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22.09.2015

15:26 Uhr

Neuer Streit bei den US-Republikanern

Ein Muslim als Präsident?

Ein Muslim als US-Präsident? Diese Frage steht zwar gar nicht an, das hindert die Republikaner aber nicht, sich damit zu befassen. Auslöser war Ben Carson. Der bekommt nun Ärger – und Applaus.

Ben Carson stürzte seine Partei mit Äußerungen über die Legitimität eines muslimischen US-Präsidenten in einen Streit. Reuters

Tiefreligiöser Kandidat

Ben Carson stürzte seine Partei mit Äußerungen über die Legitimität eines muslimischen US-Präsidenten in einen Streit.

WashingtonEin Muslim kann und darf nach Ansicht des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Ben Carson nicht US-Präsident werden. Ausgelöst von Interviews am Wochenende, nahmen die Republikaner einen heftigen Streit über dieses Thema mit in die neue Woche.

Der ehemalige Kinder-Neurochirurg Carson gehört in Umfragen zu den Führenden seiner Partei. Er sagte dem Sender NBC, er sehe den islamischen Glauben im Widerspruch zur US-Verfassung, ohne dies näher zu erläutern.

„Ich würde nicht dafür eintreten, dass wir einen Muslim mit der Führung unseres Landes betrauen“, sagte Carson. „Ich würde dem absolut nicht zustimmen.“

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Hillary Clinton ist vorsichtig, roboterhaft – und viel zu selten sie selbst. Noch vor ein paar Monaten schien sie unschlagbar, doch die Favoritin hat in kurzer Zeit viel Sympathie verspielt.

Am Sonntagabend legte der tief religiöse Carson im Interview mit „The Hill“ nach: Wer auch immer Präsident würde, solle den Eid auf die Bibel ablegen und nicht auf den Koran.

Die Äußerungen lösten heftige Reaktionen aus. In sozialen Medien und allen US-Morning-Shows am Montag stritten Befürworter mit Gegnern der Äußerungen.

Der Streit kann den Republikanern eigentlich nicht gelegen kommen, müssten sie doch zunächst ihr sehr großes Bewerberfeld sortieren und sich mit der in Umfragen weit führenden demokratischen Bewerberin Hillary Clinton beschäftigen.

Clinton konnte erstmals seit Wochen in Umfragen wieder zulegen. In einer CNN-Erhebung verbesserte sie sich von zuletzt 37 auf 42 Prozent Zustimmung und vergrößerte den Abstand zum zweitplatzierten Bernie Sanders.

Hintergrund des neuen Streits über das Thema Muslime im Präsidentenamt ist die seit Jahren schwelende Verschwörungstheorie, ob US-Präsident Barack Obama Muslim ist. Auch wenn das jeder Grundlage entbehrt, findet diese Debatte immer wieder ebenso großen Zuspruch wie die Zweifel daran, ob Obama tatsächlich US-Bürger ist.

Am Wochenende hatte Donald Trump auf einer Wahlkampf-Veranstaltung abfällige Äußerungen eines Fragestellers über Muslime nicht zurückgewiesen. Unwidersprochen ließ er auch die falsche Behauptung, Obama sei selber muslimisch. Das brachte Trump auch Kritik republikanischer Gegenbewerber ein.

Die „Washington Post“ zitierte eine Gallup-Umfrage, wonach im Juni 38 Prozent der Befragten erklärt hatten, sie würden keinen muslimischen Präsidentschaftskandidaten unterstützen.

Trump führt nach einer jüngsten CNN/ORC-Umfrage weiter das Bewerberfeld an, aber sein Vorsprung ist geschrumpft. Die frühere Hewlett-Packard-CEO Carly Fiorina sprang auf Platz zwei.

Von

dpa

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