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04.11.2013

07:11 Uhr

New York

Der Obama vom Hudson River

VonNils Rüdel

New York wählt einen Bürgermeister – und alles deutet auf den Demokraten Bill de Blasio hin. Sein Thema ist soziale Ungleichheit, ganz wie bei seinem Vorbild Obama. Gegner warnen vor der Rückkehr von Mord und Totschlag.

Bill de Blasio auf Wahlkampftour: Er will der neue Bürgermeister von New York werden – und seine Chancen stehen gut.

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„Es gibt da diese Leute“, ruft der Kandidat mit gespielter Empörung von der Bühne herab, „die sagen, unsere Ziele sind zu ehrgeizig“. Diese Leute hätten natürlich Unrecht. „Groß zu denken ist nichts Neues für uns“, ruft der Kandidat, und Applaus brandet auf. „Wir sind größer, wir sind stärker, wir sind besser als Stadt, wenn wir sicherstellen, dass jeder eine Chance bekommt“. Er schreit jetzt fast, seine letzten Silben gehen im Jubel unter.

Der Mann, der hier spricht, ist nicht Barack Obama. Aber es klingt genau so, nach „Hope“ und „Change“, nach „Yes, we can“. Als hätte sich Bill de Blasio, der Kandidat, Obamas Redenschreiber ausgeliehen. Es ist de Blasios Siegesrede auf dem Nominierungsparteitag im September. Der 52-Jährige Hoffnungsträger der US-Demokraten will am morgigen Dienstag zum nächsten Bürgermeister von New York gewählt werden und Michael Bloomberg beerben, der kein viertes Mal antreten darf.

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De Blasio ist schon fast am Ziel: Er führt mit großem Abstand vor Joe Lhota, 59, von den Republikanern. Alles spricht dafür, dass Amerikas größte Stadt bald zum ersten Mal seit 1993 wieder von einem Demokraten angeführt wird. Für de Blasios Gegner ist das der schlimmste anzunehmende Unfall – sie fürchten, die Metropole werde zurückfallen in das Elend, die Überschuldung, die Kriminalität der Vergangenheit. Doch sie werden de Blasios Sieg wohl nicht mehr verhindern können. In Umfragen wollen 68 Prozent für den Demokraten stimmen, nur 23 Prozent für den Republikaner.

Es sind beides keine Charismatiker wie Obama oder auch Bloomberg, die da gegeneinander antreten. Anders als Anthony Weiner und Eliot Spitzer, die nach ihren Sex-Skandalen den Wahlkampf weltweit zur Lachnummer gemacht hatten und in den Vorwahlen aus dem Rennen flogen, sind de Blasio und Lhota außerhalb New Yorks weitgehend unbekannt. Beide sind Veteranen der Lokalpolitik – Lhota war einmal Vize-Bürgermeister unter Rudy Giuliani und später Chef der Nahverkehrsbetriebe MTA, de Blasio ist der gewählte Bürgerbeauftrage. Als solcher hat er einen unschätzbaren Vorteil: Er hat sich bereits einen Namen gemacht als Kämpfer für die Sorgen der einfachen New Yorker und als Gegenspieler von Bürgermeister Bloomberg, dem Milliardär.

Kommentare (1)

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DZ1384

04.11.2013, 10:24 Uhr

Ich war in den letzten drei Jahren zweimal in New York und vielen anderen US Großstädten und muss sagen, dass New York die sauberste und ordentlichste von allen war.Und ich habe nicht nur Touristenaktraktionen besucht. hoffen wir mal das der neue Bürgemeister das ganze so weiterführt.

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