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01.10.2015

17:51 Uhr

Neues Gesetz in Russland

Zentralbank rechnet mit bis zu 500.000 Privatinsolvenzen

Bis ans Ende ihrer Tage mussten überschuldete Russen bisher damit rechnen, von ihren Gläubigern „verfolgt“ zu werden. Ein neues Gesetz soll Privatleuten die Insolvenz ermöglichen. Rund 500.000 Russen sind betroffen.

Waren Insolvenzen für Privatleute in Russland vorher nicht möglich, eröffnet nun ein neues Gesetz einen Ausweg aus der Schuldenfalle. dpa

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Waren Insolvenzen für Privatleute in Russland vorher nicht möglich, eröffnet nun ein neues Gesetz einen Ausweg aus der Schuldenfalle.

MoskauDie russische Zentralbank rechnet mit bis zu einer halben Millionen Privatinsolvenzen. Das dazu am Donnerstag in Kraft getretene Gesetz löse das bisherige Problem, dass überschuldete Privatpersonen von „Gläubigern verfolgt“ würden, sagte der Vizepräsident der Zentralbank, Wassili Posdischew. Das betreffe 400.000 bis 500.000 Personen.

Bislang konnten in Russland nur Unternehmen Bankrott anmelden. Privatpersonen mussten dagegen damit rechnen, bis ans Ende ihrer Tage von den Gläubigern verfolgt zu werden. Das neue Gesetz schiebt dem einen Riegel vor, das heißt die Gläubiger müssen im Zweifelsfall einen Teil ihrer Kredite abschreiben. Wer Privatinsolvenz beantragt, darf drei Jahre lang keine Firma leiten. Außerdem kann ihm ein Gericht vorübergehend Auslandsreisen verbieten.

Nach Angaben der Zentralbank waren private Kreditnehmer im August mit der Rückzahlung von umgerechnet 15 Milliarden Euro mindestens drei Monate im Rückstand.

Von

ap

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