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19.06.2013

14:45 Uhr

Neue Gespräche

China bemüht sich um Nordkorea

Nach wilden Kriegsdrohungen signalisiert Nordkorea plötzlich wieder Gesprächsbereitschaft. Was dahinter steckt, will China herausfinden. Präsident Xi spricht auch mit UN-Generalsekretär Ban über Nordkorea.

Präsident Xi Jinping spricht mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon (links) über Nordkorea „Charmeoffensive“. AFP

Präsident Xi Jinping spricht mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon (links) über Nordkorea „Charmeoffensive“.

PekingChina macht einen neuen Anlauf zum Abbau der Spannungen mit Nordkorea. Während die Vizeaußenminister beider Länder am Donnerstag in Peking erstmals wieder zu einem „strategischen Dialog“ zusammenkamen, beriet Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon über die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel.

Außerdem sprachen beide auch den Syrienkrieg an. Dazu wurden jedoch keine Details bekannt.

Die neuen Gespräche mit Nordkorea gehören zur „Charmeoffensive“ des Regimes in Pjöngjang, das nach wochenlangen Kriegsdrohungen überraschend wieder Dialogbereitschaft signalisiert. Außer mit China und Südkorea will Nordkorea auch mit den USA sprechen, doch gibt es Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Gesprächsangebote. In dem Treffen der Vizeaußenminister will China daher ausloten, ob tatsächlich eine neue Haltung Pjöngjangs erkennbar ist.

Nordkoreas Verbündete

China

Die Volksrepublik ist mit Abstand Nordkoreas größter Exportpartner. Nicht in den Statistiken tauchen umfangreiche Nahrungsmittel- und Energiehilfen auf. Peking hat mehr Einfluss auf Pjöngjang als jeder andere Staat. Allerdings hat auch China Nordkoreas dritten Atomtest verurteilt und den jüngsten Sanktionen des UN-Sicherheitsrats zugestimmt - das zeigt die Verärgerung über den jungen Machthaber Kim Jong Un.

Als Gastgeber organisierte Peking mehrere Runden der Sechs-Parteien-Gespräche zwischen Nordkorea, China, den USA, Südkorea, Japan und Russland. Für ein Ende des Atomwaffenprogramms standen diplomatische Zugeständnisse und Wirtschaftshilfen in Aussicht. Doch Nordkorea ließ die Verhandlungen 2009 platzen und setzt bis heute allein auf Konfrontation.

Iran

Nordkorea ist seit Jahren ein wichtiger Waffenlieferant für Teheran. Nach Angaben der Vereinten Nationen exportierte Pjöngjang auch für Atom-Sprengköpfe geeignete Raketen in den Iran. 2012 vereinbarten das Mullah-Regime und die kommunistische Diktatur eine noch engere Zusammenarbeit. Zu diesem Zweck unterzeichneten Vertreter beider Länder mehrere Kooperationsabkommen im Technologiebereich. Konkret geht es um Energie, Umwelt, Landwirtschaft und Lebensmittel, eine engere Zusammenarbeit bei der Forschung sowie um Austauschprogramme für Studenten.

Russland

Pjöngjang steht in Moskau noch aus sowjetischer Zeit mit rund elf Milliarden US-Dollar in der Kreide. Das Verhältnis der einst engen Verbündeten hat sich in den vergangenen Jahren deutlich abgekühlt. Noch im Sommer 2011 wollten der damalige Kremlchef Dmitri Medwedew und der bereits von Krankheit geschwächte nordkoreanische Machthaber Kim Jong Il neuen Schwung in die Beziehungen bringen. Sie kündeten zahlreiche gemeinsame Projekte an, doch blieb es meist bei Absichtserklärungen. So scheiterte auch der Bau einer Pipeline, die russisches Erdgas über nordkoreanisches Gebiet nach Südkorea transportieren sollte.

Kuba

Nordkorea und Kuba kooperieren unter anderem in den Bereichen Energie, Landwirtschaft und Biotechnologie. Seit 1960 gibt es diplomatische Beziehungen zwischen Havanna und Pjöngjang. Auf den Tod des „Genossen Kim Jong Il“ im Dezember 2011 reagierte Kubas Regierung mit einer dreitägigen Staatstrauer.

Der langjährige nordkoreanische Atomunterhändler und Vizeaußenminister Kim Kye Gwan wurde dazu in der chinesischen Hauptstadt von Chinas Vizeaußenminister Zhang Yseui empfangen. China sucht eine Wiederaufnahme der seit 2009 eingefrorenen Sechs-Parteien-Gespräche zur Beendigung des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms, an denen auch die USA, Russland, Südkorea und Japan teilgenommen hatten.

Der Atomstreit mit Nordkorea hatte sich seit dessen Atomtest im Februar zugespitzt. Selbst der traditionelle Verbündete China reagierte zunehmend gereizt auf den jungen Machthaber Kim Jong Un. Doch war diesen Monat aus Diplomatenkreisen in Peking bekanntgeworden, dass China derzeit wieder Wirtschaftsverträge mit Nordkorea vorbereiten soll. Wie es hieß, könnte Nordkorea auf eine Einladung des Machthabers Kim Jong Un nach Peking spekulieren.

Von

dpa

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