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28.05.2013

18:41 Uhr

Neues Abkommen

Deutschland und USA kämpfen gegen Steuersünder

Ein bilaterales Abkommen zwischen Deutschland und den USA soll im Kampf gegen Steuerbetrüger weltweit für mehr Ehrlichkeit sorgen. Noch in dieser Woche wollen beide Parteien unterschreiben.

Euro-Banknoten: Deutsche und US-Behörden wollen stärker kooperieren. dpa

Euro-Banknoten: Deutsche und US-Behörden wollen stärker kooperieren.

BerlinDeutschland und die USA arbeiten im Kampf gegen Steuerbetrug künftig enger zusammen. Das Bundeskabinett will an diesem Mittwoch grünes Licht für ein Abkommen zur Förderung der Steuerehrlichkeit bei internationalen Transfers geben. Das bilaterale Abkommen soll am Freitag unterzeichnet werden. Es beruht auf einem mit Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien 2012 mit den USA ausgehandelten Modell. Gleichzeitig bringen Union und FDP einen Entwurf zur raschen Umsetzung des Abkommens ein, das von 2014 an wirksam werden soll.

Deutschland verpflichtet sich, von den in hierzulande ansässigen Finanzinstituten Informationen über jene Konten zu erheben und der US-Behörde zur Verfügung zu stellen, die für US-Kunden geführt werden. Im Gegenzug verpflichteten sich die USA, deutschen Steuerbehörden Informationen über Zins- und Dividendeneinkünfte zu liefern. Die USA sagen zudem zu, alle in Deutschland ansässigen Finanzinstitute von der Pflicht auszunehmen, mit der US-Steuerbehörde Vereinbarungen abschließen zu müssen, um in den USA Quellensteuern unter dem „FATCA-Gesetz“ zu vermeiden.

Steuerhinterziehung quer durch die Gesellschaft

Nebeneinkünfte verheimlichen

Insbesondere Empfänger von Sozialleistungen wie Hartz IV können in die Versuchung geraten, Steuern und Abgaben zu sparen, indem sie Nebeneinkünfte nicht erklären.

Werbungskosten überhöhen

Eine typische Art des Steuernsparens bei Angestellten ist das Aufblasen der Werbungskosten, denn dies drückt die Steuerlast.

Schwarzarbeit

Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber versuchen immer wieder Steuern zu sparen, indem sie ihre Tätigkeit nicht offiziell anmelden.

Konten im Ausland

Wer hohe Einnahmen hat, muss nach deutschem Steuerrecht auch viel abgeben. Gerne wird deshalb versucht, am deutschen Fiskus vorbei Geld auf Konten ins Ausland zu schaffen.

Wahl des Produktionsstandorts

Die Produktion an einen Standort zu verlegen, wo die steuerlichen Rahmenbedingungen günstig sind, ist legitim. Illegal wird es dann, wenn dort nur eine Briefkastenfirma eingerichtet wird.

Mit dem US-Gesetz („Foreign Account Tax Compliance Act/FATCA“) vom März 2010 nimmt der amerikanische Fiskus IRS Steuerbetrüger weltweit ins Visier. Mit neuen Vorschriften sollen im Ausland versteckte Vermögen von US-Steuerpflichtigen aufgespürt werden. Finanzinstitute außerhalb der USA sind künftig verpflichtet, mit der US-Steuerbehörde zu kooperieren.

Ausländische Vermögensverwalter, Banken und Fonds müssen dem US-Fiskus detaillierte Angaben über Kunden geben, die in den USA steuerpflichtig sind. Ebenso sollen ausländische Finanzinstitute unter bestimmten Voraussetzungen Steuern auf Erträge aus amerikanischen Quellen zugunsten der USA einbehalten. Andernfalls fällt eine Quellensteuer von 30 Prozent auf Erträge an.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Eventl.KriminellerSteuerbuerger

28.05.2013, 19:40 Uhr

Wer sich jetzt der Hoffnung hingibt etwaige Steuersenkungen in spe wären zu erwarten, da jetzt die Steuervermeidung/Steuerhinterziehung international geächtet wird, täuscht sich.

Deutschland ist auf der Jagd nach Steuervermeidern/Steuerhinterziehern etc. weil es auch bei wachsenden Steuereinnahmen ein Problem mit den Ausgaben hat. Die Pensionsbelastungen durch pensionierte Beamte werden demografisch extrem stark wachsen während der Steuerzahlerpool schrumpft. Das Problem wird politisch geflissentlich ignoriert und der Einkommenssteuerzahler betrogen. Wie zum Beispiel bei der jahrelangen Ignoranz der Kalten Progression/Einkommenssteuer. Diese klammheimliche Steuererhöhung finanziert sicher indirekt die Beamtenpensionen. Auch die Infrastruktur kann verfallen solange nur nicht an die überzogene Pensionsregelung gegangen wird. Tja, jede Erhöhung der Beamtenbezüge wirkt sich nun mal auch auf die Pension aus. Während der einfache Bürger kaum eine private Altersvorsorge aufbauen kann weil die Last des Rund-um-Sorglos-Paket der Beamten steuererhöhend wirk,t wird Jagd auf Steuerbürger gemacht statt endlich mal mit den Steuerverschwendern aufzuräumen.

Schade, Alternativen gibt es nicht, hat doch im Parlament die Beamtenlobby die absolute Mehrheit. So kann und darf Demokratie nicht funktionieren. Der Staat als Selbstbedienungsladen.

Cater

29.05.2013, 00:00 Uhr

Bolschewistische Politiker,die ihre eigene Familie fett und feist zu Lasten der Bürger sanieren und die unermessliche Steuereinnahmen verjubeln ,verbraten und verschieben,werden zwangsläufig den Zorn des Volkes zu spüren bekommen.

Wehe euch,früher hieß es einmal :
Les aristocrates à la lanterne! Ah! ça ira, ça ira, ça ira, Les aristocrates on les pendra!

Das Volk wird sich der Geschichte erinnern.

Account gelöscht!

29.05.2013, 10:36 Uhr

Mich erinnert die ganze Hetzjagd ein bisschen an die Geschichte von Philipp den Schönen aus Spanien. Durch seinen exzessiven Lebensstil waren die Steuerkassen leer und er musste sich immer neue Einnahmequellen sichern. Er ging mit brutaler Gewalt gegen das Volk vor und liess tausende Menschen Hinrichten, die nicht zahlen konnten. Er unterdrückte das Volk mit immer mehr Steuerlasten und brachte schliesslich die Tempelritter mit Lügen und Denunziation zu Fall. Genutzt hat es ihm auch nichts und sein Ende ist bekannt.

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