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11.09.2014

19:26 Uhr

Neuer Termin

Russland und Ukraine setzen Gas-Gespräche fort

Die Sorge, Russland könnte den Gashahn zudrehen, steigt. Polen erhielt am Mittwoch 45 Prozent weniger Gas aus Russland als angefordert. Gazprom senkte seine Exportprognose – auch, wenn Schwung in die Verhandlungen kommt.

Russland und die Ukraine setzen ihre Gespräche über mögliche Gas-Lieferungen fort. dpa

Russland und die Ukraine setzen ihre Gespräche über mögliche Gas-Lieferungen fort.

Brüssel/MoskauIn die Bemühungen um eine Beilegung des Gas-Streits zwischen Russland und der Ukraine kommt wieder Bewegung. Die Europäische Kommission teilte am Donnerstag mit, für Samstag kommender Woche sei in Berlin ein Gespräch beider Seiten unter EU-Vermittlung angesetzt. Europäische Versorger zeigten sich unterdessen besorgt, dass Gaslieferungen aus Russland im Zuge der Ukraine-Krise zunehmend eingeschränkt würden.

Polen teilte mit, am Mittwoch seien 45 Prozent weniger Gas vom russischen Monopolisten Gazprom geliefert worden als angefordert. Das russische Energieministerium erklärte, es habe eine Einladung für die Gespräche erhalten. Ort und Termin des Treffens müssten aber noch festgelegt werden. Russland hat der Ukraine Mitte Juni den Gas-Hahn zugedreht. Die Regierung in Moskau begründet das damit, dass Gasrechnungen in Milliardenhöhe noch nicht beglichen seien. Die beiden Seiten streiten über den Preis, den die Ukraine für das Gas des großen Nachbarn zahlen soll.

Die in der Ukraine gespeicherten Gasmengen reichen nach den Worten des scheidenden deutschen EU-Energiekommissars Günther Oettinger nicht aus, um durch den Winter zu kommen. Oettinger hatte bei den bisherigen Gas-Gesprächen zwischen den Konfliktparteien vermittelt.

Gazprom hat derweil seine Prognose für Gasexporte nach Europa gesenkt. Gazprom gehe für 2014 nun von Ausfuhren von 157 Milliarden Kubikmetern oder "etwas weniger" aus, sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag. Zuvor hatte der Staatskonzern mit 158,4 Milliarden Kubikmetern kalkuliert. Im vergangenen Jahr hatte Gazprom noch 162 Milliarden Kubikmeter Gas nach Europa exportiert. Der Preis für russisches Gas dürfte bei 350 Dollar für 1000 Kubikmeter liegen, sagte Michail Malgin von der Konzerntochter Gazprom Export. 2013 verlangte Russland noch 387 Dollar von den Europäern.

Kommentare (5)

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Herr C. Falk

11.09.2014, 16:19 Uhr

Da Russland mit seinen Gas-Euros eh nichts mehr in der EU kaufen kann da es sanktioniert ist und seine Konten eingefroren sind, besteht auch kein Grund mehr Gas in die EU zu liefern.

Ist das eine logische Schlussfolgerung oder gibt es da einen Denkfehler?

Frau Helga Trauen

11.09.2014, 16:36 Uhr

Polen erhielt also 45% weniger Gas als "angefordert"! Die richtige Wortwahl ist also eminent wichtig. Russland steht zu seinen Verträgen, und liefert genau die Menge, zu der es verpflichtet ist.
Die EU meint, sie könne einfach mehr "anfordern" und den Ukrainern schenken. Das wird wohl doch nicht so einfach sein.
Putin ist kein dummer Junge! Er ist ein Staatsmann, der weiß, was Geopolitik ist. Von der EU-Laienspielgruppe, die "Supermacht EUSSR" spielt, kann man das wahrlich nicht behaupten. Schön, dass sie die Polen in diesem EU-Umfeld so wohlfühlen... nichts gelernt!

Herr C. Falk

11.09.2014, 16:43 Uhr

Polen hofft jetzt natürlich, dass es Gas aus den deutschen Vorratslagern bekommt, die für fünf Monate als Reserve ausreichen, aus diesen fünf Monaten werden dann natülich entsprechend weniger Monate sollte man einer wahrscheinlichen Forderung aus Polen deutscherseits nachkommen.

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