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22.04.2012

10:57 Uhr

Nicolas Sarkozy

„Ohne mich werdet Ihr Euch langweilen!“

VonThomas Hanke

Frankreich wählt einen neuen Präsidenten. Dass der Alte im Amt bleibt, ist unwahrscheinlich: Nicolas Sarkozy liegt in den Umfragen weit zurück. Er kokettiert mit der Niederlage, schlägt aber immer noch neue, irre Haken.

Am Sonntag hat Frankreich die Wahl zwischen Francois Hollande und Nicolas Sarkozy. AFP

Am Sonntag hat Frankreich die Wahl zwischen Francois Hollande und Nicolas Sarkozy.

ParisFrankreich wählt seinen neuen Präsidenten: Keiner der Kandidaten wird am Sonntag bereits die absolute Mehrheit erreichen. Und doch scheint die Entscheidung bereits vor der Stichwahl (6.Mai) gefallen zu sein. Bis weit in das Lager des erneut kandidierenden Präsidenten Nicoals Sarkozy nimmt man an, dass seinem Herausforderer Francois Hollande der Sieg kaum noch zu nehmen ist. Besonders bizarr: Sarkozy selber hat vor Journalisten fallen lassen, er habe „eine Chance von einem Drittel“, noch zu gewinnen. Ironisch-wehmütig scherzt er: „Ohne mich werdet Ihr Euch langweilen!“

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Sarkozy hat in den vergangenen Wochen alles versucht, um seinen Rückstand in den Umfragen für den zweiten Wahlgang wettzumachen. Vergebens: Zehn bis 16 Prozentpunkte liegt er derzeit hinter Hollande. Dabei kämpft er mit vollem Einsatz, hat nicht nur alle körperlichen Reserven mobilisiert, sondern auch in seiner Politik alles dem Ziel untergeordnet, doch noch die Wiederwahl zu schaffen. Vom engen Verbündeten der Kanzlerin bei der Stabilisierung des Euros hat er sich plötzlich zum Kritiker der Europäischen Zentralbank gewandelt. Von der verlangt er, sie solle das Wachstum stärker unterstützen.

Mit Feuereifer bricht er alle Tabus, so als wäre er nicht der Präsident, sondern der Herausforderer: Der EU droht er mit der Kündigung von Verträgen, über den von den Märkten attackierten Partner Spanien lästert er öffentlich, das Land sei ein Beispiel dafür, wie man durch eine sozialistische Regierung völlig auf den Hund komme – dabei versuchen dort die Konservativen seit Monaten, den Bankrott der Banken abzuwenden und das Vertrauen der Anleger zu gewinnen.

Nicht einmal das eigene Land ist vor Sarkozys Furor sicher: In den vergangenen Tagen orakelte er immer wieder, Frankreich werde im Falle eines Regierungswechsels von den Märkten angegriffen, auf die Knie gezwungen, ja ihm drohe das gleiche Schicksal wie Griechenland.

Kommentare (17)

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Account gelöscht!

20.04.2012, 18:07 Uhr

Spielt doch keine Rolle ob er oder ein anderer President wird. Genau so wenig spielt es eine Rolle wer in Deutschland regiert, denn das Volk wird nach jeder Wahl übergangen und hat absolut nichts zu melden sondern den Mund zu halten und gefälligst zu zahlen. Wenns geht, nicht zu knapp.

Die Menschen haben die Nase voll von so etwas. Interessanter wird es für Bürgerinnen und Bürger in Zukunft sein, wen man von diesen Halunken als ersten.....wollte ich jetzt "hängt" schreiben? Nein sowas...

Mollemopp

20.04.2012, 18:13 Uhr

Da Sarkotzi und Merkel doch so ein unschlagbares Team sind, könnte der Möchtegern-Napoleon doch unsere Kanzlerin gleich mitnehmen, wenn er seinen Präsidenten-Stuhl räumen muss.

Account gelöscht!

20.04.2012, 18:43 Uhr

Nicht umsonst heißt es in der deutschen Sprache

Der "Bürge"r geht zur Wahl"urne" und "gibt dort seine Stimme ab"




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