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06.01.2014

17:41 Uhr

Nordkorea

Auch Kim Jong Uns Tante angeblich tot

In Nordkorea spekulieren die Menschen über einen möglichen Tod der Tante von Machthaber King Jong Un. Der Diktator hatte kürzlich seinen Onkel hinrichten lassen. Nun fehlt von der Tante jede Spur.

Ein verschwommenes Bild eines Internetvideos zeigt den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un (links) neben seiner Tante Kim Kyong Hui und seinem Onkel im Februar 2013. Seit September wurde Kim Jong Uns Tante nicht mehr öffentlich gesehen. ap

Ein verschwommenes Bild eines Internetvideos zeigt den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un (links) neben seiner Tante Kim Kyong Hui und seinem Onkel im Februar 2013. Seit September wurde Kim Jong Uns Tante nicht mehr öffentlich gesehen.

SeoulDie jüngste politische Säuberung hat das nordkoreanische Regime nach den Worten der südkoreanischen Präsidentin Park Geun Hye noch unberechenbarer gemacht. Die Lage sei „ernster denn je“ und Südkorea müsse auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. „Ich kann nicht sagen, was Nordkorea in Zukunft tun wird“, sagte Park am Montag in Seoul bei einer Neujahrs-Pressekonferenz.

Unterdessen berichtete die südkoreanische Zeitung „Chosun Ilbo“, es gebe nach der Hinrichtung des Onkels des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un im Dezember Hinweise, dass auch dessen 67 Jahre alte Tante Kim Kyong Hui tot sei.

Aus Regierungskreisen in Seoul verlautete „Chosun Ilbo“ zufolge, dass Kims leibliche Tante möglicherweise infolge einer Herzinfarkts gestorben sei oder Selbstmord begangen habe. Auch die Geheimdienste in Südkorea gingen davon aus, dass Kim tot sei, ohne dies jedoch definitiv bestätigen zu können. Man gehe noch der Möglichkeit nach, dass sie erneut zur Behandlung einer Krankheit im Ausland sei. Kim Kyong Hui wurde seit September nicht mehr öffentlich gesehen.

Neben Jang galt Kim als die Schlüsselperson, die Kim Jong Un bei der Festigung der Macht unterstützen und die Interessen der Herrscherfamilie wahren sollte. Die Schwester des früheren Diktators Kim Jong Il soll seit langem krank gewesen sein. Laut „Chosun Ilbo“ hatte sie unter anderem mit Alkoholproblemen und Depression zu kämpfen. Ende Dezember soll sie in Singapur wegen eines Herzleidens im Krankenhaus gewesen sein.

Der in Ungnade gefallene Onkel, Jang Song Thaek, war im Dezember wegen des Vorwurfs des Hochverrats hingerichtet worden. Park warf der Führung in Pjöngjang deswegen große Grausamkeit vor. Die Exekution habe gezeigt, „wie brutal das Regime sein kann“.

Park begrüßte jedoch auch die versöhnlichen Worte in der Neujahrsansprache Kims. Dieser hatte erklärt, sich energisch für eine Verbesserung der Beziehungen zu Seoul einsetzen zu wollen. „Wichtig sind jedoch Taten, nicht Worte“, betonte Park. Sie bekräftigte, prinzipiell zu einem Treffen mit Kim bereit zu sein. Es müsse dabei allerdings konkrete Ergebnisse für den Frieden geben. Park rief Pjöngjang erneut auf, sein Atomwaffenprogramm aufzugeben.

Kurz nach Parks Pressekonferenz schlug Südkorea dem Nachbarland offiziell Gespräche über neue Treffen von auseinandergerissenen Familien vor. Die im vergangenen September geplanten Treffen sollten Ende Januar zum Mondneujahrstag nachgeholt werden, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul mit.

Das Zustandekommen der Familientreffen wäre ein wichtiges Signal einer Annäherung. Pjöngjang hatte mit der kurzfristigen Absage der geplanten Familienkontakte im September für große Enttäuschung in Südkorea gesorgt. Die ersten organisierten Treffen dieser Art seit drei Jahren sollten in Nordkorea stattfinden.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

06.01.2014, 17:49 Uhr

@Belgier Sie sollten weniger Hollywood Filme schauen. Ihr Dr. Hannibal Lector.

Seismograph

06.01.2014, 17:58 Uhr

Nordkorrea kommt sicher gleich hinter den USA, was die Verschleppung und Ermordung von Kritikern betrifft, insofern ist dieser Beitrag sicher erwaehnenswert, nur wo bleiben die Beitraege ueber die Grausamkeiten der USA gegenueber Systenkritikern, die in Guantanamo und deen vielen anderen Folterorden Grausamkeiten erleben, die sich niemand vorstellen kann und oft dabei zu Tode kommen, sprich langsam ermordet werden?

hanji

06.01.2014, 18:47 Uhr

Die Story mit den 120 Hunden ist völlig spekulativ. Das dubiose kommunistische Blatt aus Hongkong, das sie in die Welt gesetzt hat, hat sie nach 2 Tagen massiver Kritik von Journalisten und NK-Kennern wieder zurückgezogen.

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