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13.03.2006

17:59 Uhr

Neue Studie

IWF warnt vor Folgen einer Vogelgrippe-Epidemie

Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt für den Fall einer weltweiten Vogelgrippe-Epidemie vor erheblichen Konsequenzen für die Weltwirtschaft. Sollte das bei Geflügel grassierende H5N1-Virus mutieren und sich leicht von Mensch zu Mensch übertragen und Millionen anstecken, seien Firmenpleiten und Staatskrisen zu befürchten, heißt es in einer Studie, die der IWF am Montag veröffentlichte.

HB WASHINGTON. Die Weltfinanzorganisation betont aber, dass alle Prognosen schwierig sind, weil niemand wisse, wie sich das Virus entwickelt. Vor der Frühjahrstagung im April will der IWF eine detailliertere Analyse über mögliche Wachstumseinbrüche vorlegen. „Ein finanziell stabiles Land könnte bei einer schweren Epidemie einen erheblichen Einbruch in einem Quartal erleben, im folgenden aber eine schnelle Erholung“, sagte David Hoelscher, einer der Autoren des Berichts. „In einer gut funktionierenden Volkswirtschaft gibt es keinen Grund zur Sorge vor langfristigen Konsequenzen.“

Im Fall einer weltweiten Epidemie müssten sich Länder auf Transport- und Handelsstörungen, Einbrüche bei Strom- und Gasversorgung und Störungen im internationalen Zahlungsverkehr einstellen. Wenn reihenweise Mitarbeiter ausfielen und Zukunftsangst die Verbraucher packe, sei mit erheblichen Produktionseinbußen und sinkenden Verbraucherausgaben zu rechnen. Neben der Geflügelbranche seien bei einer Epidemie auch Tourismus, Transport, Einzelhandel und Versicherungen hart getroffen.

Gekoppelt mit explodierenden Gesundheitskosten und Sozialausgaben sowie möglichen Stützungsmaßnahmen für ganze Industriezweige seien verschärfte Finanznöte der Staatskassen die Folge. „Die staatliche Finanzlage würde sich deutlich verschlechtern“, schreibt der IWF.

Auf den Finanzmärkten müsse mit einer Kapitalflucht aus aufstrebenden Märkten und hohem Liquiditätsbedarf gerechnet werden. Zur Unterstützung von Ländern in Zahlungsschwierigkeiten seien die Kassen des IWF zur Zeit gut gefüllt, obwohl mehrere Krisen gleichzeitig neue Zuschüsse von reichen Ländern erforderten. Die Zentralbanken rief der IWF auf, genügend Banknoten bereitzuhalten und die Auslieferung an Banken zu sichern.

Der IWF drängt Banken und andere Unternehmen, Notfallpläne zu erstellen. Beispielhaft seien Singapur, Hongkong und Kanada, die wegen der Lungenkrankheit SARS 2003 bereits Notfallpläne ausarbeiteten. Wichtige Funktionen müssten von mindestens zwei Mitarbeitern auszuführen seien, am besten an unterschiedlichen Orten. Firmenspitzen sollten frühzeitig gute Informationsquellen auftun. „Bei einer Epidemie verbreiten sich Gerüchte oft schneller als das Virus“, schreibt der IWF.

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