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17.12.2013

23:48 Uhr

Neue Regeln

EU verstärkt Sparer-Schutz bei Bankenpleiten

Mehr Pflichten für Aktionäre und Gläubiger, mehr Schutz für Sparer. EU-Unterhändler stellten neue Regeln für eine nächste Finanzkrise auf. Die neue Sicherheit soll auch „Banken-Runs“ verhindern.

Wenn Banken in Schieflage geraten, sollen Sparer schneller an ihr Erspartes kommen. dpa

Wenn Banken in Schieflage geraten, sollen Sparer schneller an ihr Erspartes kommen.

BrüsselDie EU will Spareinlagen von Privatleuten bei Bankenpleiten besser schützen. Auf Details der neuen Regelungen einigten sich Unterhändler von EU-Staaten, Europaparlament und EU-Kommission am späten Dienstagabend in Brüssel, wie die litauische EU-Ratspräsidentschaft mitteilte.

So sollen Bankkunden zum Beispiel im Krisenfall schneller als bisher auf ihr Erspartes zurückgreifen können. Die Volksvertreter und die Staaten müssen den Kompromiss noch formal billigen. Mit den neuen Regeln zieht die EU eine weitere Lehre aus der Finanzkrise.

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In Brüssel sind die Marathonverhandlungen zu einer EU-Bankenunion gut angelaufen. „Wir sind ein gutes Stück vorangekommen“, sagte Finanzminister Schäuble. EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn ist deutlich euphorischer.

„Die Guthaben werden zukünftig einheitlich geschützt, Sparbücher und Girokonten dadurch europaweit krisenfester“, sagte der Verhandlungsführer des Parlaments, der SPD-Politiker Peter Simon. „Bei Bankenrettungen sind Einlagen unter 100.000 Euro ohne Wenn und Aber tabu.“

Die Banken in der EU müssen den neuen Regelungen zufolge nationale Vorsorgefonds aufbauen. Je höhere Risiken ein Finanzinstitut eingeht, desto höher sind auch die fälligen Beiträge. „Das ist ein historischer Tag und ein wichtiger Erfolg für den Sparerschutz in ganz Europa“, sagte Simon. Damit werde der Steuerzahler „noch weiter aus der Schusslinie“ genommen, wenn es darum gehe, die Kosten für Bankenpleiten zu schultern. EU-Staaten und das Europaparlament müssen die Einigung noch bestätigen.

Mit den Auflagen will die EU auch verhindern, dass es zu „Banken-Runs“ kommt, bei denen Kunden angeschlagener Institute panisch ihr Geld abheben - und die Geldhäuser in noch größere Bedrängnis bringen.

Um die Kunden abzusichern, sollen die Banken künftig Geld in spezielle Notfall-Fonds einzahlen. Die Größe der Fonds muss laut Kompromiss mindestens 0,8 Prozent der abgesicherten Einlagen entsprechen, teilte die Ratspräsidentschaft mit. Die EU-Staaten hatten einen laxeren Wert von 0,5 Prozent gefordert, das Europaparlament 1,5 Prozent. In Deutschland gibt es solch einen Krisenfonds bereits.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

18.12.2013, 09:03 Uhr

Vertrauen gut, Kontrolle besser. Siehe Zypern

Account gelöscht!

18.12.2013, 09:33 Uhr

„Die Guthaben werden zukünftig einheitlich geschützt, Sparbücher und Girokonten dadurch europaweit krisenfester“, sagte der Verhandlungsführer des Parlaments, der SPD-Politiker Peter Simon. „Bei Bankenrettungen sind Einlagen unter 100.000 Euro ohne Wenn und Aber tabu.“


Für mich stellt sich die Frage, welchen Wert diese Aussage im Ernstfall noch hat.
Was ist mit Festgeld, Altersvorsorge etc.
Warum tue ich mich so schwer, deutschen Politiker - Versprechen so wenig Glauben zu schenken.


Schönen Tag noch.

r-tiroch@t-online.de

18.12.2013, 14:47 Uhr

die EU verstärkt was für Sparer??? ja warum haben die dann mit Wirkung August 2013 gesetze zur zwangsenteignung aller Sparer gültig werden lassen?

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