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18.01.2005

09:42 Uhr

Neuer Plan für Frieden in den Autonomiegebieten

Abbas will militante Kräfte einbinden

Der als gemäßigt bekannte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas will eine Gruppe, die bislang militant ist, in seine Autonomiebehörde einbinden. Das hat der Politiker vor Verhandlungen mit Extremistengruppen über eine Waffenruhe bekräftigt.

HB RAMALLAH. Der militärische Fatah-Arm Al-Aksa-Brigaden solle „in Zukunft Teil der Autonomiebehörde sein, beschützt und nicht verfolgt oder mit Liquidierung bedroht werden“, sagte Abbas dem palästinensischen Rundfunk.

Israel hat Mitglieder der radikalen Al-Aksa-Brigaden, die für zahlreiche Anschläge verantwortlich sind, gezielt getötet. „Wir fürchten um ihr Leben und wollen, dass sie in Würde und Sicherheit leben können“, sagte der Nachfolger von Jassir Arafat. Er kritisierte die israelischen Vorwürfe, er unternehme nichts gegen Terroristen, und die Militäreinsätze Israels gegen Palästinenser. „Sie haben ihre Drohungen am Tag meiner Amtsaufnahme begonnen“, sagte Abbas. „Wir haben nicht einmal Verhandlungen begonnen.“

Abbas will am Dienstagabend in den Gazastreifen reisen, um die Umsetzung seiner Anweisung an die palästinensischen Sicherheitskräfte zu gewährleisten, jede Gewalt gegen Israel zu stoppen. Zudem will der neue Präsident die Anführer der Extremistengruppen Hamas und Islamischer Dschihad zu einer Waffenruhe mit Israel bewegen.

Abbas betonte, er erwarte ein Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon nach der Bildung der palästinensischen Regierung. Dies müsse noch vor einer geplanten Reise in die USA zu einem Treffen mit US-Präsident George W. Bush geschehen, sagte Abbas. Für sein Treffen mit Bush sei allerdings noch kein Datum festgelegt.

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