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11.10.2014

17:34 Uhr

Nordirak und Syrien

Terrormiliz IS richtet vier Frauen hin

Während im Norden Syriens der Kampf um die Kurden-Stadt Kobane tobt, schafft die IS-Miliz im Nordirak weitere Fakten. Nach weiteren Landgewinnen haben die Islamisten nun vier Frauen hingerichtet, darunter zwei Ärztinnen.

Trauer um die Getöteten: In Syrien trauen die Kurden um gefallene Zivilisten und Kämpfer, im Nordirak Familienangehörige um die vier entführten und hingerichteten Frauen. ap

Trauer um die Getöteten: In Syrien trauen die Kurden um gefallene Zivilisten und Kämpfer, im Nordirak Familienangehörige um die vier entführten und hingerichteten Frauen.

Mitglieder der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) haben in der vergangenen Woche mindestens vier Frauen im Norden Iraks hingerichtet. Das berichteten Angehörige und Menschenrechtsaktivisten übereinstimmend am Samstag. In der IS-Hochburg Mossul exekutierten Dschihadisten am Mittwoch drei Frauen, wie die Menschenrechtsaktivistin Hanaa Edwar sagte. Bei den Opfern habe es sich um zwei Ärztinnen und eine Juraabsolventin gehandelt. Ein Arzt in Mossul bestätigte die Angaben.

Bereits am Sonntag wurde eine frühere sunnitische Parlamentsabgeordnete in der Stadt Tal Afar hingerichtet, wie Ali al-Bajati von einer Stiftung für die Rechte der Turkmenen im Irak sagte. Die Politikerin sei im vergangenen Monat aus ihrem Haus verschleppt worden. Vor einigen Tagen hätten die Täter dann die Familie der Frau angerufen und erklärt, sie hätten diese getötet. Die Leiche sei in einen Brunnen geworfen worden. Die Aktivistin Edwar bestätigte die Angaben al-Bajatis.

Laut Edwar wurden rund um Mossul in den vergangenen Wochen bereits mindestens vier weitere Frauen von Dschihadisten hingerichtet. Unter ihnen seien eine Akademikerin und eine frühere Kandidatin für den Stadtrat in Mossul gewesen. „Frauen sind einfache Ziele", sagte Edwar. Viele Menschenrechtsaktivisten seien aus Mossul geflohen, aber einige Frauen hätten mit ihren Kindern bleiben müssen.

Der IS kontrolliert Mossul seit dem 10. Juni, dem zweiten Tag seiner Großoffensive, in deren Zuge die Dschihadisten große Gebiete in fünf irakischen Provinzen eroberten. Nachdem die Extremisten zunächst Jagd auf ethnische und religiöse Minderheiten gemacht hätten, töteten sie nun sunnitische Vertreter der Zivilgesellschaft und „jeden, der auch nur entfernt mit der Regierung in Verbindung steht", sagte Edwar. Offensichtlich versuche der IS, ein Maximum an Angst in der Bevölkerung zu erzeugen, indem er Frauen töte. „Wenn man Frauen entführt und tötet, verbreitet man wirklich Horror."

Von

afp

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