Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.04.2015

12:37 Uhr

Nordkorea

China vermutet Aufrüstung Pjöngjangs

China hat vor möglichen Nuklearwaffen Nordkoreas gewarnt. Experten vermuten, dass Pjöngjang bereits über 20 Sprengsätze lagere.

Der nordkoreanische Diktator Kim Jong-Un: Nordkorea habe die Fähigkeit, genügend atomwaffenfähiges Uran anzureichern, vermuten die Chinesen. AFP

Pose der Macht

Der nordkoreanische Diktator Kim Jong-Un: Nordkorea habe die Fähigkeit, genügend atomwaffenfähiges Uran anzureichern, vermuten die Chinesen.

WashingtonChina hat nach Angaben der Zeitung „Wall Street Journal“ vor einer wachsenden Zahl nordkoreanischer Atomwaffen gewarnt. Pjöngjang könnte nach Einschätzung chinesischer Experten bereits über 20 Sprengsätze verfügen, berichtete das Blatt unter Berufung auf US-Experten, die kürzlich mit chinesischen Vertretern hinter verschlossenen Türen beraten haben. Zudem habe Nordkorea die Fähigkeit, genügend atomwaffenfähiges Uran anzureichern, um das Arsenal voraussichtlich bis zum kommenden Jahr zu verdoppeln.

China im Streit mit den Nachbarn

Streitpunkt Aufrüstung

Chinas Aufrüstung wird von den Nachbarländern kritisch verfolgt. Peking streitet über Territorien im Ostchinesischen und Südchinesischen Meer. Zudem ist das Tauziehen um Nordkoreas Atomwaffenprogramm ein Dauerthema.

Quelle: dpa

Ostchinesisches Meer

Die chinesisch Diaoyu und japanisch Senkaku genannten Inseln 200 Kilometer nordöstlich von Taiwan sind nur unbewohnte Felsen. Angesichts großer Fischbestände und vermuteter Gas- und Ölvorkommen sind sie aber von strategischer Bedeutung. China macht alte Ansprüche auf das heute von Japan verwaltete Territorium geltend. Der Streit flammte 2012 neu auf, als Japans Regierung drei Inseln von privater Hand kaufte. In China gab es heftige japanfeindliche Proteste. Die Fronten sind verhärtet.

Südchinesisches Meer

China streitet mit Vietnam um die Paracel genannten 130 Korallen-Inseln südöstlich von Hainan. Außerdem ringt China mit seinen Nachbarn um die Spratly-Inseln genannten 200 Korallenriffe und Sandbänke, die ganz oder teilweise von Vietnam, Taiwan, den Philippinen, Malaysia und Brunei beansprucht werden. In dem Gebiet an wichtigen Schifffahrtswegen werden Öl- und Gasvorkommen vermutet. Die Philippinen haben 2013 den Seegerichtshof in Den Haag angerufen. Doch erkennt China das Verfahren nicht an.

Nordkorea

Trotz diplomatischer Isolation und Armut im Lande baut Nordkorea eine Atomstreitmacht auf, die als große Bedrohung angesehen wird. Nordkorea hat seit 2006 drei Atomtests durchgeführt. Nach US-Einschätzung ist Nordkorea heute prinzipiell in der Lage, einen Atomsprengkopf für eine Interkontinentalrakete zu bauen. Die Sechser-Gespräche über ein Ende des Atomprogramms mit Nordkorea, China, den USA, Russland, Südkorea und Japan sind seit 2009 eingefroren. Pjöngjang unterstellt den USA eine feindselige Politik.

Nordkorea könne im Land offenbar mehr Uran anreichern, als bisher angenommen, zitierte das Blatt den Wissenschaftler Siegfried Hecker von der Stanford-Universität. Hecker hatte an dem Gespräch teilgenommen. Ein nordkoreanisches Nukleararsenal würde nach seiner Einschätzung Verhandlungen mit dem Westen erheblich erschweren.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×