Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.03.2017

22:38 Uhr

Neues Säbelrasseln in Asien

Trump will Taiwan Waffen liefern

Außenminister Rex Tillerson reist nach Peking, und Donald Trump zeigt schon mal die Daumenschrauben. Er verhandelt nach Medienberichten über riesige Waffenlieferungen an Chinas Erzfeind Taiwan.

So soll er einmal aussehen, der von Taiwan in Eigenregie gebaute Indigenous Defence Fighter (IDF). Gezeigt wurde er im Januar in Taichung. Noch bezieht der Inselstaat allerdings seine Militärausrüstung vor allem aus den USA. Ein Milliardendeal soll in Planung sein. Reuters, Sascha Rheker

Ein Modell des geplanten taiwanesischen Indigenous Defence Fighter (IDF)-

So soll er einmal aussehen, der von Taiwan in Eigenregie gebaute Indigenous Defence Fighter (IDF). Gezeigt wurde er im Januar in Taichung. Noch bezieht der Inselstaat allerdings seine Militärausrüstung vor allem aus den USA. Ein Milliardendeal soll in Planung sein.

WashingtonDie Regierung von US-Präsident Donald Trump arbeitet Insidern zufolge an neuen Waffenlieferungen für Taiwan, die zu Ärger mit China führen könnten. Darin enthalten sein könnten auch Raketenabwehrsysteme und Raketen zur Kampf gegen Kriegsschiffe, verlautete aus US-Regierungskreisen am Freitag und damit unmittelbar vor dem China-Besuch von US-Außenminister Rex Tillerson am Wochenende. „Der politische Wunsch ist es, einen umfangreichen Deal abzuschließen“, sagte ein Insider. Die Beratungen dazu hätten bereits begonnen. Der Deal könnte deutlich größer ausfallen, als das von Trumps Vorgänger Barack Obama Ende 2016 gestoppte Vorhaben über angeblich eine Milliarde Dollar. Das US-Präsidialamt äußerte sich nicht dazu.

Bis zum einem Abschluss dürfte es aber wohl noch Monate oder möglicherweise bis zum nächsten Jahr dauern. Eine Hürde seien die Spannungen zwischen China und Taiwan, sagte einer der Insider. Hier könne der Waffendeal zu Verstimmungen in Peking führen, die eine Zusammenarbeit in Fragen der internationalen Sicherheitspolitik wie im Konflikt um Nordkoreas Aufrüstung erschweren. Für Verzögerungen könne auch der Umstand sorgen, dass Trump noch nicht alle wichtigen Regierungsposten im Bereich der nationalen Sicherheit besetzt habe.

Chinas Außenminister: Peking sieht Beziehungen zu USA auf gutem Weg

Chinas Außenminister

Peking sieht Beziehungen zu USA auf gutem Weg

Der Start ist holprig gewesen - doch China scheint bemüht, die anfänglichen Irritationen über Trumps Umgang mit Taiwan zu vergessen. Außenminister Wang Yi warnt aber vor einer Eskalation mit Nordkorea.

Trump hatte bereits kurz nach seiner Wahl die Regierung in Peking verärgert, weil er die von ihr gegenüber Taiwan verfolgte „Ein-China-Politik“ anfangs infrage gestellt hatte. Bislang akzeptierten die USA diese Position Chinas, das Taiwan als abtrünnige Provinz und als Teil der Volksrepublik betrachtet. Im Februar relativierte Trump in einem Telefongespräch mit seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping seine ersten Äußerungen wieder. Die USA hatten 1979 die diplomatischen Beziehungen zu China aufgenommen und dafür die offiziellen Verbindungen zu Taiwan gekappt. Sie sind für die Regierung in Taipeh aber weiter der engste Verbündete und ein wichtiger Waffenlieferant.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×