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18.11.2016

20:30 Uhr

Neuer US-Präsident

Was die Wahl für den Unternehmer Trump bedeutet

Heute Immobilienmogul, bald US-Präsident: Donald Trump steht vor einem Rollenwechsel, bei dem Interessenkonflikte vorgezeichnet sind. Lassen sich seine Milliardengeschäfte mit dem Regierungsamt unter einen Hut bringen?

Damit der Geschäftsmann Trump nicht zum Großprofiteur des Präsidenten Trump werden kann, verspricht er, seine Immobilien- und Unternehmensanteile in eine unabhängige Treuhandgesellschaft auszulagern. AP

Bewachter New Yorker Trump Tower

Damit der Geschäftsmann Trump nicht zum Großprofiteur des Präsidenten Trump werden kann, verspricht er, seine Immobilien- und Unternehmensanteile in eine unabhängige Treuhandgesellschaft auszulagern.

New YorkDas hat es so auch noch nie gegeben: Mit Donald Trump wird ein ebenso prominenter wie umstrittener Geschäftsmann Präsident der Vereinigten Staaten. Ins Weiße Haus begleiten ihn milliardenschwere unternehmerische Eigeninteressen sowie zahlreiche Rechtsstreitigkeiten. Mit seinen politischen Entscheidungen kann er künftig das Wohlergehen seines Firmenimperiums beeinflussen – Analysten warnen vor „beispiellosen Interessenkonflikten“.

Damit der Geschäftsmann Trump nicht zum Großprofiteur des Präsidenten Trump werden kann, verspricht er, seine Immobilien- und Unternehmensanteile in eine unabhängige Treuhandgesellschaft auszulagern. Über dieses im Fachjargon „Blind Trust“ genannte Investmentvehikel hat Trump formal keine Kontrolle. „Wir werden es ganz legal machen“, versicherte Trumps Berater Michael Cohen dem US-Sender CNN. Dieser Weg ist an sich nicht ungewöhnlich; Präsidenten wie Reagan, Clinton oder Bush wählten ebenfalls solche Lösungen.

Doch diesmal liegt die Sache etwas anders. Leiten sollen die „Trump Organization“, das Dach des Firmenreichs, künftig Trumps Kinder Don, Eric und Ivanka. Die Kontrolle bliebe in der Familie, die politisch ebenfalls stark eingebunden ist.

Trumps Vermögen steckt in Immobilien

Auch sonst sind Interessenkonflikte programmiert. So dürften Verhandlungspartner schwer ausblenden können, dass sie es mit Abgesandten des US-Präsidenten zu tun haben. Nicht zuletzt gehört es zu Trumps Geschäftsmodell, Produkten und Gebäuden seinen Namen wie einen dicken Stempel aufzudrücken.

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Die Bezeichnung „Blind Trust“ sei bei genauerer Betrachtung ohnehin nicht zutreffend, meint der Experte Norm Eisen von der Washingtoner Denkfabrik Brookings Institution. Um wirklich sicherzustellen, dass er allen Einfluss abgebe, müsse Trump sein Vermögen liquidieren. Dann müssten unabhängige Treuhänder ein neues Portfolio aufbauen, dessen Zusammenstellung er selbst nicht kenne. Das sei allerdings praktisch unmöglich. Denn Trumps Vermögen steckt vor allem in Immobilien, die sich in der Regel nicht so schnell zu Geld machen lassen.

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