uran von der Natur aus in unseren Meeren vorhanden ist. Oder im Schwarzwald oder an manchen naturbelassen Stränden dieser Welt. Sie werden staunen und erfahren, dass wir auf natürlich Art und Weise von Uran umgeben sind. Und der Erdkern ist ein einziges Kernkraftwerk. Auch die Sonne schickt uns rund um die Uhr Atomare Strahlung in Form von Sonnenstrahlen. Die Sonne ist ein einziger Kernsusions Reaktor.

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