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19.09.2015

09:56 Uhr

Nigeria

Armee befreit 90 Menschen aus Gewalt von Boko Haram

Die Islamistengruppe Boko Haram terrorisiert Länder in West- und Zentralafrika. Jetzt ist der nigerianischen Armee ein kleiner Erfolg gelungen: Aus zwei Dörfern wurden 90 Menschen aus der Gewalt der Miliz befreit.

Nigerianische und US-amerikanische Soldaten: Sicherheitsmaßnahmen, um Schüler und Lehrer zu schützen. Reuters

Anit-Boko-Haram-Truppen

Nigerianische und US-amerikanische Soldaten: Sicherheitsmaßnahmen, um Schüler und Lehrer zu schützen.

AbujaNigerias Armee hat nach eigenen Angaben 90 Menschen, darunter Dutzende Frauen und Kinder, aus der Gewalt der Islamistengruppe Boko Haram befreit. Aus den beiden Dörfern Dissa und Balazala im nordnigerianischen Bezirk Gwoza seien am Donnerstag 23 Männer, 33 Frauen und 34 Kinder gerettet worden, teilte Armeesprecher Sani Usman am Freitagabend mit.

Das Militär habe außerdem eine Grundschule wiedereröffnet, die im Zuge des Konflikts mit Boko Haram geschlossen worden war. Es würden nun Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, um Schüler und Lehrer zu schützen. Die Wiedereröffnung der Schule sei „bedeutend“, weil Boko Haram ausdrücklich westliche Bildung bekämpfe.

Blutiger Terror in Nigeria

Dezember 2010

Bei blutigen Angriffe auf Christen in Nigeria sterben an Heiligabend mindestens 80 Menschen. In und um die Stadt Jos im Zentrum des Landes explodieren mehrere Bomben. Dutzende Angreifer attackieren eine Kirche in Maiduguri. Am 26. Dezember gehen erneut mehrere Häuser in Flammen auf. In Jos kommt es nach den Explosionen zu Zusammenstößen.

Januar 2011

Bei Sprengstoffexplosionen werden in der Neujahrsnacht mindestens elf Menschen getötet. Für die Anschläge in einer Kirche und auf einem Kasernengelände stehen muslimische Extremisten im Verdacht.

Juni 2011

Bei mehreren Angriffen der radikalislamistischen Sekte Boko Haram innerhalb weniger Wochen sterben mehr als 30 Menschen. Ein Anschlag traf einen von Polizisten und Soldaten besetzten Biergarten. Boko Haram lehnt jeden westlichen Lebensstil ab – auch das Trinken von Alkohol.

Dezember 2011

Auch im Folgejahr kommt es am 24. Dezember zu neuen Anschlägen. In der Folgezeit werden regelmäßig christliche Gebäude bombardiert. Boko Haram hat es maßgeblich auf Kirchen abgesehen. Christen werden gezielt angegriffen und getötet.

November 2012

Bei einem Gefecht in der nordnigerianischen Stadt Maiduguri mit dem örtlichen Militär wird Ibn Saleh Ibrahim, der Anführer von Boko Haram, erschossen.

Februar 2013

Die Terrorgruppe hat es inzwischen auch gezielt auf Ausländer abgesehen. Zunächst werden sieben Mitarbeiter einer britischen Baufirma, wenige Tage später eine mehrköpfige Familie aus Frankreich entführt.

Mai 2013

Angesichts der blutigen Situation ruft Nigerias Präsident Goodluck Jonathan den Notstand aus. Experten zufolge hat die Terrorgruppe Boko Haram bis zu diesem Zeitpunkt über 4000 Menschen getötet.

Januar 2014

Fast jeden Tag gibt es Meldungen über neue Entführungen und Morde. Die Terrormiliz geht weiter ungeachtet mit größter Brutalität vor und warnt andere Staaten vor militärischer Intervention.

März 2015

Nach eigenen Angaben hat es die nigerianische Armee geschafft, das Hauptquartier von Boko Haram zu zerstören. Zahlreiche Mitglieder der Terrormiliz seien getötet worden. Erst wenige Tage zuvor hatte Boko Haram eine Gruppe von knapp 500 Frauen und Kindern entführt.

Das Kinderhilfswerk Unicef hatte am Freitag mitgeteilt, vor Boko Haram seien in den vergangenen fünf Monaten 500.000 Kinder geflohen. Damit sei ihre Zahl auf 1,4 Millionen gestiegen. Am schlimmsten betroffen ist demnach Nigeria mit 1,2 Millionen Kindern auf der Flucht, aber auch in den Nachbarländern Kamerun, Tschad und Niger hätten die islamistischen Rebellen zuletzt ihre Angriffe verstärkt

Am 14. April 2014 hatten Boko-Haram-Kämpfer eine Schule in Chibok im Nordosten Nigerias gestürmt und 276 Mädchen verschleppt. 57 Schülerinnen kamen zwischenzeitlich frei, von den übrigen Mädchen gibt es keine Nachrichten. Die Boko-Haram-Extremisten kämpfen seit sechs Jahren gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Staats im muslimisch geprägten Norden Nigerias. Mindestens 15.000 Menschen wurden seither bei Anschlägen und Kämpfen getötet.

Von

afp

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