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10.01.2012

09:53 Uhr

New Hampshire

Newt Gingrich, der Wahlkampf und das Geld

VonAstrid Dörner

Vor kurzem sah Newt Gingrich noch wie ein Gewinner aus, jetzt droht ihm bei den Vorwahlen in New Hampshire eine Pleite. Sein Beispiel zeigt, wie ein Kandidat zum Verlierer werden kann – wenn die Gegner genug Geld haben.

Im Wahlkampfbus von Gingrich

Video: Im Wahlkampfbus von Gingrich

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Dover/New HampshireEs hätte so schön sein können. Noch vor wenigen Wochen lag Newt Gingrich in den Umfragen vorn. Mit seinen Plänen, die Finanzreform zurückzudrehen und die Gesundheitsreform gleich mit schien er den Nerv vieler Wähler getroffen zu haben. Dann prasselten eine Reihe von Werbespots auf ihn ein, die ihn in ein schlechtes Licht gerückt haben – und mit der Wählergunst war es dahin. Gingrich, der mit der Demokratischen Politikerin Nancy Pelosi auftritt, der sich für den Kampf gegen den Klimawandel ausspricht, der seinen Standpunkt ständig ändert, der bestechlich ist – ständig flimmerten die Anschuldigungen durch Iowas Wohnzimmer. Bei den ersten Vorwahlen vergangene Woche landete Gingrich schließlich nur auf Platz vier.

„45 Prozent aller politischen Werbespots in Iowa waren gegen mich gerichtet“, moniert der ehemalige Sprecher des Repräsentantenhauses, der auf eine lange Karriere in Washington zurückblickt.  Eine Gruppe, die sich „Restore Our Future“ nennt und seinen Konkurrenten Mitt Romney unterstützt, hat dafür rund drei Millionen Dollar ausgegeben. Und Gingrich fehlte einfach das Geld um dagegen anzukämpfen.

Doch der 68-Jährige hat noch längst nicht aufgegeben. Unermüdlich tourte er in den vergangenen Tagen durch den Bundesstaat New Hampshire, in dem am Dienstag die Vorwahlen stattfinden. Doch der entstandene Schaden lässt sich nicht einfach durch Handschütteln beseitigen. Kurz vor der Wahl liegt er auf Platz drei, immer noch weit hinter Romney. Und gleich zwei verpatzte Vorwahlen wären keine guten Vorzeichen für all diejenigen Rennen, die vielleicht noch vor ihm liegen.

Der Fall zeigt, wie viel man im amerikanischen Vorwahlkampf erreichen kann, wenn das Geld in eine bestimmte Richtung fließt. „Restore our Future“ ist eine Organisation, die unter die Kategorie „Super PAC“ fällt. Statt direkt Geld für einen bestimmten Kandidaten zu spenden, können Unterstützer ihr Geld auch an eine Super PAC  überweisen. Diese investiert das Geld dann in den Wahlkampf des Kandidaten, ist allerdings nicht Teil seiner offiziellen Kampagne. So kommt es, dass Romneys „Restore Our Future“ fiese Wahlkampfspots schaltet, die Romney selbst nie schalten würde. Und: Die Spender können anonym bleiben.

Egal wie die Wahl in New Hampshire ausgehen wird, Gingrich will auf jeden Fall bei der nächsten Vorwahl in South Carolina noch mitkämpfen. Schon Dienstag Nacht fliegt er mit seinem Wahlkampfteam gen Süden. Auch dort ist ihm Widerstand gewiss. „Restore our Future“ hat angekündigt, für 2,3 Millionen Dollar Werbespots schalten zu wollen. Doch dieses Mal will Gingrich besser gerüstet sein. Auch er hat eine Super PAC. Sie heißt „Winning Our Future“ und hat gerade eine fünf Millionen Dollar schwere Spende von einem einflussreichen Kasino-Unternehmer aus Las Vegas bekommen. Damit will die Organisation nun Romney angreifen – und investiert für Werbespots in South Carolina 3,4 Millionen Dollar.

 

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