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19.09.2012

11:43 Uhr

Neue Mohammed-Karikaturen

Frankreich schließt Botschaften in muslimischen Ländern

Die neuen Mohammed-Karikaturen haben immer größere Auswirkungen. Am Freitag werden in muslimischen Ländern aus Angst vor Ausschreitungen nach den Freitagsgebeten die französischen Botschaften geschlossen.

Paris/RiadAus Angst vor gewaltsamen Angriffen wegen der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in Frankreich werden am Freitag die französischen Botschaften und Schulen in rund 20 Ländern geschlossen. Das teilte das Außenministerium in Paris am Mittwoch mit. Befürchtet werden offenbar Ausschreitungen nach den Freitagsgebeten in muslimischen Ländern.

Das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ hatte trotz der blutigen Proteste gegen ein islamfeindliches Schmäh-Video neue Karikaturen des Propheten Mohammed veröffentlicht. Kritiker befürchten als Reaktion neue Gewalttaten radikaler Islamisten. Am Mittwochmorgen war bereits der Internetauftritt der Zeitschrift nicht mehr erreichbar. Zunächst war unklar, ob die Website von religiös motivierten Hackern lahmgelegt wurde.

Für strenggläubige Muslime sind Filme oder Karikaturen anstößig, die den Propheten Mohammed als Person zeigen. Dies ist nach ihrer Glaubensauffassung verboten. Mohammed-Karikaturen hatten schon mehrfach gewaltsame Proteste in der islamischen Welt ausgelöst. Anfang 2006 kamen dabei mehr als 150 Menschen ums Leben. Auslöser waren Karikaturen in der dänischen Zeitung „Jyllands-Posten“.

Der Chefredakteur der französischen Satirezeitschrift "Charlie Hebdo", nur bekannt als "Charb", präsentiert die neue Ausgabe mit der umstrittenen Karikatur auf dem Cover. AFP

Der Chefredakteur der französischen Satirezeitschrift "Charlie Hebdo", nur bekannt als "Charb", präsentiert die neue Ausgabe mit der umstrittenen Karikatur auf dem Cover.

Das Magazin „Charlie Hebdo“ hatte die Veröffentlichung der Karikaturen bereits im Vorfeld verteidigt und auf die Pressefreiheit verwiesen. Sie seien nicht provozierender als gewöhnlich, sagte der verantwortliche Redakteur Stéphane Charbonnier am Dienstag. Die Zeichnungen in der aktuellen Mittwochausgabe würden nur diejenigen schockieren, die schockiert sein wollten.

Nach der Veröffentlichung neuer Mohammed-Karikaturen in einem Pariser Satire-Magazin verschärft Frankreich die Sicherheitsvorkehrungen an Botschaften und Konsulaten. Überall dort, wo die Zeichnungen zu Problemen führen könnten, seien besondere Vorkehrungen angeordnet worden, sagte Außenminister Laurent Fabius am Mittwoch dem Radiosender France Info. Mit den Karikaturen habe das Magazin Öl ins Feuer gegossen.

Aus Angst vor Ausschreitungen hat die französische Regierung eine in Paris geplante Demonstration gegen das islamfeindliche Mohammed-Video verboten. Es gebe keinen Grund, Konflikte zuzulassen, die mit dem eigenen Land nichts zu tun hätten, erklärte Premierminister Jean-Marc Ayrault am Mittwoch in einem Interview des Radiosenders RTL. Der eingereichte Protestantrag für diesen Samstag werde zurückgewiesen.

Seit einer Woche gibt es in der arabisch-islamischen Welt massive Proteste gegen ein in den USA produziertes Schmäh-Video über den Propheten. Das Terrornetz Al-Kaida hat dazu aufgerufen, US-Botschaften zu stürmen und Diplomaten zu töten. Bei Angriffen starben bereits etliche Menschen, unter ihnen der US-Botschafter in Libyen.

Kommentare (23)

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Edelzwicker

19.09.2012, 11:57 Uhr

Es kann nicht sein, dass die massenhafte Ermordung von Christen in muslimischen Ländern ohne jede angemessene Resonanz bleibt, während ein kleines Filmchen, das den Propheten in wahrscheinlich nicht einmal unrealistischen Beziehungen darstellt, so einen Mordsterz verursacht, und uns sogar von muslimischen Verbänden in Deutschland Straßenschlachten angedroht werden, sollten wir diesen Film nicht verbieten - und natürlich auch später keine musl. Befindlichkeiten zu stören haben!

Account gelöscht!

19.09.2012, 12:10 Uhr

"Es kann nicht sein, dass die massenhafte Ermordung von Christen" ---> Dafür hätte ich gerne einen Beleg.

"in muslimischen Ländern ohne jede angemessene Resonanz bleibt," ---> Dafür auch.

"das den Propheten in wahrscheinlich nicht einmal unrealistischen Beziehungen darstellt," ---> Ist ihre Meinung, aber Blödsinn.

"uns sogar von muslimischen Verbänden in Deutschland Straßenschlachten angedroht werden" ---> Welche Verbände haben das getan? Namen, bitte.

Weichspueler

19.09.2012, 12:18 Uhr

Mut finde man in Deutschland nicht. Weder vor 80 Jahren noch heute. Der deutsche Michel ist träge und dumm. Und unsere Politker machen es vor. Der Innenminister denkt darüber nach die Grundrechte der Bürger einzuschränken, weil er befürchtet, dass friedliebende kulturbereichernde Moslems mit Mord, Plünderung und Brandschatzung ihren Willen bilden.
Dieses Land gehört tatsächlich abgeschafft,wenn es soweit kommt. Aber vom Politpöbel bekommt man zu hören, dass man diese Rechte in Afghanistan verteidigen muss.

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