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12.07.2012

19:26 Uhr

Neue Verhandlungen in Athen

Troika will an Sparzielen festhalten

Die Troika will ihre Gespräche mit Athen am 24. Juli fortsetzen. Schon jetzt machte der IWF klar: Ein völlig neues Programm wird es nicht geben. Doch beim Weg zum Erreichen der Programmziele gibt es Spielräume.

Demonstranten halten vor dem Parlament in Athen eine griechische Flagge hoch. Die griechische Regierung hatte mehrfach angekündigt, die Sparbestimmungen lockern zu wollen. dpa

Demonstranten halten vor dem Parlament in Athen eine griechische Flagge hoch. Die griechische Regierung hatte mehrfach angekündigt, die Sparbestimmungen lockern zu wollen.

WashingtonDie internationale Troika von EU, IWF und Europäischer Zentralbank (EZB) wird ihre Gespräche über Hilfen für Griechenland am 24. Juli in Athen fortsetzen. Das kündigte der Sprecher des Internationalen Währungsfonds (IWF), Gerry Rice, am Donnerstag in Washington an. Bei den bisherigen Beratungen sei deutlich geworden, dass es im Reformprogramm des hoch verschuldeten Landes bei einer Reihe von Punkten zu Verzögerungen komme, sagte Rice. Es sei wichtig, das Programm wieder voll auf Kurs zu bringen. Der IWF sei offen für Diskussionen darüber, wie dies geschehen könne. Man sei aber nicht bereit, ein völlig neues Programm zu verhandeln, bekräftigte Rice.

Einige Ziele, die die Troika Griechenland gesteckt hat, seien bereits erreicht worden, einige nicht, sagte Rice. Zu anderen Punkten lägen dem IWF noch nicht genügend Informationen vor. Im Rahmen des Sparprogramms muss Griechenland sein Haushaltsdefizit verringern, das Wirtschaftswachstum ankurbeln und seine Wirtschaft wettbewerbsfähiger machen. „Die Ziele des Programms bleiben die Basis für die Gespräche", unterstrich IWF-Sprecher Rice. Es sei verfrüht, darüber nachzudenken, welche der Maßnahmen zur Diskussion gestellt werden könnten.

Mit dem ebenfalls hoch verschuldeten Zypern, das am 25. Juni finanzielle Unterstützung aus den Euro-Rettungsschirmen beantragt hatte, führt der IWF nach eigenen Angaben derzeit keine Gespräche. Das zyprische Finanzministerium erklärte, die Troika habe ihren für Mitte Juli geplanten Besuch in Zypern um eine Woche verschoben. Die Experten wollten mehr Zeit, um den Bedarf Zyperns an Hilfen zu bewerten.

Ein Vertreter des Finanzministeriums sagte Reuters, die Troika-Experten wollten die bislang gesammelten Informationen über die Lage des Landes genauer prüfen und möglicherweise bis 23. Juli zurückkehren. Mit der Verschiebung des Besuchs dürften sich nun die Hoffnungen Zyperns zerschlagen, dass noch im Juli die Gespräche abgeschlossen werden können.

Von

rtr

Kommentare (7)

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APO

12.07.2012, 20:50 Uhr

Die Nachkriegsgeschichte Deutschlands in 4 Sätzen:
Mit der D-Mark zum Weltruhm.
Mit dem Euro betrogen.
Mit der Drachme beerdigt.
Von der eigenen Regierung verraten!

Edelzwicker

12.07.2012, 21:27 Uhr

Einige Ziele, die die Troika Griechenland gesteckt hat, seien bereits erreicht worden, einige nicht, sagte Rice.
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Welche Ziele wurden denn erreicht? Ist es nicht eher so, dass lediglich Lippenbekenntnisse, Absichtserklärungen erreicht wurden, ...... die je nach Temperatur zwei Tage später wieder in Frage gestellt werden, nachverhandelt werden müssen, Termine gestreckt werden sollen bzw. die ganzen Troika-Auflagen in die Tonne getreten werden?

kit_fisto

12.07.2012, 22:12 Uhr

"Im Rahmen des Sparprogramms muss Griechenland sein Haushaltsdefizit verringern, das Wirtschaftswachstum ankurbeln und seine Wirtschaft wettbewerbsfähiger machen."

Genau, und da der nächste Nobelpreisträger in Ökonomie ein griechischer Wissenschaftler ist, der endlich herausgefunden hat, wie man aus Scheiß..ääh Blei Gold macht, wird das kein Problem sein. Seine geniale Entdeckung wird er in einem Forschungsprojekt im Auftrag des DIW Berlin und IW Köln gesponsert durch Forschungsgelder aus Berlin und Brüssel tätigen werden.

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