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29.09.2011

13:36 Uhr

Neuer Job

Falscher Doktor wird „angesehener Staatsmann“

Karl-Theodor zu Guttenberg soll sich einem Zeitungsbericht zufolge künftig pro bono um ein transatlantisches Dialogforum kümmern - an einem renommierten US-Think Tank. Der Ex-Minister ist dort in guter Gesellschaft.

Karl-Theodor zu Guttenberg. dapd

Karl-Theodor zu Guttenberg.

BerlinDer wegen eines Plagiatsskandals zurückgetretene Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat einem Bericht zufolge eine neue Aufgabe an einem der renommiertesten Politik-Institute in den USA gefunden. Guttenberg schließe sich dem in Washington ansässigen Forschungszentrum Center for Strategic and International Studies (CSIS) an und werde dort an der Spitze eines neuen transatlantischen Dialogforums stehen, berichtete die „Bild“-Zeitung (Donnerstagsausgabe).

Das auf Verteidigungspolitik spezialisierte CSIS begründe Guttenbergs Berufung mit dessen Leistungen bei der Reform der Bundeswehr und mit seinem langjährigen Einsatz für die transatlantischen Beziehungen. Ziel des neuen Dialogforums soll dem Bericht zufolge die Stärkung der transatlantischen Beziehungen sein. Insbesondere solle es darum gehen, Antworten auf die weltweiten Machtverschiebungen zu finden. Guttenberg wird dabei den Titel eines „Distinguished Statesman“ (herausragender Staatsmann) tragen und, wie „Spiegel Online“ berichtet, ehrenamtlich arbeiten.

Guttenberg wäre nach dem ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak 2002 nach Informationen der Nachrichtenagentur afp erst der zweite „Distinguished Statesman“, den das überparteiliche CSIS beruft. Auch sonst befindet sich der der Ex-Wirtschafts- und Verteidigungsminister an der US-Denkfabrik, die ihn im November 2009 schon einmal zu einem Vortrag eingeladen hatte, in guter Gesellschaft: Im Kuratorium sitzen dort zahlreiche ehemalige Größen der US-Politik wie etwa Ex-Außenminister und Friedensnobelpreisträger Henry Kissinger oder Ex-Minister und -CIA-Direktor James Schlesinger.

Der ehemalige CSU-Shootingstar war am 1. März wegen der Plagiatsaffäre um nicht gekennzeichnete Zitate in seiner Doktorarbeit von seinem Amt als Bundesverteidigungsminister zurückgetreten. Im Sommer zog die Familie in die USA um, wo sie Berichten zufolge in Connecticut eine Villa für rund drei Millionen Euro erworben haben soll.

Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft Hof wegen Urheberrechtsverletzungen durch die vielen abgeschriebenen Stellen in Guttenbergs Doktorarbeit. Ob es zu einer Anklage kommt, dürfte sich bald entscheiden. Einem Verfahren will sich Guttenberg in jedem Fall stellen.

Kommentare (28)

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flyingfridge

29.09.2011, 11:45 Uhr

"Einem Verfahren will sich Guttenberg in jedem Fall stellen."
Ach tatsächlich? Da er keine Immunität als Abgeordneter mehr geniesst, ist das doch keine Frage der Freiwilligkeit mehr.

Nastrowje

29.09.2011, 11:45 Uhr

Hoffentlich muß er hinter Gittern, der Vaterlandsverräter. Arbeitet wieder mal gegen Deutschland vor Atlantikbrücke, Council on Foreign Relations (CIA-Ableger. Schon sein Vater ist von ihm abgerückt("soll die Familienehre wiederherstellen") Das Schlimmste ist nicht mal der Doktorbetrug, sondern seine Politik.

efwagner

29.09.2011, 11:58 Uhr

Na endlich ist er wieder wer. Und in dem Kreis gibt es dann offensichtlich auch einen Haufen von "Thinkers" von denen er dann profitieren kann. Vielleicht kann er die dann sogar zitieren ohne des Plagiats bezichtet zu werden, der Gute.

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