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19.01.2011

11:05 Uhr

Neue Weltmacht

Wie China aus Japans Fehlern lernt

VonDirk Heilmann

Vor zwei Jahrzehnten war es Japan mit seiner Finanzkraft und den exportstarken Elektronik- und Automobilkonzernen, heute stellt China für die USA die größte Bedrohung als kommende führende Wirtschaftsmacht der Welt. Und auf dem Weg dahin helfen Peking die Fehler des Nachbarn.

China sitzt den USA im Nacken DAPD

China sitzt den USA im Nacken

DÜSSELDORF. Schon einmal, vor gut zwei Jahrzehnten, ging in den USA die Angst um, als führende Wirtschaftsmacht der Welt abgelöst zu werden. Damals waren es Japan, seine Finanzkraft und seine exportstarken Elektronik- und Automobilkonzerne, die sich anschickten, Amerikas Führungsrolle zu gefährden. In Bestsellern wie Michael Crichtons "Rising Sun" bündelte sich die Angst vor dem Abstieg und einer feindlichen Übernahme großer US-Unternehmen. Doch Japans kometenhafter Aufstieg endete in einer gewaltigen Spekulationsblase, die Anfang der 90er-Jahre platzte. Seither steckt Japan in der Stagnation.

Zwanzig Jahre später ist mit China ein noch furchteinflößenderer Herausforderer der USA herangewachsen. Der Aufstieg des Milliardenvolks verlief nach einem ähnlichen Muster wie der Japans. China hat eine gewaltige Exportindustrie aufgebaut, die 2004 an Japan, 2007 an den USA und 2009 auch an Deutschland vorbeigezogen ist. Auch China unterstützt, wie einst Japan, mit einem niedrigen Kurs der eigenen Währung seine Wettbewerbsfähigkeit. Die Exporteinnahmen ließen China zudem zum Hauptgläubiger der USA werden: Das Land hält für fast eine Billion Dollar amerikanische Staatsanleihen.

Die chinesische Führung unter Präsident Hu Jintao hält die Zügel straff in der Hand. Auf die globale Finanz- und Wirtschaftskrise, die ihren Ursprung in den USA hatte, reagierte sie, indem sie mit Hunderten von Milliarden Dollar die Binnennachfrage ankurbelte. Das Umsteuern gelang: China koppelte sich von der globalen Rezession ab und dürfte auch 2010 wieder eine Wachstumsrate um die zehn Prozent erreicht haben. Chinas Konsum und seine Infrastruktur-Investitionen zogen westliche Hersteller von Maschinen, Autos oder Sportschuhen gleichermaßen aus der Krise.

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