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22.03.2013

19:41 Uhr

Neues Rettungsmodell

Bankenabwicklung soll Zyperns Finanzbedarf senken

VonJan Hildebrand

ExklusivFür die Zypern-Rettung ist ein neues Modell im Gespräch. Die zentrale Rolle spielt dabei die Laiki-Bank. Durch ihre Abwicklung könnte der Finanzbedarf senken. Die Zwangsabgabe würde dennoch kommen.

Schlangen vor Automaten der Laiki-Bank: Die Aufspaltung des Geldhauses soll den Finanzbedarfs Zyperns senken. dpa

Schlangen vor Automaten der Laiki-Bank: Die Aufspaltung des Geldhauses soll den Finanzbedarfs Zyperns senken.

DüsseldorfDie Geldgeber-Troika und Zypern sprechen über ein neues Modell, wie das Land einen Eigenbeitrag zum geplanten Rettungsprogramm liefern kann. Nach Informationen von Handelsblatt Online aus Verhandlungskreisen wird eine Paketlösung als Beitrag des zyprischen Bankensektors geprüft. So soll der Finanzbedarf des Landes durch die geplante Abwicklung eines Teils der Laiki-Bank (Popular Bank) gesenkt werden.

Der Rest soll über eine Zwangsabgabe auf Einlagen bei den übrigen zyprischen Banken zusammenkommen. Diese Abgabe könnte dann deutlich moderater ausfallen, als es die Einigung der Euro-Finanzminister vor einer Woche vorsah.

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Die Kontoinhaber bei der Laiki Bank müssten in dem Modell allerdings einen höheren Beitrag leisten, hieß es. Bei der Aufspaltung der zweitgrößten zyprischen Bank würden Guthaben über 100.000 Euro in eine „Bad Bank“ überführt. Wie viel die Kunden davon später einmal zurückerhalten, ist unklar.

Nach Informationen von Handelsblatt Online sind bei den Gesprächen mit der Troika allerdings schon wieder neue Probleme aufgetaucht. Die Wirtschaftslage werde mittlerweile schlechter eingeschätzt. Das führe wiederum zu einem höheren Finanzbedarf des Landes, hieß es in den Verhandlungskreisen. Die Wirtschaft dürfte durch das derzeitige Chaos bei der Rettung und die lange Schließung der Banken leiden.

Die falschen Versprechungen der EU

Keine Haftungsunion

„Eine gesamtschuldnerische Haftung wird es nicht geben, solange ich lebe."
Bundeskanzlerin Angela Merkel am 26. Juni 2012

Im Oktober 2012 schlägt die Troika aus EU, EZB und IWF den Finanzministern der Euro-Zone einen weiteren Schuldenschnitt für Griechenland vor: Auch die öffentlichen Gläubiger sollen Athen nun einen Teil ihrer Forderungen erlassen. Damit würde die Rettung Griechenlands erstmals die deutschen Steuerzahler wirklich Geld kosten. Schäuble lehnt ab und schlägt vor, Griechenland mehr Zeit zu geben.

Das Volumen der Rettungsschirme

„Wir haben jetzt ein Land unter dem Schirm, das ist Irland. Und damit ist das Volumen noch weit davon entfernt, ausgeschöpft zu sein."
Bundeskanzlerin Angela Merkel am 12. Januar 2011

Im April 2011 stellt Portugal Antrag auf Hilfe. Es wird klar, dass die bisher hinterlegten Bürgschaften nicht ausreichen, um die Kredite zu den gewünschten Zinskonditionen zu beschaffen. Im Juni beschließt die Euro-Zone, den EFSF auf 780 Milliarden Euro aufzustocken, durch den sogenannten Hebel wird das Volumen im Oktober auf mehr als 1000 Milliarden Euro erhöht.

Kein griechischer Schuldenschnitt

„Ich werde langsam müde, diese Gerüchte immer wieder zu dementieren."
Griechenlands früherer Finanzminister Giorgos Papakonstantinou am 18. April 2011

Im Oktober beschließen die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone einen Schuldenschnitt für Griechenland: Private Gläubiger und Banken verzichten auf 50 Prozent ihrer Forderungen.

Keine dauerhaften Rettungsschirme

„Die Rettungsschirme laufen aus. Das haben wir klar vereinbart."
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am 24. Juli 2010

Die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (ESFS) ist zwar zeitlich befristet, aber die Euro-Finanzminister einigen sich Anfang 2012 auf den dauerhaften Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM).

Keine Finanzhilfe für Griechenland

„Hilfe steht nicht auf der Tagesordnung, denn Griechenland sagt selbst, dass es im Augenblick keine Hilfe braucht."
Bundeskanzlerin Angela Merkel am 21. März 2010

Ende April beantragt Griechenland offiziell Finanzhilfe, im Mai beschließen die EU, die Europäische Zentralbank (EZB) und der Internationale Währungsfonds (IWF) das erste Griechenlandpaket.

Kommentare (10)

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Augias

22.03.2013, 19:58 Uhr

Die Wirtschaft dürfte durch das derzeitige Chaos bei der Rettung und die lange Schließung der Banken leiden.
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Dann sollte man die zypriotische Wirtschaft (?) mit dem Geld der über 100.000-€uro-Konten tatkräftig unterstützen - und nicht den erhöhten Bedarf durch die selbstverschuldete Bankenschließung den Geberländern aufbrummen! Was bilden sich diese Bankrotteure eigentlich ein, wer sie sind ?

AfD_waehlen

22.03.2013, 20:20 Uhr

Wenn Schlecker Pleite ist, dann geht Schlecker eben insolvent -da käme ja auch keiner auf die Idee, dass Aldi und Rewe mithaften müssten.
Soll diese Drecksbank Laiki halt in die Insolvenz gehen: Die Europa-weite Einlagensicherung bis 100k€ gilt auch da und die Grossinvestoren haben dann eben Pech gehabt -warum die ganze Aufregung um eine im internationalen Vergleich absolut lächerlich winzige Bank in einem absolut lächerlich winzigem Staat mit einem absolut lächerlich winzig kleinem Wirtschaftseinfluss??

RudiM

22.03.2013, 20:27 Uhr

.....warum die ganze Aufregung um eine im internationalen Vergleich absolut lächerlich winzige Bank in einem absolut lächerlich winzigem Staat mit einem absolut lächerlich winzig kleinem Wirtschaftseinfluss??
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@AfD_waehlen

Und mit den absolut lächerlichsten Politikern in diesem Universum - universale Clowns sozusagen!

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