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21.06.2012

19:02 Uhr

Neue Hilsfkredite

Zypern sucht erneut Hilfe bei Russland

Das stark angeschlagene EU-Land Zypern will sich erneut Geld von Russland leihen. Die Zeit drängt: Bis zum Ende des Monats muss Zypern eine Kapitallücke bei der zweitgrößten Bank des Landes schließen.

Zyperns Präsident Dimitris Christofias soll die Gespräche mit Russland persönlich leiten. Auf EU-Hilfen will Zypern nicht zurückgreifen. dapd

Zyperns Präsident Dimitris Christofias soll die Gespräche mit Russland persönlich leiten. Auf EU-Hilfen will Zypern nicht zurückgreifen.

NikosiaDas hoch verschuldete Zypern will sich offenbar erneut Geld von Russland leihen. Das Land habe einen bilateralen Hilfskredit beantragt, hieß es am Donnerstag aus hochrangigen zypriotischen Kreisen. „Es wurde in politischen Gesprächen ein Vorstoß gemacht und wir warten auf eine Antwort", sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Zuvor hatte der stellvertretende russische Finanzminister Sergej Storchak erklärt, ein formaler Antrag auf Hilfe sei nicht gestellt worden. Später hieß es, jede Anfrage werde geprüft.

Erst voriges Jahr hatte sich Zypern 2,5 Milliarden Euro von Russland geliehen. Das Land leidet unter einem angeschlagenen Bankensektor. Bis zum 30. Juni muss Zypern allerdings erneut eine Kapitallücke von 1,8 Milliarden Euro bei dem landesweit zweitgrößten Geldhaus Cyprus Popular Bank schließen. Insgesamt dürfte der Bedarf aber weit größer sein. Zypriotische Regierungsvertreter gaben zuletzt an, mit Russland über einen Kredit über vier bis fünf Milliarden Euro zu verhandeln. Das Mittelmeerland steckt tief in der Rezession und leidet unter dem großen Engagement seiner Banken im überschuldeten Griechenland.

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Experten halten es für folgerichtig, dass Zypern zuerst bei den Russen und nicht den Euro-Partnern die Hand aufhält. Hunderte russische Unternehmen und Banken sind auf der Insel zu Hause und profitieren von einer extrem niedrigen Körperschaftssteuer. Mit einem Satz von zehn Prozent verlangt in der EU niemand weniger.

„Die Russen haben ein starkes Interesse daran, dass in Zypern alles so bleibt: Ein schöner Ort für russische Geschäftsleute, um Geld anzulegen und niedrige Steuern zu zahlen", sagt Hubert Faustmann, Politikprofessor an der Universität Nikosia. Nach Berichten lokaler Medien steuert Präsident Dimitris Christofias die Gespräche mit den Russen persönlich. Den nötigen Hintergrund hat er: Nach seinem Studium in Moskau spricht der einzige kommunistische Staatschef in der EU fließend Russisch.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Iason

21.06.2012, 21:02 Uhr

Griechenland sollte seinen zypriotischen Brüdern folgen und ggf. aus dem Euro und der EU austreten

Marion

22.06.2012, 06:53 Uhr

so einfach ist das...

Zyprer sind nicht die Brüder Griechenlands, sie sprechen in der Republik Zypern zwar ein abgewandeltes Griechisch werden aber in ein paar Jahren durch Gasförderung und Verkäufe Milliarden einnehmen. So eine Perle braucht der Club, denn Norwegen zählt ja nicht dazu. Über diese Vorkommen wird in der dt. Presse leider kaum berichtet.

Wenn alle austreten steht Deutschlands Demographie irgendwann alleine da. ;-)

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