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09.10.2012

16:40 Uhr

Neue Studie

Iran könnte innerhalb eines Jahres Atombombe bauen

Voller Sorge blickt der Westen auf das Atom-Programm des Iran. Nicht ohne Grund, wie eine neue Studie aus den USA zeigt. Binnen zehn Monaten könnte das Land eine Atombombe bauen – das allerdings nicht unbemerkt.

Raketenteste: Baut Iran die Bombe? dpa

Raketenteste: Baut Iran die Bombe?

Washington/TeheranDer Iran könnte nach Einschätzung von Experten binnen zehn Monaten eine einsatzfähige Atombombe bauen. Allerdings würde die internationale Gemeinschaft ein solches Projekt derzeit rechtzeitig bemerken, hieß es am Montag in Washington in einer Studie des gegen die Verbreitung von Atomwaffen arbeitenden Instituts für Wissenschaft und Internationale Sicherheit.

Sollte der Iran den Bau einer Atomwaffe beschließen, bräuchte das Land den Angaben zufolge zwei bis vier Monate, um genügend waffenfähiges Uran zu produzieren. Hinzu kämen weitere acht bis zehn Monate, um die Bombe zu bauen. Teheran habe bei seinen Bemühungen zur Urananreicherung Fortschritte gemacht, heißt es in dem Bericht des renommierten Instituts. Die USA und die Waffeninspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) würden es derzeit aber garantiert bemerken, wenn Iran Anstrengungen zum Bombenbau unternehme, hieß es weiter.

Damit bestätigen die unabhängigen Experten die von der US-Regierung immer wieder geäußerte Ansicht, dass Teheran selbst bei einer Entscheidung für den Bau einer Atombombe noch Monate davon entfernt wäre. Verteidigungsminister Leon Panetta hatte im vergangenen Monat erklärt, die USA hätten etwa ein Jahr „Reaktionszeit“, wenn Iran den Bau einer Atombombe beschließe.

Der Iran steht im Verdacht, unter dem Vorwand eines zivilen Atomprogramms nach Atomwaffen zu streben. Die israelische Regierung drohte wiederholt mit einem Präventivschlag gegen iranische Atomanlagen, um Teheran am Bau der Bombe zu hindern.

Auch die USA haben einen Militärangriff als letztes Mittel nicht ausgeschlossen, Präsident Barack Obama drängt Israel aber zugleich zur Zurückhaltung. Washington setzt ebenso wie die Europäische Union derzeit vielmehr auf Sanktionen.

Irans Atomanlagen

Angst vor der Bombe

Die westlichen Staaten befürchten, dass der Iran mit seinem Atomprogramm auch Bomben bauen will. Ein Überblick über die iranischen Nuklearanlagen.

Natans

In der unterirdischen Fabrik südöstlich von Teheran wird Uran schwach angereichert. Das Material wird in Atomkraftwerken für die Stromgewinnung eingesetzt.

Für den Bau einer Atombombe müsste Uran weiter auf deutlich mehr als 80 Prozent angereichert werden. Nach dem jüngsten Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA wurde die Zahl der dazu nötigen Zentrifugen von 2600 auf 8808 erhöht.

Fordo

Erst 2009 gab Teheran die Existenz dieser lange geheim gehaltenen Anreicherungsanlage südlich von Teheran zu. Damals war sie noch nicht in Betrieb. Die Fabrik in einem Tunnelsystem auf einem früheren Militärgelände nahe Ghom hat Platz für 3000 Zentrifugen zur Urananreicherung.

Inzwischen sollen dort mehr als 100 Kilogramm auf bis zu 20 Prozent angereichertes Uran hergestellt worden sein.

Buschehr

Im September 2011 ging Irans erstes Atomkraftwerk offiziell in Betrieb. Es hat eine jahrzehntelange Vorgeschichte. Nach der islamischen Revolution 1979 zog sich die deutsche Kraftwerk Union (KWU) aus dem Bauprojekt zurück.

Später stiegen die Russen ein. Das Kraftwerk hat zwei Atomreaktoren und steht im Südwesten des Landes.

Isfahan

Im Zentrum der iranischen Atomforschung gibt es eine Anlage zur Produktion von Kernbrennstäben. Der erste iranische Brennstab wurde jüngst im Akw Buschehr eingefügt. Auch das in Zentrifugen zur Urananreicherung benötigte Hexafluoridgas wird dort hergestellt.

Arak

Den USA ist die Existenz des unfertigen Schwerwasserreaktors im Westen des Landes seit 2002 bekannt. Hier fällt potenziell Plutonium an, das für die Bombenproduktion verwendet werden könnte.

Teheran

Der kleine Leichtwasserreaktor in der Hauptstadt wurde noch zu Zeiten des 1979 gestürzten Schahs mit US-Hilfe gebaut. Er soll Material für medizinische Zwecke produzieren. Dazu benötigt er auf 20 Prozent angereichertes Uran.

Karadsch

Seit den 1990er Jahren arbeitet nahe der Hauptstadt ein Nuklearforschungszentrum, das vor allem medizinischen Zwecken dienen soll.

Parchin

Im Januar und Februar verweigerte der Iran IAEA-Inspekteuren den Zugang zur Militäranlage Parchin südöstlich von Teheran. Möglicherweise wurden dort Tests mit Atomsprengköpfen simuliert.

Kommentare (7)

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Kritiker

09.10.2012, 17:13 Uhr

Also im Grunde hat der Iran noch keine Atombombe und hat auch noch keine Absicht geäußert diese zu bauen.

Ist wie im Irak... Der hatte ja auch Atom und Chemiewaffen und wollte die Weltherrschaft an sich reißen.....

Account gelöscht!

09.10.2012, 17:25 Uhr

Zehn Gründe, warum wir wissen, dass Iran die Bombe will – Bruno Tertais


http://www.realite-eu.org/site/apps/nlnet/content3.aspx?c=9dJBLLNkGiF&b=2331131&ct=11494263

KeinBlutFuerOel

09.10.2012, 20:25 Uhr

eine neue Studie aus den USA
Ab da kann man dann aufhören, weiterzulesen..

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