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12.10.2013

02:53 Uhr

Neue Tragödie vor Italien

Erneut Flüchtlingsboot gekentert – 26 Tote

Die Katastrophe von Lampedusa mit 300 Toten ist erst eine Woche her. Nun ist erneut ein Boot gekentert: 200 Flüchtlinge werden vor Insel aus dem Wasser gerettet, für 26 Flüchtlinge kommt aber jede Hilfe zu spät.

Zahlreiche Tote

Neues Flüchtingsdrama vor Lampedusa

Zahlreiche Tote: Neues Flüchtingsdrama vor Lampedusa

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RomBei einem neuen Schiffsunglück vor der italienischen Insel Lampedusa sind am Freitag Dutzende Flüchtlinge ums Leben gekommen. Nach maltesischen Regierungsangaben starben mindestens 26 Menschen, bestätigte der maltesische Regierungschef Joseph Muscat am Abend. Die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete nach Angaben von Rettungsteams, 33 Flüchtlinge seien tot geborgen worden, 22 davon allein von Zollkreuzern der italienischen Finanzpolizei.

Nach Angaben von Ansa und italienischen Zeitungen befanden sich unter den Toten auch etwa zehn Kinder. Offiziell wurde dies noch nicht bestätigt. Rund 200 Menschen wurden nach diesen Medienberichten gerettet. Demnach nahm ein maltesisches Schiff 150 Menschen auf, 56 weitere wurden von der Mannschaft eines italienischen Marineschiffes in Sicherheit gebracht.

Italienische und maltesische Rettungskräfte waren zur Unglücksstelle geeilt. Die Einsatzkräfte berichteten nach Angaben der maltesischen Regierung, es seien Menschen mit und ohne Schwimmwesten ins Wasser gesprungen, nachdem das Schiff zwischen Malta und der Insel Lampedusa gekentert war. Angeblich kam es dazu, als die Passagiere versucht hatten, ein maltesisches Patrouillenboot auf ihr Schiff aufmerksam zu machen.

Die maltesischen Behörden hätten am Nachmittag erste Berichte über ein Flüchtlingsschiff in Seenot bekommen, sagte ein Regierungssprecher am Freitagabend der Nachrichtenagentur dpa. Ein maltesisches Schiff sei als erstes am Unglücksort gewesen.

Lampedusa – die Flüchtlingsinsel

Geographie

Die kleine italienische Mittelmeerinsel Lampedusa südlich von Sizilien ist wegen ihrer Nähe zu Afrika seit Jahren für Bootsflüchtlinge das Tor nach Europa. Die Küste Tunesiens ist nur 130 Kilometer entfernt. Mit etwa 20 Quadratkilometern ist Lampedusa die größte der Pelagischen Inseln. Das Eiland hat etwa 5000 Einwohner.

Flüchtlinge

Immer wieder wagen Migranten aus Nordafrika die gefährliche Überfahrt nach Europa. Ihre Boote sind oft kaum seetüchtig, viele Menschen sind schon ertrunken. Zwischen Juli 2008 und Juli 2009 erreichten mehr als 20 000 Einwanderer aus Nordafrika Lampedusa. Dann ließ die rigide Abschiebepolitik der damaligen Regierung von Silvio Berlusconi die Zahlen stark zurückgehen.

Arabischer Frühling

Nach dem Beginn der Umwälzungen in den arabischen Ländern schwoll der Flüchtlingsstrom 2011 erneut drastisch an. Zehntausende landeten auf Lampedusa. Die Lage eskalierte, als zeitweise bis zu 6000 Immigranten unter unerträglichen Bedingungen auf der Insel festsaßen.

Aufnahmezentrum

Das offene Durchgangslager - es gibt kein geschlossenes Aufnahmezentrum mehr - hat nach Angaben des italienischen Flüchtlingsrates CIR knapp 400 Bettstellen. Manchmal sind dort aber mehr als 1000 Menschen. Vor zwei Jahren hatte ein Feuer einen Teil des Zentrums zerstört, der nur teilweise wiederaufgebaut wurde.

Verschärfung

Nach einem Rückgang 2012 strandeten in der ersten Jahreshälfte 2013 nach offiziellen Zahlen 3648 Menschen auf Lampedusa - mehr als dreimal so viele wie im gleichen Vorjahreszeitraum. In den vergangenen Wochen verschärfte sich die Lage weiter.

„Wieviel mehr Menschen müssen sterben, ehe gehandelt wird?“ fragte der maltesische Regierungschef Muscat am Abend vor der Presse. „Malta und Italien arbeiten zusammen, und kommen sich in diesem Vorhaben ziemlich verlassen vor. Dies ist ein europäisches Problem.“

Zuvor sagte EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström in einer Mitteilung, sie habe mit „Trauer und Sorge“ die Rettungsoperationen verfolgt. „Diese erneuten schrecklichen Ereignisse geschehen, während wir noch die Tragödie von Lampedusa vor Augen haben.“

In den vergangenen beiden Tagen mussten Handelsschiffe im Mittelmeer fünf Flüchtlingsbooten mit zusammen mehr als 500 Migranten an Bord zu Hilfe kommen. Die italienische Küstenwache koordinierte am Donnerstag und Freitag die Rettungsaktionen für die Migranten auf den fünf Booten. Die Flüchtlinge wurden in sizilianische Hafenstädte gebracht, so nach Trapani und Porto Empedocle, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Die Zahl der geborgenen Opfer der Schiffstragödie vor Lampedusa in der vergangenen Woche stieg am Freitag auf 339, nachdem Taucher am Freitag insgesamt 28 weitere Opfer in der Nähe des Wracks entdeckten. Im Schiff sind keine Leichen mehr. Die Suche gehe jedoch außerhalb weiter, hatte die Küstenwache mitgeteilt. Die Bilanz ist damit noch immer nicht endgültig. 155 Flüchtlinge waren nach dem Schiffbruch gerettet worden, insgesamt 545 waren nach den Angaben von Überlebenden an Bord des Bootes gewesen.

Von

dpa

Kommentare (35)

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Island

11.10.2013, 20:32 Uhr

Das persönliche Leid mag Grenzenlos sein aber was wir hier sehen wird bewußt von Schlepperorganisationen und Transitländern genutzt.

Bei diesem „Spiel“ gewinnt jeder!

Die Versenderstaaten (z. b. Türkei, Polen, Russland) entledigen sich ihrer unbeliebteren Bewohner (z. b. Kurden, Albaner) und einen Teil ihrer Bevölkerung die sie keine Perspektive geben möchte (Aussage eines Indischen Politikers: „Ich will die Atombombe und dabei ist es mir egal wenn es dafür keine Schüssel Reis mehr für mein Volk gibt“)

Für die Transitländer (z. b. Italien, Griechenland) diese Ländern verdienen an den Transport von Menschen, nur müssen diese Länder aufpassen das diese Menschen weiterreisen ansonsten werden es Empfängerländer.

Die Verlierer sind wir!

Das Empfangsland. Die hohe Anzahl an Wirtschaftsflüchtlingen destabilisiert das Land. Wir geben heute über 40 Prozent unser Hartz 4 Leistungen an Wirtschaftsflüchtlingen/Ausländern aus. Heute erhalten Ausländer(Russland) eine sehr hohe Rente ohne daß diese Menschen in unseren Rentensystem eingezahlt haben. Die Kriminalität steigt alleine im Bereich der Vergewaltigungen sprechen wir von einem Ausländeranteil von über 28 Prozent, bei den Autodiebstählen von über 50 Prozent.

Das sind aber nur ein Teil der Folgen.

Wir helfen weil wir wollen und nicht weil wir erpresst (Versuch der Erpressung) werden (Wenn kein Geld fließt kommen wir zu euch).

Das muß uns bewusst werden!

Wichtig ist die Rückführung (800.000-900.000 Menschen pro Jahr)

vandale

11.10.2013, 21:03 Uhr

solange man die "Flüchtlinge" die die Überfahrt erfolgreich überstanden haben aufnimmt und in die Sozialsysteme integriert werden immer wieder und immer mehr "Flüchtlinge" kommen.

Man sollte die linken Politiker, Journalisten und Aktivisten die dieses Desaster zu verantworten haben, für ihr Handeln verantwortlich machen.



Vandale

Account gelöscht!

11.10.2013, 21:08 Uhr

Der Pott kam offensichtlich aus Tunesien (kürzeste Route zugrundegelegt). Wer das Unglück überlebt hat, ist m.E. einzusammeln und ohne Umweg sofort nach Tunesien zurückzuverfrachten.
Es geht einfach nicht an, daß sich Welle auf Welle von illegalen Einwanderern nach Europa ergießt, um sich hier flugs in die soziale Hängematte zu begeben. Es hat sich jedenfalls mit Sicherheit in Afrika rundgesprochen, daß es speziell in Deutschland (Italien dürfte kaum das Ziel der illegalen Einwanderung sein), aber auch in Schweden o.ä. "Geld für alle" gibt.
Was anderes als die Sozialsysteme bleiben auch nicht, denn diese Leute (ungebildet, Analphabeten, keine Sprachkenntnisse) sind für die europäische Gesellschaft für nichts zu gebrauchen und nur teurer, sozialer Sprengstoff.
Australien hat m.W. jetzt die Notbremse gezogen. Insassen von "Flüchtlings"booten dürfen nicht mehr ans Festland, sondern werden von der Küstenwache gestellt.
Was einem *demokratischen* Land wie Australien recht ist, muß Europa resp. Deutschland billig sein. Das muß notfalls so weit gehen, daß Boote illegaler Einwanderer mit Küstenwachbooten nachdrücklich gehindert werden, europäische Hoheitsgewässer zu erreichen. Wenn das nicht machbar ist, gilt es, diese Schlepperboote aufzubringen, die Leute zu verhaften und die Schiffe sofort zu versenken. Die Migranten sind in den Ausgangshafen zurückzuführen.
Ich weiß, daß meine Haltung hart klingt, aber es geht kein Weg daran vorbei, wenn wir den inneren Frieden in Europa resp. Deutschland behalten wollen. Das sind keine Menschen, die wegen PERSÖNLICHER, politischer Verfolgung Asyl beantragen wollen, das sind illegale Eindringlinge, die man schon fast als Invasion bezeichnen kann. Jeder Erfolg zieht weitere Wellen nach sich, deshalb muß sich rumsprechen, daß es in Europa weder Zugang noch Geld gibt: Fortress Europe! Punkt!
Btw., mit den Bruchkähnen würde ich nicht mal den Rhein befahren. Gerade im Herbst und Winter kann das Mittelmeer ausgesprochen unfreundlich werden.

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