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03.07.2017

04:40 Uhr

Nicolás Maduro

Venezuelas Präsident erhöht den Mindestlohn

Venezuela steckt in einer anhaltenden politischen Krise und kämpft gegen eine hohe Inflationsrate an. Präsident Nicolás Maduro hat nun angekündigt, den Mindestlohn anzuheben - nicht die erste Lohnerhöhung in diesem Jahr.

Maduro will die Verfassung umschreiben lassen, die Bevölkerung wehrt sich. dpa

Nicolás Maduro

Maduro will die Verfassung umschreiben lassen, die Bevölkerung wehrt sich.

CaracasInmitten einer politischen Krise wird der venezolanische Präsident Nicolás Maduro den Mindestlohn erhöhen. Dieser solle ab diesem Monat um 50 Prozent, auf 250.000 Bolivars monatlich inklusive Lebensmittelzuschüssen steigen, kündigte er am Sonntag (Ortszeit) in einer Fernsehansprache an.

Auf dem Schwarzmarkt entspricht das umgerechnet weniger als 35 Dollar (30,61 Euro). Es handelt sich um die dritte Lohnerhöhung in diesem Jahr, während das Land gegen eine dreistellige Inflationsrate kämpft und Arbeitnehmer ihre Ersparnisse verlieren.

Venezuela wird seit drei Monaten fast täglich von gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Regierungsgegnern und Einsatzkräften erschüttert. Mindestens 80 Menschen kamen bereits ums Leben. Nachdem Maduro seinen Plan bekanntgab, die Verfassung umschreiben zu lassen, gewannen die Proteste noch einmal deutlich an Schärfe. Kritiker sagen, Maduro wolle seine Macht damit festigen.

Von

ap

Kommentare (1)

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Herr Holger Narrog

03.07.2017, 09:09 Uhr

Ich vermute, dass Maduro den Schritt geht um die Massenproteste gegen seine sozialistische Diktatur zu brechen.

Mindestlohnerhöhungen sind geeignet einfache Mitmenschen zu begeistern, verschlimmern in der Regel jedoch die wirtschaftliche Situation.

In Brasilien hatten die Politiker regelmässig den Mindestlohn um zig % angehoben. Da höhere Löhne höhere Kosten sind, haben die Unternehmer dann regelmässig die Preise erhöht. Als ich 1992 im Lande war, gab es Preisgruppen in den Regalen und Preisschildchen die fast täglich nach oben angepasst wurden.

Im Iran hatte Ahmedinedschad die Löhne per Dekret (2007 oder 2008) um 20% erhöht. Daraufhin erhöhten sich die Preise. Ahmedinedschad verbot Preiserhöhungen und die Unternehmer suchten indirekte Wege zur Erhöhung der Preise.

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