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03.01.2014

14:36 Uhr

Neuwagen in Kuba

Anfang vom Ende des Oldtimer-Paradieses

Castros Kuba reformiert sich weiter: Zum Jahreswechsel hat die sozialistische Karibikinsel ein altes Verbot für den Kauf importierter Neuwagen aufgehoben. Der Erwerb moderner Autos bleibt aber nur wenigen vorbehalten.

Ford Victoria aus dem Jahr 1956 in Havanna: Nach jahrzehntelangem Verbot erlaubt Kuba von diesem Freitag an den Import von Neuwagen. dpa

Ford Victoria aus dem Jahr 1956 in Havanna: Nach jahrzehntelangem Verbot erlaubt Kuba von diesem Freitag an den Import von Neuwagen.

HavannaDas Bild ist auch bei deutschen Karibik-Touristen beliebt: Ein alter amerikanischer Schlitten aus den 1950er Jahren, der direkt am Meer die berühmte Uferpromenade Malecón in Havanna entlang rattert - eine Zeitreise. Seit Jahren gilt das sozialistische Kuba als Paradies für Oldtimer-Liebhaber. Das nostalgische Gefühl könnte sich aber bald ändern. Denn die Castro-Regierung erlaubt ihren Bürgern ab sofort den Kauf von Neuwagen. Die Reform erfreut die Bevölkerung, auch wenn nicht alle davon profitieren werden.

Am Freitag trat die neue Regelung in Kraft, die den Kubanern den freien Erwerb von Autos offiziell erlaubt. Jeder, der sich das finanziell leisten kann, darf nun zum stolzen Besitzer eines frisch importierten Neuwagens aufsteigen.

Jahrzehntelang war dies fast unmöglich gewesen. Kurz nach der Revolution von 1959 hatte Kuba den freien Autohandel weitgehend verboten. Neuwagen wurden in der Regel nur vom Staat als „Prämie“ an Regierungsbeamte oder Ärzte vergeben.

Eingeführt wurden vor allem sowjetische Modelle wie die inzwischen veralteten Lada oder Moskwitsch. Für den privaten Erwerb benötigte man eine Sondergenehmigung („carta de autorización“), die oft erst nach jahrelanger Wartezeit erteilt wurde. Die strikte Regelung galt auch für auf der Insel lebende Ausländer.

Nur mit Autos, die vor 1959 gebaut wurden, durfte frei gehandelt werden. So entstand eine der wohl bekanntesten Tourismus-Attraktionen Havannas: hochbetagte Fahrzeuge, die ausländische Besucher durch die Hauptstadt kutschieren oder ihren Dienst als billige öffentliche Verkehrsmittel für die einheimische Bevölkerung verrichteten.

2011 kam die erste Lockerung. Als Teil ihres marktwirtschaftlichen Öffnungskurses erlaubte die Regierung von Präsident Raúl Castro (82) den freien An- und Verkauf von Gebrauchtwagen. Der Erwerb neuer Autos blieb aber weiterhin nur wenigen Menschen vorbehalten.

Kommentare (2)

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alpha11

03.01.2014, 17:54 Uhr

Vom Ende des Oldtimerparadies zu sprechen ist absolut schwachsinnig. Bei einem durchschnittl. Monatsverdient von Euro 20,00 kaufen sich jetzt alle Kubaner eine Mercedes oder VW oder Audi oder sonst was. Genauso mit der Ausreisegenehmigung. Welcher Kubaner hat das Geld seinen Flug zu bezahlen. Und die Intelligenz (Ärzte, Forscher, usw.) brauchen nach wie vor eine Ausreisegenehmigung.

Privatier

03.01.2014, 19:18 Uhr

@alpha11
" Welcher Kubaner hat das Geld seinen Flug zu bezahlen.."
Und selbst wenn er es bezahlen kann, bekommt er i.d.R., ohne Bürge, kein Einreisevisum in ein kapitalistisches Land.
Was nützt die tollste Reisefreiheit, wenn ich ins gewünschte Land nicht einreisen darf.
Da haben wir, im Vergleich zu vielen Anderen, traumhafte Reisemöglichkeiten.

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