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01.08.2014

13:01 Uhr

Neue Gefechte

Feuerpause im Gazastreifen gebrochen

Die vereinbarte Waffenruhe zwischen Israel und Palästinensern scheint schon wieder Makulatur. Beide Seiten melden Verstöße. Eigentlich wollen sie in Kairo über einen dauerhaften Frieden verhandeln.

Feuerpause hielt nur drei Stunden

Waffenruhe im Gazastreifen gescheitert

Feuerpause hielt nur drei Stunden: Waffenruhe im Gazastreifen gescheitert

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New York/Gaza-StadtDie für den Gazastreifen am Freitagmorgen in Kraft getretene dreitägige Waffenruhe ist gescheitert. Dies erklärte das israelische Militär. Nach palästinensischen Medienberichten wurden am Freitag im Süden des Gazastreifen mindestens vier Menschen getötet. In israelischen Grenzorten heulten wieder die Warnsirenen.

Israel habe den UN-Vermittler Robert Serry über das Scheitern der Feuerpause in Kenntnis gesetzt, berichteten israelische Medien am Freitagmittag. Zuvor waren im südlichen Gazastreifen heftige Kämpfe zwischen israelischen Truppen und militanten Palästinensern aufgeflammt. Israel befürchtet, dass militante Palästinenser am Freitag einen israelischen Soldaten im Gazastreifen verschleppt haben könnten. Eine Armeesprecherin bestätigte, diese Sorge bestehe. Beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig, die Waffenruhe gebrochen zu haben.

Israelische Bodeneinsätze im Gazastreifen

Juni 2006

Die Armee startet eine Bodenoffensive zur Befreiung des kurz zuvor entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit. Die Aktion trägt den Namen „Sommerregen“: Truppen dringen in den südlichen Gazastreifen ein, bombardieren unter anderem Brücken und ein Elektrizitätswerk. Die Lage im Nahen Osten insgesamt verschärft sich in der Folgezeit. Im Juli kommt es zum Libanon-Krieg. Schalit ist erst im Oktober 2011 wieder frei - im Gegenzug werden mehrere hundert palästinensische Gefangene ausgetauscht.

November 2006

Das Militär geht mit Luftangriffen und Bodentruppen gegen militante Gruppen vor, die Israel mit Raketen beschießen. Zu schweren Auseinandersetzungen kommt es vor allem in Beit Hanun im nördlichen Gazastreifen. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ruft den UN-Sicherheitsrat zum sofortigen Eingreifen auf. Bis zum Ende der sechstägigen Operation werden nach Angaben der israelischen Streitkräfte 60 radikale Palästinenser getötet.

Januar 2009

Nach Luftangriffen auf Hamas-Einrichtungen vom Dezember beginnt Israel die Bodenoffensive. Ziel der Operation „Gegossenes Blei“ ist es, den Raketenbeschuss von Grenzorten aus dem Gazastreifen zu unterbinden. Vom 27. Dezember bis zum 3. Januar schlagen mehr als 450 Raketen auf israelischem Boden ein. Am 18. Januar tritt eine temporäre Waffenruhe in Kraft. Bis dahin sterben palästinensischen Quellen zufolge mindestens 1310 Palästinenser. Israel meldet zehn getötete Soldaten und drei getötete Zivilisten.

Wie Aschraf al-Kidra, der Sprecher des palästinensischen Gesundheitsministeriums, mitteilte, wurden bei neuen israelischen Angriffen 35 Palästinenser getötet und mehr als 100 verletzt. Militante aus dem Gazastreifen feuerten mindestens acht Geschosse auf Israel ab. Drei wurden von der Raketenabwehr abgefangen, die anderen landeten auf freiem Feld.

Das israelische Militär erklärte, lediglich auf Angriffe der militant-islamischen Hamas reagiert zu haben. Hamas-Medien behaupteten wiederum, Israel habe die Waffenruhe gebrochen.

In den Mittagsstunden warfen israelische Flugzeuge über dem Mittelmeergebiet Flugblätter ab, in denen die Bevölkerung vor neuen israelischen Angriffen gewarnt wurde.

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