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06.10.2016

16:09 Uhr

Nobelkandidaten Merkel, Santos und die Weißhelme

Die neuen Friedensstifter

Am Freitag steht in Oslo eine schwierige Entscheidung an: Das Komitee verleiht den Friedensnobelpreis. Aussichtsreiche Kandidaten kommen aus Syrien, Griechenland und Kolumbien. Und die Kanzlerin hat wieder Chancen.

Am Freitag wird der Friedensnobelpreis vergeben – doch die Kandidaten sind zahlreich in diesem Jahr. dpa

Symbol des Friedens

Am Freitag wird der Friedensnobelpreis vergeben – doch die Kandidaten sind zahlreich in diesem Jahr.

StockholmIn der Haut des Osloer Nobelkomitees möchte man nicht stecken. Das Gremium muss aus den 376 Vorschlägen, die bis zum Februar dieses Jahres eingereicht worden sind, den diesjährigen Friedensnobelpreisträger auswählen. Das Problem: Die Welt ist in den vergangenen zwölf Monaten nicht friedlicher geworden. Syrien, Afghanistan, der gescheiterte Friedensvertrag in Kolumbien, die nicht gelöste Flüchtlingskrise und viele weitere Krisen beherrschen den Globus.

Für die wichtige Auszeichnung gibt es einige Kandidaten. Zum Beispiel die russische Menschenrechtsaktivistin Svetlana Gannuschkina. Sie setzt sich seit 1990 für Migranten in ihrem Land ein. Die 79-jährige hat bislang über 50.000 Flüchtlingen mit Rechtsbeistand und humanitären Leistungen helfen können. Vor allem kämpft Gannuschkina gegen Zwangsrückführungen von Flüchtlingen aus Zentralsasien, da ihnen in ihren jeweiligen Heimatländern Haft und Folter gedroht hätten. Die Aktivistin scheute auch nicht vor Prozessen vor dem Europäischen Gerichtshof zurück.

Und da wären die syrischen Weißhelme. In dieser Freiwilligenorganisation arbeiten rund 3000 Privatleute, ließen sich zu Feuerwehrmännern und Sanitätern ausbilden, um der leidenden Zivilbevölkerung zu helfen. Immer wieder haben die Weißhelme auf das unfassbare Leiden der Zivilbevölkerung und die brutalen Bombardements auf Aleppo hingewiesen. Zusammen mit den Bewohnern der griechischen Inseln, die sich um viele Flüchtlinge gekümmert haben, stehen sie bei den Buchmachern ganz oben auf der Favoritenliste.

Sowohl Gannuschkina als auch die syrischen Weißhelme wären gute Friedensnobelpreisträger. Doch dafür müsste das Osloer Nobelkomitee über seinen eigenen Schatten springen. Gannuschkina und die syrischen Weißhelme wurden nämlich gerade ausgezeichnet: Mit dem Alternativen Nobelpreis. Das steigert nicht gerade ihre Chancen. Doch es gibt auch noch andere Möglichkeiten. Die weiteren Vorschläge unserer Autoren.

Kommentare (7)

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Herr Heinz Keizer

06.10.2016, 16:21 Uhr

bei den vielen Fehlgriffen sollte man den wieder einstellen.

Herr Tom Schmidt

06.10.2016, 16:28 Uhr

Es ist schon etwas schizophren... ein Treffen aller Friedensnobelpreisträger würde nie in Den Haag stattfinden... weil unterm Strich würden sich da sehr viele Menschen mit viel Blut an den Händen treffen.

Unsere Kanzlerin ist da auch keine Ausnahme. Leuten in einer Fluchtsituation eine mögliche Aufnahme unter die Nase zu halten und diese dann gegen geschlossene Grenzen laufen lassen (und von den Partnern verlangen, dass die Grenzen dicht bleiben....Stichwort Dublin gilt) ist schon arg perfide. Ohne Frau Merkel wären sehr viele nicht ertrunken... also... sie passt da schon hin...

Baron v. Fink

06.10.2016, 16:33 Uhr

Pablo Escobar wäre mein Tipp, ein Friedensstifter ersten Ranges

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