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01.01.2008

09:55 Uhr

Neue Spekulationen über Bhutto-Anschlag

Parlamentswahl in Pakistan wird verschoben

Nach langem Zögern nun die Entscheidung: Angesichts des Mordes an Oppositionsführerin Benazir Bhutto wird die Parlamentswahl in Pakistan nach Angaben der Wahlkommission verschoben. Indes mehren sich neue Spekulationen über die Hintergründe des Anschlags auf Bhutto. Ein Video lässt Zweifel an der Regierungsversion über den Tathergang aufkommen.

Anhänger der ermordeten Oppositionsführerin Bhutto beten für deren Seele. Foto: dpa dpa

Anhänger der ermordeten Oppositionsführerin Bhutto beten für deren Seele. Foto: dpa

HB ISLAMABAD. Ein neuer Termin für die ursprünglich in einer Woche geplante Wahl in Pakistan soll an diesem Mittwoch bekanntgegeben werden, sagte der Sekretär der Wahlkommission, Kanwar Dilshad, in Islamabad. „Unter den gegenwärtigen Umständen ist es unmöglich, die Wahlen abzuhalten“, sagte der Dilshad. Zunächst war spekuliert worden, dass die Kommission schon am Neujahrstag einen neuen Wahltermin in der letzten Februarwoche bekanntgeben wird.

Bhutto war am vergangenen Donnerstag bei einem Anschlag am Ende einer Wahlkundgebung tödlich verletzt worden. Bei anschließenden Krawallen waren auch zahlreiche Wahlbüros verwüstet und Wahlunterlagen vernichtet worden. Provinzregierungen und regionale Wahlkommissionen waren am Montag aufgefordert worden, die Kommission über die Situation in den verschiedenen Landesteilen zu unterrichten.

Am Sonntag war Bhuttos Sohn, der 19-jährige Bilawal Bhutto Zardari, zum neuen Parteichef gewählt worden. Für die täglichen Amtsgeschäfte bleibt jedoch sein Vater zuständig, bis er sein Studium in England beendet hat. Zudem müssen Kandidaten für ein offizielles politisches Amt in Pakistan mindestens 25 Jahre alt sein.

Unklar sind weiterhin die Hintergründe des Selbstmordanschlags auf Benazir Bhutto. Ein Sprecher der Organisation Tehrik-e-Taliban Pakistan (Taliban-Bewegung in Pakistan) sagte einem Radiosender, die Regierung beschuldige seine Organisation zu Unrecht. Der Mord an Bhutto sei eine „große nationale Tragödie“ und müsse von einer unabhängigen Kommission untersucht werden. Die Regierung hatte erklärt, pakistanische Extremisten mit Verbindungen zum Terrornetz El Kaida seien für den Anschlag verantwortlich.

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