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05.05.2012

03:08 Uhr

Neue Gewalt

UN-Syrien-Mission soll aufgestockt werden

Die UN will 25 weitere Blauhelme nach Syrien schicken. Dies wurde bekannt nachdem die Gewalt in Syrien neu aufgeflammt ist. Sicherheitskräfte schossen auf Tausende Demonstranten.

Dieser Ausschnitt aus einem Amateurvideo wurde vom Shaam News Network veröffentlicht und zeigt angeblich die Demonstration vom vierten Mai. dapd

Dieser Ausschnitt aus einem Amateurvideo wurde vom Shaam News Network veröffentlicht und zeigt angeblich die Demonstration vom vierten Mai.

New YorkBis Sonntag soll die UN-Beobachtermission weiter aufgestockt werden. Der Chef der UN-Blauhelmeinsätze, Hervé Ladsous, sagte am Freitag vor einem Treffen des Sicherheitsrates über globale Anti-Terror-Strategien, derzeit befänden sich 40 Beobachter vor Ort, die bis Sonntag um 25 verstärkt würden. In Aleppo eröffneten Sicherheitskräfte am Freitag das Feuer auf Tausende Demonstranten. Dabei kam ein Teenager ums Leben.

Deutschland will die UN-Beobachtermission in Syrien logistisch unterstützen und hält trotz der jüngsten Rückschläge am Friedensplan des Sondergesandten Kofi Annan fest. "Es gibt keine Garantie, dass der Kofi-Annan-Plan gelingt", räumte Außenminister Guido Westerwelle am Freitag vor einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York ein. Das Vorhaben müsse aber eine Chance bekommen.

Am Rande der Sitzung wollte sich der FDP-Politiker mit dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon, zusammensetzen und über die Lage in Syrien beraten. Westerwelle sagte, er wolle ausloten, wie Deutschland die UN-Beobachtermission in dem Land materiell und logistisch unterstützen könne. Westerwelle betonte, er setze weiter auf eine politische Lösung des Konflikts. Ein Flächenbrand in der Region müsse unbedingt vermieden werden.

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Annans Friedensplan sieht unter anderem eine Waffenruhe, politische Gespräche und Zugang für humanitäre Hilfe vor. Die Waffenruhe wurde aber bereits wiederholt verletzt. Ein Sprecher Annans sagte am Freitag in Genf, die Umsetzung des Planes sei trotz der Verstöße auf gutem Wege. Die US-Regierung hatte sich dagegen zuletzt desillusioniert gezeigt und sich pessimistisch zu den Chancen des Friedensplans geäußert.

Unterdessen ging die Gewalt in Aleppo weiter. Bei Protesten gegen die Erstürmung der Universität der Stadt am Vortag durch syrische Truppen töteten Sicherheitskräfte laut Angaben eines Aktivisten einen 16-jährigen Jugendlichen und verletzten 30 Menschen. Auch in Hama, Homs, Daraa und um die Hauptstadt Damaskus gingen am Freitag wieder Tausende Menschen auf die Straße, um gegen die Regierung von Präsident Baschar Assad zu protestieren.

Dem in London ansässigen Syrischen Observatorium für Menschenrechte zufolge kam in einem Vorort von Damaskus ein Mensch ums Leben, als Sicherheitskräfte das Feuer auf Demonstranten eröffneten.

Aleppo, die größte Stadt Syriens und wichtige Wirtschaftsmetropole des Landes, war bisher von Gewalt weitgehend verschont geblieben. Die Bevölkerung der Stadt hat mehrheitlich Assad die Treue gehalten, nur die Universitätsstudenten - viele von ihnen aus Unruheregionen wie der nördlichen Provinz Idlib - haben fast täglich gegen das Regime protestiert.

Nach Angaben eines Aktivisten gab es auch in der Vergangenheit Angriffe, jener in der Nacht auf Donnerstag sei aber der bisher gewaltsamste gewesen. Bei der Erstürmung der Universität kamen vier Studenten ums Leben.

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