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27.06.2013

20:57 Uhr

Neues System

Großbritannien stärkt Versicherungsschutz gegen Flutschäden

Britische Versicherungen bilden künftig mit Hilfe des Staates gesonderte Rücklagen für Schadensfälle in Hochwasserregionen. Profitieren sollen davon in erstes Linie die Versicherten selbst.

Hochwasser in Shrewsbury: Der britische Staat will den Hochwasserschutz verbessern. ap

Hochwasser in Shrewsbury: Der britische Staat will den Hochwasserschutz verbessern.

LondonGroßbritannien ist auf dem Weg zu einer staatlich gestützten Versicherung gegen Flutschäden einen Schritt vorangekommen. Am Donnerstag einigte sich die Regierung in London mit dem Versichererverband ABI im Kern auf den Aufbau eines Systems, das Bewohnern überschwemmungsgefährdeter Gebiete einen günstigen Versicherungsschutz bieten soll. Bereits jetzt schlagen Versicherer im Schnitt auf jede Prämie für eine Gebäudeversicherung umgerechnet 12,27 Euro (10,50 Pfund) drauf, um für Schäden in Überschwemmungsgebieten aufzukommen. Diese Mittel sollen nun in einen gesonderten Topf wandern, um Rücklagen für Schadensfälle in Risikoregionen zu bilden.

Dieser sogenannte „Flood Re“-Fonds soll eine Vereinbarung zwischen den Versicherern und dem Staat ersetzen, die im kommenden Monat ausläuft. Bisher bieten die Versicherungen damit rund 200.000 Haushalten in überflutungsgefährdeten Gebieten günstige Policen an. Die Regierung hat sich im Gegenzug zum verstärkten Bau von Deichen und Schutzmauern verpflichtet. Die Gespräche zur Verlängerung dieser Vereinbarung waren im November 2012 abgebrochen worden, weil sich der hoch verschuldete Staat zunächst nicht zu einem solchen Engagement in der Lage sah. Die größten Gebäudeversicherer im Land sind Aviva, RSA und Direct Line Insurance. Auch die Briten haben in den vergangenen Jahren immer wieder schwere Überschwemmungen erlebt.

In Deutschland hat die Debatte über eine Zwangsversicherung von Hausbesitzern gegen Naturkatastrophen angesichts der jüngsten Flutschäden zuletzt wieder an Fahrt gewonnen. So brachte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) eine flächendeckende Elementarschadenversicherung ins Gespräch. Die Versicherungsbranche wies eine solche Pflichtpolice jedoch mit der Begründung zurück, diese würde Anreize für eigene Schutzmaßnahmen etwa gegen Hochwasserschäden zunichtemachen.

Von

rtr

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