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17.01.2011

00:16 Uhr

Neuer Fünfjahresplan

Südchina schwenkt von Billigarbeit zu Biotech

VonFinn Mayer-Kuckuk

Die Stadt Shenzhen war jahrzehntelang vor allem für gigantische Fabriken bekannt. In den kommenden fünf Jahren will sie jedoch schlagartig auf umweltfreundliches Wachstum umschalten und Labore sowie Internetfirmen ansiedeln. Schon bald sollen die Zukunftsbranchen 70 Milliarden Euro pro Jahr erwirtschaften - im dynamischen China ein völlig realistischer Plan.

Eine Forscherin der Shenzhener Firma Beijing Genomcs Instute füllt eine DNA-Probe in einen Behälter. Reuters

Eine Forscherin der Shenzhener Firma Beijing Genomcs Instute füllt eine DNA-Probe in einen Behälter.

HB PEKING. Die südchinesische Industriestadt Shenzhen will weg von schmutzigen Fabriken und einer Einwohnerschaft von Billiarbeitern. "Wir wollen nicht länger mit anderen chinesischen Städten um arbeitsintensive Exportindustrie konkurrieren", sagte am Wochenende Vizebürgermeister Tang Jie auf der Jahresversammlung des Ortsverbands der Kommunistischen Partei .

Bereits Anfang der 80er-Jahre war die Stadt Shenzhen Vorreiter der chinesischen Entwicklung. Der sozialistische Staat experimentierte dort mit Sonderwirtschaftszonen, in denen ausländische Unternehmen zu Billiglöhnen für den Export produzieren können.

Das Konzept erwies sich als enorm erfolgreich. Von einem sumpfigen Fischerdorf mit Gewerbegebiet wurde Shenzhen zu einem der lebhaftesten Wirtschaftszentren in Ostasien. Die Einwohnerzahl stieg binnen dreißig Jahren von wenigen tausend auf heute rund neun Millionen. Die meisten von ihnen haben mit der Industriproduktion zu tun. Peking dehnte das Modell Shenzhen auf das ganze Land aus.

Jetzt will Shenzhen wieder Pionier werden - diesmal für den geplanten Schwenk der chinesischen Wirtschaft weg von Schmutz und Billigware. Der Entschluss der Lokalpolitiker könnte erneut den Weg für ganz China weisen. Die ganz im Süden gefundenen Rezepte für den Strukturwandel haben einmal gute Chancen, zum Masterplan für das ganze Land zu werden.

Kommentare (3)

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Kostolany

17.01.2011, 07:53 Uhr

China ist einfach ein Paradebeispiel nachhaltige Entwicklung. Von den besten lernen und diese im gleichen Atemzug schlagen im bruchteil der Zeit.
Dazu gehört erheblich mehr als nur zu "Kopieren" wie viele böse Zungen behaupten. Es wird nun an der Zeit das auch wir von den Chinesen lernen was Fleiß und Kreativität angeht. Der Vergleich zu berlin zeigt nur allzu deutlich wie verblendet und unflexibel die Deutschen sind.
Sehr guter Artikel.

Malocher

17.01.2011, 09:21 Uhr

Wo könnten wir Deutschen stehen, wenn alleine die unzähligen Milliarden von Euro, die wir für eine "umweltfreundliche"(?) Energiepolitik aufwenden, statt dessen in die technische Ausbildung unserer Jugend und die Förderung produktiver(!) Arbeitsplätze investiert würden?

Die Chinesen sind sicher nicht viel fleissiger und kreativer als wir Deutschen, sie werfen sich nur nicht selbst so viele Knüppel zwischen die beine.

Peter Scholz

17.01.2011, 10:47 Uhr

[1] Kostolany,
und unser Pseudo-Rechtsstaat ist ein Paradebeispiel dafür, wie Existenzen vernichtet werden.
Am LG Kassel, das dem berüchtigten Freisler sogar eine Gedenkstätte widmete, sind selbst die Grundlagen unseres "Rechtsstaates", das GG, unbekannt. Wer hier eine Unternehmung erfolgreich gründet und betreibt ist vor gerichtserfahrenen Sozialschmarotzern völlig ungeschützt. Hier muß man es sich gefallen lassen, psychisch und physisch krankenhausreif gemobbt zu werden und einen Vermögensschaden von über einer Million Euro hinzunehmen. Nordhessens Psychtrie ist ausgebucht.

Hier können bezieher von Sozialhilfe, die schon über immobilienvermögen verfügen, dazukaufen, fehlerhaft Umbauen und ihre Fehler dem Veräußerer anlasten. Als fachkundigen Hersteller und Veräußerer ist es einem nicht gestattet, selbst die beanstandungen zu untersuchen und gegebenenfalls zu beseitigen. Hausverbot und eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch verhindern das.
Es reicht für die Klageerhebung aus, daß Laien ein Maklerbüro anmelden und an Eidesstatt die aufgelisteten Mängel bestätigen. Fachkunde ist nicht gefragt.
Ein zugezogener vereidigter "Sachverständiger" braucht dies auch nur bestätigen, ohne je untersucht zu haben, in keinem Fall die Mängelursache gefunden zu haben, geschweige denn einen Normenverstoß zu erklären. Das dicke Honorar ist sicher.
Das Gericht, auf diese Mängel hingewiesen, bestellt diesen "Sachverständigen" nochmals zur Überarbeitung seines "Gutachtens", natürlich zu einem Zusatzhonorar, und wieder kann der "Sachverständige" keine Normenverstöße erklären. Daraufhin bestellt das Gericht einen Sachverständigen aus einem anderen Gerichtsbezirk, der bestätigt, daß keine Regelverstöße vorliegen. Die Verurteilung erfolgt um 30 000 Euro gemindert trotsdem.
Dieses Theater dauert jetzt schon über 10 Jahre an.
Als beklagter ist man dem Gericht eine Unperson, der weder schriftliche noch mündliche Einwände zustehen.
Fazit: ich habe mich in meinem Leben krum und blöd gearbeitet und weiß heute, Arbeit lohnt sich nicht, bescheißen ja.

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