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27.01.2010

23:06 Uhr

Neues Abkommen

Moskau und Minsk legen Ölstreit bei

Nach wochenlangen Verhandlungen hat sich Russland im Ölstreit mit dem Nachbarland Weißrussland auf ein neues Öl-Abkommen geeinigt. Demnach erhält Minsk jährlich zollfrei 6,3 Mio. Mio. Tonnen russisches Rohöl. Zudem garantieren beide Staaten den reibungslose Öl-Transit nach Westeuropa ist.

Kompressor in der Nähe von Minsk: Weißrussland exportiert einen Teil seines Öls nach Deutschland. Reuters

Kompressor in der Nähe von Minsk: Weißrussland exportiert einen Teil seines Öls nach Deutschland.

HB MOSKAU. Nach wochenlangen Verhandlungen hat sich Russland im Ölstreit mit dem Nachbarland Weißrussland auf ein neues Öl-Abkommen geeinigt. Demnach erhält Minsk jährlich zollfrei 6,3 Mio. Mio. Tonnen russisches Rohöl. Das entspreche dem Bedarf des Landes, sagte Weißrusslands Vizeregierungschef Wladimir Semaschko am Mittwoch nach Angaben der Agentur Ria Nowosti. Außerdem wird die Transitgebühr für russisches Öl nach Westeuropa, die derzeit 3,9 Dollar (2,10 Euro) pro Tonne und 100 Kilometer beträgt, um elf Prozent erhöht. Der bisherige Vertrag war am Neujahrstag ausgelaufen.

Beide Staaten garantierten zudem den reibungslosen Öl-Transit nach Westeuropa. Durch das autoritär regierte Weißrussland laufen wichtige Transitwege für russisches Öl Richtung Europäische Union.

Von täglich rund 400 000 Barrel Öl (je 159 Liter) aus Russland exportiert Weißrussland einen Teil auch nach Deutschland und Polen.

Minsk hatte deutlich mehr Geld für das Weiterleiten des Öl nach Westen verlangt. Moskau hingegen hatte eine Erhöhung seiner Exportzölle angestrebt.

Nach Angaben von Ria Nowosti reichten Weißrusslands Ölvorräte, die fast ausschließlich von Russland gedeckt werden, nur noch für eine Woche. Minsk habe deshalb gedroht, die Transitleitungen anzuzapfen. Vor drei Jahren hatten beide Länder schon einmal heftig über Öllieferungen gestritten. Damals war die durch Weißrussland führende "Freundschaft"-Pipeline für russisches Öl in Richtung EU einige Tage lang blockiert. Russland hatte bei einem Scheitern der Verhandlungen erneut mit der Drosselung seiner Öllieferungen gedroht.

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