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17.08.2012

19:16 Uhr

Neuer Sondervermittler

Brahimi wird Annan-Nachfolger

Der UN-Sicherheitsrat hat gerade das Aus der Beobachtermission erklärt, da kündigt sich ein neuer Sondervermittler an: Der Algerier Brahimi soll es richten. Im Land selbst verschlechtert sich die Lage von Tag zu Tag.

Bilder der Zerstörung in Damaskus. dpa

Bilder der Zerstörung in Damaskus.

Damaskus/Beirut/New YorkNach einer Reihe von Rückschlägen in der Syrien-Krise setzen die Vereinten Nationen und die Arabische Liga ihre Hoffnung jetzt auf einen neuen Sondervermittler. Der algerische Krisendiplomat Lakhdar Brahimi (78) trat am Freitag die Nachfolge von Kofi Annan an, der aus Enttäuschung über ausbleibende Fortschritte sein Mandat zum Monatsende niedergelegt hatte.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon begrüßte nach Angaben eines Sprechers die Bereitschaft von Brahimi, sein Talent und seine Erfahrung in den Dienst dieser entscheidenden Aufgabe zu stellen. „Er wird dafür die starke, klare und gemeinsame Unterstützung der internationalen Gemeinschaft - inklusive des Sicherheitsrats - brauchen, die er zu Recht erwartet.“ Für die Vereinten Nationen habe die Diplomatie zur friedlichen Beilegung der Krise weiterhin Vorrang.

Der algerische Krisendiplomat Lakhdar Brahimi. dpa

Der algerische Krisendiplomat Lakhdar Brahimi.

Brahimi beginnt seine Vermittlerrolle in einem schwierigen Umfeld. Die fünf-Vetomächte im Weltsicherheitsrat können sich auf keine gemeinsame Linie einigen. Ein für Freitag geplantes Treffen der Syrien-Aktionsgruppe wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. In Syrien kämpfen Regierungstruppen und Aufständische weiter um die Macht. Weil beide Seiten Gewalt und Blutvergießen nicht beenden, besiegelte der UN-Sicherheitsrat am Donnerstag (Ortszeit) das endgültige Ende der Beobachtermission Unsmis. An ihre Stelle soll ein Verbindungsbüro in Damaskus treten, in dem rund 30 bis 40 Menschen arbeiten sollen.

Einen Grund, warum das Treffen der Syrien-Aktionsgruppe verschoben wurde, nannte der Sprecher der russischen UN-Vertretung auf Anfrage nicht. Russlands UN-Botschafter Witali Tschurkin hatte das Treffen am Donnerstag überraschend angekündigt. Aus Diplomatenkreisen hieß es, dass nur einige wenige Länder der so kurzfristig ausgesprochenen Einladung hätten Folge leisten können. Zu der Aktionsgruppe gehören unter anderem die fünf Veto-Mächte im Sicherheitsrat sowie arabische Länder.

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