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17.05.2011

21:16 Uhr

Nicolas Sarkozy

Gewinner des Strauss-Kahn-Absturzes

Nicolas Sarkozy galt schon als abgewählt: In Wahlumfragen schlug Dominique Strauss-Kahn den Amtsinhaber klar. Nun profitiert Sarkozy vom Fall des IWF-Chefs - und ist damit nicht allein.

Nicolas Sarkozy hält sich mit Äußerungen zu Dominique Strauss-Kahn zurück, doch er weiß, dass er wahrscheinlich von der Affäre profitieren wird. Quelle: dpa

Nicolas Sarkozy hält sich mit Äußerungen zu Dominique Strauss-Kahn zurück, doch er weiß, dass er wahrscheinlich von der Affäre profitieren wird.

Paris Für die Anhänger Strauss-Kahns (in Frankreich auch „DSK“ genannt) ist die Sache klar: Sie vermuten eine Schmutzkampagne gegen den IWF-Chef, der bis zu dem Zwischenfall am Wochenende als wahrscheinlicher Herausforderer von Präsident Nicolas Sarkozy galt.

Nach Strauss-Kahns Festnahme kann Sarkozy wieder auf steigende Umfragewerte hoffen. Trotzdem rief er seine Partei zur Geschlossenheit und Zurückhaltung auf. „Wir müssen dieser Linie folgen, denn wir haben eine Menge Arbeit vor uns“, sagte er mit Blick auf die anstehenden Gipfel der G8 und G20. Den Namen seines in Schwierigkeiten geratenen Kontrahenten nannte er dabei nicht. Doch Medienberichten zufolge drängt er seine konservativen Parteikollegen, ihre Freude nicht allzu unverhohlen zu zeigen.

Größter Hoffnungsträger der Sozialisten

Noch vergangene Woche galt der IWF-Chef als größter Hoffnungsträger der Sozialisten. Erst am Samstag vergangener Woche bescheinigte das Meinungsforschungsinstitut Ifop dem 62-Jährigen bei möglichen Präsidentschaftswahlen einen satten Vorsprung vor Amtsinhaber Sarkozy und der rechtsextremen Kandidatin Marine Le Pen.

Bei den französischen Sozialisten geht es nun um Schadensbegrenzung. „Es ist menschlich betrachtet eine schreckliche Situation, und auf politischer Ebene sehr schwierig“, meinte Ex-Premierminister Laurent Fabius. Nun ist wieder vollkommen offen, wen die Sozialisten bei der Wahl ins Rennen schicken. Die Partei beriet über das weitere Vorgehen, wollte jedoch an ihrem Fahrplan festhalten, im Juli Kandidaten für das innerparteiliche Auswahlverfahren zu benennen.

Auch Strauss-Kahns Rivalen profitieren

Profitieren könnte die Parteichefin der Sozialisten, Martine Aubry. Sie galt in französischen Medien bislang als „Anti-DSK“ und wurde mit Bundeskanzlerin Angela Merkel verglichen - ein Umstand, der ihr nun helfen könnte. Meinungsumfragen zufolge könnte Aubrys Vorgänger, Francois Hollande, von dem Sex-Skandal aber noch mehr profitieren. Er gilt als einer der aussichtsreichsten Kandidaten für die Präsidentschaft - gemäßigt und erfahren.

Noch will in der Partei aber niemand dem ehemaligen Hoffnungsträger Strauss-Kahn offen in den Rücken fallen. Seine Partei bezeichnete die Behandlung des IWF-Chefs als „Lynchmord“ und warf den US-Behörden politische Motivation vor. Der ehemalige Kulturminister Jack Lang sagte, es sei erschreckend und abscheulich, dass der Angeklagte der Presse unrasiert und in Handschellen vorgeführt worden sei, ohne sich verteidigen zu können. „Er ist ein mutiger Mann, dem ein abscheuliches Schicksal zuteil wurde“, sagte Lang. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass gewisse Justizbehörden, insbesondere der Staatsanwalt oder die Richterin, von dem Wunsch angetrieben werden, einen Franzosen auszuschalten, einen Franzosen, der zudem gut bekannt ist.“ Der ehemalige Justizminister Robert Badinter erklärte, Strauss-Kahn sei zum „Tod durch die Medien“ verurteilt worden.

Kommentare (1)

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18.05.2011, 22:30 Uhr

Die 100 Mrd € Französischer Guthaben, die dank diesem Sproß Griechischer Vorfahren nun in Griechenland fest stecken, kommen nicht von ungefähr.

Aber jedes Volk bekommt den Migranten, den es verdient und für den es letzendlich nun Bluten muß.

Ich hoffe ich muß jetzt nicht erwähnen,
daß dieses Deutschland ein ganzes Stück mit tangiert,
Mitgehangen, mitgefangen.

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