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03.06.2011

20:42 Uhr

Neue Hilfen freigegeben

„Es wird keinen Zahlungsausfall Griechenlands geben“

In der Schuldenkrise haben die Griechen Zeit gewonnen. Wieder einmal lassen EU und IWF Athen nicht hängen. Nun muss das Land drakonische Einsparungen umzusetzen. Ob das am Ende zur Rettung ausreicht, ist ungewiss.

Juncker (re.) und Papandreou in Luxemburg. Quelle: dapd

Juncker (re.) und Papandreou in Luxemburg.

Brüssel/Athen/LuxemburgGriechenland steht vor weiteren Milliarden-Hilfen von EU und IWF und hat eine Staatspleite damit zumindest kurzfristig abgewendet. "Es ist klar, dass Griechenland nicht aus der Euro-Zone austritt. Es wird keinen Zahlungsausfall geben und das Land wird seinen Verpflichtungen komplett nachkommen können", sagte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker am Freitag. Zuvor hatte die Troika aus EU, IWF und EZB Griechenland die Zahlung der nächsten Kredit-Tranche von zwölf Milliarden Euro für Anfang Juli in Aussicht gestellt.

Zudem sagte Juncker, er erwarte, dass die europäischen Partner Griechenland noch zusätzliche Hilfe gewähren. Details dazu nannte er zwar nicht, zuvor war aber von einer Lücke von 65 Milliarden Euro im griechischen Haushalt die Rede. Sie entsteht, weil sich das Land anders als bisher geplant 2012 noch nicht wieder Geld am freien Kapitalmarkt besorgen kann. Dem Euro gaben die Nachrichten Auftrieb, die Aktienmärkte legten zu.

In den vergangenen Tagen hatte es Spekulationen gegen, der Troika-Bericht könne negativ ausfallen und Griechenland die nächste Tranche nicht bekommen. Das vom Finanzmarkt abgeschnittene Land wird derzeit von seinen Euro-Partnern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) mit einem Kredit-Paket über 110 Milliarden Euro gestützt. Die Regierung in Athen hatte ursprünglich erklärt, wenn der nächste Abschlag von zwölf Milliarden Euro nicht bis Mitte Juni ausbezahlt werde, könne das Land seinen Zahlungen nicht nachkommen. Zuletzt hatte es aber geheißen, auch eine Zahlung bis Anfang Juli werde ausreichen.

Der Vorsitzende der Gruppe der Euro-Finanzminister, Juncker, sagte nach einem Gespräch mit dem griechischen Regierungschef Giorgos Papandreou, zusätzliche Finanzhilfen an Athen seien an strikte Bedingungen geknüpft. "Diese Bedingtheit wird eine freiwillige Einbeziehung des privaten Sektors einschließen", sagte er. Deutschland plädiert ganz entschieden für eine solche Beteiligung der Banken. Für ein neues Hilfspaket behalten sich in manchen Ländern allerdings die Regierungschefs das letzte Wort vor, in anderen - etwa in Deutschland - muss das Parlament zustimmen.

Kommentare (74)

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Nordwind

03.06.2011, 16:20 Uhr

Diese Politclowns werden immer lustiger.Überzeugend ist hier nur der Umgang der Griechen mit ihren eigenen Politikern.Hiervon kann Europa lernen.

WeichgespueltePresse

03.06.2011, 16:22 Uhr

Die Überschrift müßte wohl eher heißen:

"Die Griechen können Geldgeber nicht überzeugen - bekommen aber trotzdem Geld"

Zu dem Thema erübrigt sich jeglicher (weitere) Kommentar.

Querdenker

03.06.2011, 16:26 Uhr

Wie viele Bluttransfusionen wollen wir den Griechen noch verpassen? Spielen die Europäer mit Griechenland etwa Monopoly? Monopoly macht wirklich großen Spaß aber bei den Griechen hört der Spaß langsam auf. Wenn ich bei Monopoly Hotels, Bahnhöfe, Häuser und Straßen verkaufen muss, bin ich pleite!!!

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