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15.05.2014

12:19 Uhr

Nicht „nach Pfeife der USA“ tanzen

Putin-Vertrauter sendet Warnung an Europa aus

Er äußert sich mit aller Schärfe gegen die geballte Verbalfront, die Russland entgegensteht: Wladimir Jakunin, Boss der russischen Staatsbahn, warnt den Westen. Es sei gefährlich, „alles Böse“ dem Osten zuzuschreiben.

Er will sich gegen die westlichen Sanktionen zur Wehr setzen und macht zugleich deutlich, wie wenig er von bürgerlichen Freiheitsrechten wie freier Sexualität hält: Wladimir Jakunin AFP

Er will sich gegen die westlichen Sanktionen zur Wehr setzen und macht zugleich deutlich, wie wenig er von bürgerlichen Freiheitsrechten wie freier Sexualität hält: Wladimir Jakunin

BerlinDer Chef der russischen Staatsbahn und Putin-Vertraute Wladimir Jakunin hat im Ukraine-Konflikt den Westen und die USA scharf kritisiert. Das Wohlergehen Europas hänge in großem Maß davon ab, ob der Westen auf Dialog setze oder nach der Pfeife der USA tanze, sagte Jakunin am Donnerstag bei einer Tagung in Berlin. Die Sichtweise, alles Gute komme aus dem Westen, alles Böse aus dem Osten, sei gefährlich. „In den USA wissen viele Senatoren nicht mal, wo die Krim liegt.“ Jakunin steht auf einer Sanktionsliste der USA wegen der russischen Politik in der Ukraine.

Er warnte davor, Russland westliche Werte aufzudrücken. Im Westen sei ein „vulgärer Ethno-Faschismus“ wieder in Mode. Er spielte auf den Sieg der österreichischen Transvestiekünstlerin Conchita Wurst beim Eurovision Song Contest an, der in Russland teils heftig kritisiert worden war. „Die antike Definition der Demokratie hatte nichts mit bärtigen Frauen zu tun, sondern die Demokratie ist die Herrschaft des Volkes.“

Jakunin verteidigte vehement das umstrittene russische Gesetz zum Schutz Jugendlicher vor Homosexualität. Der Mitveranstalter der Tagung und Leiter des Deutsch-Russischen Forums, Matthias Platzeck, wies Jakunins abwertende Aussagen zu gleichgeschlechtlichen Beziehungen zurück. Das russische Homosexuellen-Gesetz nage an den Grundlagen des menschlichen Zusammenhalts. Russland solle im Ukraine-Konflikt auch Selbstkritik üben, um einen Neustart der Beziehungen zu ermöglichen. „Ich höre zu viel aus Moskau, alles war richtig.“

Von

dpa

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

15.05.2014, 12:46 Uhr

"Die Sichtweise, alles Gute komme aus dem Westen, alles Böse aus dem Osten, sei gefährlich."

Da hat er wohl nicht ganz Unrecht...

Account gelöscht!

15.05.2014, 13:14 Uhr

" „In den USA wissen viele Senatoren nicht mal, wo die Krim liegt.“"
---
Damit dürfte er auch recht haben. :-)

Spaß beiseite. Wer die Sache aufmerksam von Anfang an verfolgt hat (und damit meine ich *nicht* den ö.r. Lügenfunk!), der kann sich nur noch wundern und hoffen, daß die Russen einen kühlen Kopf bewahren und sich nicht provozieren lassen.

Das Schlimme ist, daß solche Geschehnisse Eigendynamik entwickeln und irgend wann nicht mehr zu stoppen sind.

Account gelöscht!

15.05.2014, 13:28 Uhr

Ich denke auch, wenn die Russen cool bleiben, die Füße still halten und die Amis auflaufen lassen, wird sich von allein zeigen, wer der Konflikt-Treiber der Krise war. Die Zeit arbeitet gegen die Falschgeld-Amis.

Wir in Deutschland müssen nur aufpassen, dass die 5. Kolonne der Amis in Medien und Politik (Atlantikbrücke und Co.), die mehr die Interessen der Amerikaner als die Deutschlands und Europas vertreten, nicht allein den Ton angeben, sondern ihre Verstrickungen mit den Vereinnahmenden Staaten von Amerika transparent und öffentlich kenntlich gemacht werden. In der CDU reget sich gerade eine solche US-Lobby Truppe und versucht eine dezidiert antirussische Neuausrichtung der deutschen Politik durchzusetzen:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/russland-cdu-und-csu-fuer-kurswechsel-gegen-putin-a-969317.html

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