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29.06.2014

09:17 Uhr

Neue Schlachtfelder

Israels Cyber-Kämpfer auf dem Vormarsch

Ob die Abwehr von Hackern oder die Entwicklung von Sabotagewürmern: Der Krieg der Zukunft findet zum Großteil in der Cyber-Welt statt. Israel investiert massiv in die Ausbildung seiner Kämpfer in der virtuellen Welt.

Neuer Kriegsschauplatz: Israel bereitet seine Experten von Kindesbeinen an darauf vor. dpa

Neuer Kriegsschauplatz: Israel bereitet seine Experten von Kindesbeinen an darauf vor.

Tel Aviv/BeerschevaMaria will Cyber-Kämpferin in der israelischen Armee werden. Die rothaarige 16-Jährige nimmt schon seit zwei Jahren an einem Programm teil, das bereits Schüler auf den Kampf in der virtuellen Welt des Internets vorbereitet. „Es ist wirklich sehr interessant, was wir dabei lernen“, schwärmt die Elftklässlerin.

Maria ist zu einer Konferenz an der Universität Beerscheva in der Negev-Wüste gekommen, auf der weitere Schülerinnen für das Programm rekrutiert werden sollen. Denn bisher ist der Anteil der Mädchen mit etwa 15 Prozent immer noch sehr gering. „Dieser Bereich gilt immer noch als sehr männlich, wenig sozial, viele Frauen schreckt das ab“, erklärt Majorin Raya, die im Süden des Landes für das Programm „Magschimim“ (Traumerfüller) zuständig ist.

Israel

Einwohner

7,8 Millionen

Staatsform

parlamentarische Republik

Staatschef

Schimon Peres

Besonderheiten

Die gefühlte Bedrohung durch den Iran beherrscht die politische Agenda.

Der Krieg in der virtuellen Welt ist in Nahost schon voll in Gange. Israel hat immer wieder mit massiven Hacker-Angriffen vor allem auf Regierungswebseiten zu kämpfen. Auf der anderen Seite war Israel gemeinsam mit den USA als einer der möglichen Schöpfer des Computerwurms Stuxnet genannt worden, der iranische Atomanlagen sabotierte.

Israels Erzfeind Iran entwickele sich in den letzten Jahren zu „einem der aktivsten Spieler in der Arena des internationalen Cyber-Kriegs“, schrieben Forscher vom Institut für nationale Sicherheitsstudien (INSS) an der Universität Tel Aviv. Vor diesem Hintergrund investiert Israel immer mehr in die Ausbildung künftiger Cyber-Kämpfer und geht mit diesem Ziel schon an die Schulen.

Oberstleutnant Sagi arbeitet für den israelischen Militärgeheimdienst und ist dort für die Bildung im Cyber-Bereich zuständig. „Cyber ist heute eine der wichtigsten Prioritäten der israelischen Armee“, erklärt er bei einem Gespräch in der Kiria, dem Militärhauptquartier in Tel Aviv. Auf die Frage, ob die zuständige Abteilung im Militärgeheimdienst wächst, antwortet er: „Ganz klar ja, hundertprozentig ja.“ Es gebe einen enormen Anstieg der Rekrutenzahl in diesem Bereich.

„Soweit ich weiß, ist Israel eines der ersten Länder der Welt, das Cyber-Sicherheitsstudien schon in der Schule unterrichtet“, sagt er. Auf dem Schlachtfeld der Zukunft komme es immer weniger auf Muskelkraft, sondern vor allem auf intellektuelle Fähigkeiten an.

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