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12.01.2005

14:18 Uhr

Neujahrsempfang für das diplomatische Korps

Köhler: Armutsbekämpfung bleibt große Aufgabe

Als langfristige Folge der Flutkatastrophe in Südasien hat Bundespräsident Horst Köhler neue weltweite Anstrengungen zur Bekämpfung der Armut verlangt. „Ich wünsche mir, dass die Solidarität, die wir heute empfinden, in ein neues Bewusstsein mündet für die große Bedeutung, die die Bekämpfung der weltweiten Armut für uns alle hat“, sagte Köhler am Mittwoch in Berlin beim traditionellen Neujahrsempfang für das Diplomatische Corps.

HB BERLIN. Er fügte hinzu: „Wann, wenn nicht jetzt, beginnen wir, unser Handeln auch als Weltinnenpolitik zu verstehen?“ Die mehr als 200 in Berlin akkreditierten Botschafter und Geschäftsträger legten eine Schweigeminute für die Flutopfer ein. Köhler sagte, über das Grauen der Flutkatastrophe dürfe insbesondere nicht die Not und die Armut in Afrika aus den Augen verloren werden. „Afrika muss seinen gerechten Platz in der Welt finden.“

Innenpolitisch setzte sich Köhler mit Nachdruck für die Fortsetzung der Reformen zur Modernisierung der bundesstaatlichen Ordnung, der sozialen Sicherungssysteme und des Bildungswesens ein. Angesichts der „großartigen Solidarität“ der Deutschen in diesen Tagen habe er keinen Zweifel, „dass wir auch die notwendigen Veränderungen im eigenen Land schaffen werden“. In der EU-Politik verlangte Köhler eine zügige Ratifikation der europäischen Verfassung.

Als Vertreter der Diplomaten würdigte der vatikanische Erzbischof Erwin Josef Ender das Engagement Köhlers für ein neues Vertrauen der Deutschen in die eigenen Fähigkeiten. Der Bundespräsident lade die Bürger dazu ein „ihr Land und Volk zu achten und hochzuschätzen, und das nicht trotz, sondern gerade auch angesichts der gegenwärtigen Schwierigkeiten“. Dies sei bei vielen anderen Völkern weitgehend selbstverständlich, sagte er.

Es war der erste Neujahrsempfang Köhlers für das Diplomatische Korps. Köhler war im Mai 2004 in das höchste Staatsamt gewählt worden.

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