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16.01.2015

08:36 Uhr

Nigeria

Armee tötet 42 Kämpfer von Boko Haram

Nigerias Regierung kämpft gegen den Terror im eigenen Land. Die Armee hat nun Medienberichten zufolge einen Angriff der Terrororganisation Boko Haram zurückgeschlagen. Dabei sollen 42 Menschen gestorben sein.

Soldaten gehen durch die Straßen von Baga. Boko Haram soll hier angegriffen haben. Einen weiteren Angriff auf die Stadt Biu konnte die Armee vereiteln. AFP

Soldaten gehen durch die Straßen von Baga. Boko Haram soll hier angegriffen haben. Einen weiteren Angriff auf die Stadt Biu konnte die Armee vereiteln.

AbujaDie nigerianische Armee hat Berichten zufolge einen Vorstoß der radikalislamischen Terrororganisation Boko Haram auf die Stadt Biu im Nordosten des Landes abgewehrt. Dabei seien 42 Kämpfer der Gruppe getötet worden, sagte der Sprecher des nationalen nigerianischen Informationszentrums, Mike Omeri, der Zeitung „Premium Times“ am Donnerstag. Aus dem Nachbarland Tschad stammten demnach 15 der Aufständischen. Über mögliche Verluste der Armee wurden keine Angaben gemacht. Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge bereits am Dienstag.

Nigerias Präsident Goodluck Jonathan besuchte derweil das häufig von den Extremisten heimgesuchte Maiduguri. Den dort gegen Boko Haram kämpfenden Soldaten sagte er die Unterstützung der Regierung zu. Einige Experten werteten den Besuch als Wahlkampfmanöver. In dem ölreichen Land steht Mitte Februar die Präsidentschaftswahl an.

Boko Haram - blutiger Islamistenterror für einen Gottesstaat

Die Terrorgruppe

Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram führt im muslimischen Norden Nigerias einen Krieg für einen islamischen Staat.

Ziel

Ihr Ziel ist es, die Scharia (islamische Rechtsprechung) einzuführen.

Ursprünglich eine Sekte

Die Gruppe, ursprünglich als Sekte ins Leben gerufen und seit November 2013 auf der Terrorliste des US-Außenministeriums, soll Kontakte zu nordafrikanischen Al-Kaida-Ablegern haben. Über Organisationsstrukturen und Mitgliederzahlen liegen keine gesicherten Informationen vor.

Mehr als 5000 Opfer

Die Boko Haram verübt in dem westafrikanischen Land seit Jahren blutige Anschläge, denen nach Schätzungen bereits über 5000 Menschen zum Opfer gefallen sind.

Mehr Attentate

Anfang 2014 verstärkten die Extremisten ihren Kampf. Seither kam es fast wöchentlich zu Angriffen, Attentaten und Entführungen.

Entführung in Nigeria

Nur in seltenen Fällen – wie bei der Entführung von über 200 Mädchen in der Provinz Borno im April vergangenen Jahres – bekannte sich Boko Haram zu den Taten. Von den Schülerinnen fehlt bis heute jede Spur

Weitere Angriffe

Die Behörden lasten der Gruppe aber zahlreiche weitere Angriffe auf Dörfer, Märkte, Polizeistationen, Schulen, Kirchen und Lokale an.

In den vergangenen Monaten hatte es zunehmend Kritik an Jonathan gegeben. Die Regierung wirkt seit langem hilflos im Kampf gegen die Terroristen, die seit 2009 vor allem den Norden des Landes mit Gewalt überziehen.

Die Menschenrechtsorganisationen Human Rights Watch (HRW) und Amnesty International (AI) hatten den Extremisten am Donnerstag Gräueltaten vorgeworfen. Laut AI hinterließ ein Großangriff der Gruppe auf die Stadt Baga im Nordosten Nigerias ein „katastrophales Ausmaß der Verwüstung“. Vor und nach der Offensive aufgenommene Satellitenbilder zeigen demnach, dass in den Orten Baga and Doron Baga mehr als 3700 Gebäude zerstört oder beschädigt wurden.

Die Satellitenbilder und Berichte Überlebender legen nach AI-Angaben zudem nahe, dass die Zahl der Opfer wesentlich höher sein muss als die von der Regierung genannte Zahl von 150 Toten. Örtliche Beamte hatten nach den Angriffen, die am 3. Januar begannen, schon von Hunderten Toten gesprochen. Etwa 20 000 Menschen sind vor den Kämpfen in Nachbarländer geflohen, rund 150 000 Menschen in andere Landesteile Nigerias.

Boko Haram will im überwiegend muslimischen Norden Nigerias und den angrenzenden Gebieten in Kamerun und dem Tschad einen sogenannten Gottesstaat errichten. Bei Terroranschlägen der Gruppe wurden allein im vergangenen Jahr Tausende Menschen getötet.

Von

dpa

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